SKK1982 - Internetpräsenz des Schachklubs 1982 Klingenberg e.V. - Spielberichte I

Spielberichte I Saison 2021/22

 

8. Spieltag (Runde 9): Klingenberg I - Nürnberg Süd I  3-5

Im letzten Heimspiel der Saison unterlagen wir unseren Gästen aus Nürnberg nach langem Kampf mit 3-5.

Fabian erreichte am ersten Brett mit Schwarz eine problemlose Eröffnungsstellung. Nach dem Tausch zweier Leichtfiguren bot Weiß Remis, was Fabian in Anbetracht der zu diesem Zeitpunkt relativ günstigen Mannschaftslage akzeptierte. (0.5 - 0.5)

Jürgen wurde mit 2.g4!? gegen Holländisch überrascht und geriet im Mittelspiel allmählich in eine schwierige Stellung. Als der richtige Zeitpunkt gekommen war, handelte der Anziehende energisch und konsequent, exponierte den schwarzen König durch Opferspiel und ließ Jürgen keine Chance. (0.5 - 1.5)

An Brett 8 wurde die seltene Eröffnungsvariante 1.c4 e6 2.e4!? diskutiert. Mirco besaß einen Mehrbauern, doch hatte dieser nominelle Vorteil kaum Gewicht, da es sich um den isolierten d-Doppelbauern handelte. Im damenlosen Mittelspiel bot Mirco schließlich Remis, was sein Gegner nach etwas Nachdenken auch annahm. (1-2)

Bernd erhielt im Geschlossenen Sizilianer zunächst eine gute Stellung und besaß ein komfortables Bedenkzeitplus, griff anschließend jedoch fehl, büßte einen Bauern ein und landete in einer strategisch verlorenen Stellung. Nun war es sein Gegner, der die falschen Pläne verfolgte und sich schlussendlich einem Remis im ungleichfarbigen Läuferendspiel fügen musste. (1.5 - 2.5)

An Brett 4 spielte Klaus K. eine strategisch komplexe Partie mit Doppelfianchetto gegen den Königsindischen Aufbau des Schwarzen. Der spielentscheidende Moment folgte nach 18...f5, als Klaus mittels 19.Sf6+! Kf7 20.Sg4! die Initiative und sehr gute Chancen aufrechterhalten hätte. Leider wählte er stattdessen 19.Dd2? und geriet mit Turm gegen zwei Leichtfiguren auf die Verliererstraße. (1.5 - 3.5)

Klaus L. spielte - mit Ausnahme des frühen Fehlers 14...c3?, was nach 15.bxc3 dxc3 mit 16.Lxc3! Lxc3 17.Dxc3 b4 18.Sc4! oder 18.Db2! hätte bestraft werden können - eine wirklich schöne Partie. Die vagen Angriffschancen des Weißen gegen seine Königsstellung hielt er stets unter Kontrolle und am Damenflügel und im Zentrum errichtete er eine dominante Stellung, die ihm den Sieg brachte. (2.5 - 3.5)

An Brett 2 verpasste Tobias, den temporär geopferten c4-Bauern in seiner Katalanischen Eröffnung rechtzeitig mit Vorteil zurückzugewinnen und geriet nach 17...c3! in eine sehr schwierige Stellung mit Minusbauern. Das resultierende Endspiel war objektiv für Schwarz gewonnen, doch spielte dieser nicht mit der letzten Konsequenz, ließ seine Bauern am Königsflügel auf Tobias' Läuferfarbe fixieren und kam schließlich nicht über eine Zugwiederholung hinaus. (3-4)

Robert erreichte mit dem Paulsen-Sizilianer eine sehr aussichtsreiche Eröffnungsstellung, zudem verbrauchte sein Gegner übermäßig viel Bedenkzeit. Durch die großen Komplikationen des Mittelspiels navigierten beide Seiten naturgemäß nicht fehlerfrei, doch allein die Tatsache, dass nach dem "glatten" Qualitätsopfer 28...Txd6 die Position laut Computer noch dynamisch ausgeglichen war, zeugt von der Stärke der schwarzen Stellung. Später geriet die Situation ziemlich außer Kontrolle, Weiß stand zwar meistens objektiv auf Gewinn, doch hatte er stets mit seiner Zeitnot und der Vielzahl an schwarzen taktischen Tricks zu kämpfen. Situativ hätte auch Robert gewinnen können, z.B. mittels 36...Df2+! 37.Dxf2 Sxf2!-+ aber letzten Endes setzte sich der Nürnberger durch und konnte seinem Team den Mannschaftssieg sichern. (3-5)

 

 

[Fabian Englert]

 

 

 

6. Spieltag (Runde 8): Schwandorf I - Klingenberg I  4.5 - 3.5

Im weitesten Auswärtsspiel der Saison unterlagen wir unserem Gastgeber Schwandorf knapp mit 3.5 - 4.5.

