SKK1982 - Internetpräsenz des Schachklubs 1982 Klingenberg e.V. - Spielberichte I

Spielberichte I Saison 2017/18

 

9. Spieltag: Marktleuthen I - Klingenberg I   3 - 5

Trotz personeller Ausfälle erreichten wir in Marktleuthen einen 5-3-Mannschaftssieg und konnten unsere Meistersaison somit gelungen abschließen.

Die Gastgeber gewannen an Brett 6 kampflos. 0-1

Klaus L. wählte gegen die Moderne Verteidigung ein System mit Läufern auf e3 + d3 und Springern auf e2 + d2. Doch sein Gegner nutzte dies geschickt aus mittels temporärem Figurenopfer auf e4 gefolgt von ...d5 und gewann dank seines Te8 das Material mit Zinsen zurück. In besserer Stellung bot Schwarz dann Remis an und Klaus akzeptierte verständlicherweise. 0.5 - 1.5

Walter erreichte mit der Halbslawischen Verteidigung einen schönen Sieg. Die Einladung des