Antiklimaktisch verlief das Duell der Titelträger an Brett 1: da IM Zvara kurzfristig krankheitsbedingt ausfiel, gewann Fabian seine Partie kampflos. (1-0)

Am zweiten Brett einigte sich Tobias mit den schwarzen Steinen in der Eröffnungsphase auf ein baldiges Unentschieden. (1.5 - 0.5)

Manuel überraschte seinen nominell favorisierten Gegner völlig auf dem falschen Fuß. Zunächst waren in dessen Sizilianischer Eröffnung die schwarzen Felder chronisch schwach und bald folgte nach Invasion der weißen Dame auf d6 eine tödliche Springergabel auf c7. (2.5 - 0.5)

Die Partie unseres Mannschaftführers Klaus K., der mit Schwarz gegen das Colle-System spielte, endete im damenlosen Mittelspiel mit Remis durch Einigung. (3-1)

Bernd geriet mit dem Geschlossenen Sizilianer im Mittelspiel in eine strategisch schwierige Stellung. Die Partie transformierte sich schließlich in ein Damenendspiel, in dem Schwarz Mehrbauern besaß und Bernds vage Hoffnung auf Dauerschach zerschlagen konnte. (3-2)

Roberts Königsindischer Aufbau führte zu einem strategisch komplexen Mittelspiel, in dem Schwarz ausreichend Gegenspiel im Zentrum gegen die weiße Damenflügelinitiative generieren konnte. In einem ausgeglichenen Turmendspiel folgte später der Remisschluss. (3.5 - 2.5)

An Brett 8 wählte Jose mit Damenindisch eine gute und solide Eröffnung, musste der massiven Favoritenrolle seines Gegners aber schließlich Tribut zollen. Nachdem der Anziehende Material gewinnen konnte, ließ er keinerlei Schwindelchancen mehr zu. (3.5 - 3.5)

Jürgen erreichte mit dem Reti-System eine aussichtsreiche Eröffnungsstellung, wählte dann aber den falschen Plan und geriet in Nachteil. In einem Turmendspiel mit Minusbauern musste er sich seinem routinierten Gegner IM Votruba später geschlagen geben. (3.5 - 4.5)

 

 

[Fabian Englert]

 

 

 

5. Spieltag (Runde 7): Klingenberg I - NT Nürnberg 4,5 - 3,5

Die nominelle „Runde 7“ brachte für uns einen unverhofften, ersten Mannschaftssieg gegen den Tabellenführer NT Nürnberg, obwohl wir arbeitsbedingt ohne IM Fabian Englert und den im Senioren Cup erfolgreichen Walter Strobel auskommen mussten. Dies wurde durch das „Gastgeschenk“, dem Fehlen des 2. Brettspielers auf Nürnberger Seite kompensiert. (1:0)

Bernd packte mit Schwarz Aljechins Ritter (1.e4 Sf6) aus. Im 14. Zug unterlief ihm mit Sc8 ein entscheidender Fehler, seine Figuren verloren die Koordination, was letztendlich die Partie kostete. Das nicht ganz offensichtliche 14.-Sc4! mit der Doppeldrohung 15.Dh4+ hätte das Spiel weiterhin offen gehalten. (1:1)

Zwischen unserem noch DWZ verwaisten José und dessen Gegner Dimitrios lag nicht nur das Mittelmehr 😉 (Spanien, Griechenland), sondern auch jede Menge Landesligaerfahrung. José überraschte zunächst mit seiner psychologisch guten Eröffnungswahl, dem Königsgambit. Nachteilig bemerkbar machte sich allerdings der Tempoverlust des eigenen Läufers, dessen Umweg ihn über c4-d3 nach xg6 ins Brettabseits führte, wobei Schwarz noch den wichtigen Zentralbauern d5 entgeldlos einheimsen durfte. Nach 15.Lb4? (15.c4!?, 15.Tae1) nutzte Schwarz umgehend das neue Einbruchsfeld auf e3 mit seinem besitzergreifenden Turm und danach war es nur eine Frage der Zeit bis zum (1:2).

Manuel als zweitem Ersatzspieler und 200 DWZ Punkte nominell schwächer, konnte das Mannschaftsergebnis erneut ausgeglichen gestalten. In einem Londoner System Gedöns entkorkte Manuel das prinzipiell mit einem Bauernopfer verbundene 14.-Se4! Im weiteren Verlauf spielte er – Figuren auf dem Brett haltend - aktiv gegen den unrochierten weißen König und die Bauernschwäche e3. Mit 26.Te1? schnappte eine schöne Abzugsfalle mit 26.c4-c3+ ins Schloss, worauf Turm und Partie zugunsten Manuels dessen (und unseren) Tag verschönten. (2:2)

In einer Englischen Partie behielt Robert einen dominanten Vorpostenspringer auf c5, den sein Gegner nicht rechtzeitig vom Feld verwies. Mit dem angesprochenen Gaul gelang Robert dans un petit combinaison der Gewinn des Zentralbauern d4, wonach Weiß auf ein Tor spielte. Unter Ausnutzung der endemischen, schwarzen Grundreihenschwäche gelang Robert ein überzeugender Sieg (3:2)

Klaus L. laborierte zunächst an seiner lausigen Eröffnungsbehandlung und des Weiteren am notorisch unglücklichen und passiven Lg3. Dies nutzte der Nürnberger präzise und gekonnt aus. Mit 23.Sd2 und dem perspektivischen Pfad -> c4-d6, e4-d6 hätte der Weiße noch gut weiterkämpfen können, aber der tragische Held des Tages beharrte mit 23-Lg3-h2 auf seinem traurigen Schicksal, wovon er sich nie wieder richtig erholte. (3:3)

Im Alapin Sizilianer stand Tobias gedrückt und versäumte eine frühzeitige dxe5 Klärung im Zentrum. Ein Springerausfall an den ausgefransten a5 Rand ermöglichte zudem das Vordringen seines Gegners mit h4-h5. Nachdem Weiß in Gewinnstellung 17.exd6 nicht ausführte, konnte sich Tobias wieder zurückkämpfen und glich das Spiel nach und nach aus. (3,5:3,5)

Klaus K. zeigte dieses Mal im tagesentscheidenden Kampf gegen den nominellen Favoriten Tran Phat mit mehr als 200 Ratingpunkten Übermacht viel Biss und fightete sich gegen eine wegen Minusbauern drohende Niederlage stark zurück. Sehenswert Klaus‘ exzellent koordinative Figurenbehandlung mit Druck auf den Mehrbauern. Nachdem sich der Nürnberger mit 25.b3?! eine kleine Ungenauigkeit leistete, wendete sich langsam das Blatt und Klaus konnte mit 25.Sxf2 die weiße Königsstellung durchlöchern und unsicher machen. Wie immer, so zeigte sich auch hier das Dame-Springer Doppel als hervorragende Angriffswaffe. Nach 56.h5-h4 war der Schwitzkasten perfekt und der Sieg nur noch eine technische Angelegenheit.

(4,5:3,5)!!

[KL]

 

 

 

 

[Klaus Link]

 

 

4. Spieltag: Würzburg I - Klingenberg I  5-3

Leider fiel Bernd kurzfristig aus, so dass wir nur zu siebt gegen Würzburg antraten. (0-1)

Die erste Entscheidung des Tages fiel an Brett 8, hier hatte Fred zunächst zwei Mehrbauern erreicht und der weiße Königsflügelangriff hatte eher spekulativen Charakter. Als der Anziehende jedoch das materielle Ungleichgewicht Dame gegen Turm + Läufer herstellen konnte, fiel Freds exponierter König schließlich dem weißen Angriff zum Opfer. (0-2)

Am vierten Brett geriet Klaus K. nach dem Tausch der schwarzfeldrigen Läufer in eine strategisch sehr schwierige Stellung, konnte allerdings Schadensbegrenzung betreiben und einen halben Punkt sichern. (0.5 - 2.5)

Eine überzeugende Vorstellung lieferte Klaus L. ab, der gegen seinen nominell favorisierten Gegener nicht nur einen massiven Entwicklungsvorsprung erzielen konnte, sondern dank eines taktischen Tricks bald auch ein Materialplus zu verzeichnen hatte. (1.5 - 2.5)

Walter erreichte mit dem Belgrader Gambit des Vierspringerspiels eine vorteilhafte Eröffnungsposition, verpasste es aber leider im kritischen Moment den Sack zuzumachen (11.Lg5! nebst Ta1-e1+) und geriet allmählich gegen das schwarze Läuferpaar in eine schwierige Stellung, die er nicht verteidigen konnte. (1.5 - 3.5)

Fabian opferte einen Bauern für positionellen Druck, verlor im Mittelspiel dann aber etwas den Faden. Dennoch gab es in der Zeitnotphase nach 25.Sd5! Grund zum Optimismus, doch Schwarz zeigte sich in der Folge seiner Verteidigungsaufgabe gewachsen und konnte eine schwarzfeldrige Blockadestellung errichten, gegen die es kein Durchkommen gab. (2-4)

An Brett 2 demonstrierte der Anziehende ebenfalls eine aggressive Spielanlage, doch Tobias verteidigte sauber und konnte Weiß später schön auskontern. (3-4)

Robert erreichte mit der Katalanischen Eröffnung eine gute Eröffnungsstellung, verlor im Mittelspiel jedoch einen Läufer für einige Bauern und musste sich seinem routinierten Gegener schlussendlich im Endspiel geschlagen geben. (3-5)

 

 

[Fabian Englert]

 

 

2. Spieltag: Klingenberg I - Herzogenaurauch I  1-7

Ersatzgeschwächt waren wir heute ohne Chance. Das Ergebnis fiel leicht zu hoch aus.

 

 

[Klaus Kraich]

 

 

 

1. Spieltag: Kelheim I - Klingenberg I  4.5 - 3.5

Da Tobias leider kurzfristig krankheitsbedingt ausfiel, starteten unsere Gastgeber den ersten Mannschaftskampf nach der pandemiebedingt langen Pause mit der frühen kampflosen Führung (0-1).

Bei Jürgen ergab sich eine verzahnte Mittelspielstellung, in der Schwarz gutes Gegenspiel erhielt. Jürgen entschloss sich deswegen dazu, die Stellung vollständig zu schließen und somit das Remis zu forcieren. (0.5 - 1.5)

Auch an Brett 5 erhielt der Nachziehende gutes Spiel, doch Klaus L. gelang es, die Lage am Königsflügel zu verkomplizieren und ein Dauerschach zu erreichen. (1-2)

Am achten Brett spielte Manuel nach kurzem Schreckmoment in der Eröffnung (8.Sxf7!+-) gutes, aktives Schach und landete in einem remislichen Turmendspiel. Dann zeigten sich technische Schwächen und Weiß erlangte dank seines a-Freibauern eine starke Initiative, doch Manuel konnte sich trickreich in ein Remis retten. (1.5 - 2.5)

Bernd geriet nach ungenauer Eröffnungsbehandlung unter großen Druck, die Felderschwäche auf d5 und der sich später ergebende gedeckte weiße c6-Freibauer sprachen für sich und ließen Schwarz schlussendlich keine Chance. (1.5 - 3.5)

Am siebten Brett wählte Robert eine Gambitvariante gegen Slawisch und setzte im Mittelspiel am Königsflügel alles auf eine Karte. Wie so oft in der Praxis gelang es dem Gegner nicht, den weißen Angriff zu widerlegen und Robert erhielt entscheidenden Vorteil. Unter Zeitdruck spielte Robert aber nun ungenau und verpasste es, den Sack zuzumachen. Doch auch ohne Materialvorteil war die weiße Stellung am Ende klar zu bevorzugen und Schwarz nahm Roberts unerwartetes Remisangebot dankend an. (2-4)

Fabian besaß in seiner Partie dank des Läuferpaars positionellen Druck, der auch nach Tausch aller Schwerfiguren anhielt. Objektiv war die schwarze Stellung verteidigungsfähig, doch nach dem gegnerischen Fehler 45...exf4? gelang Fabian bald der siegbringende Bauerndurchbruch am Königsflügel. (3-4)

Klaus K. hatte mit der Pirc-Verteidigung eine sehr gute Position erreicht und konnte im Mittelspiel einen Bauern gewinnen. Doch sein Gegner erwies sich als zäher Verteidiger, der Klaus' leichte Ungenauigkeiten ausnutzte, sich zurück in die Partie kämpfte. Trotz großem Kampfgeist musste Klaus seine Gewinnversuche im Turmendspiel schließlich einstellen, als alle Bauern vom Brett verschwanden. (3.5 - 4.5)

 

 

 

[Fabian Englert]

 

 

 

 

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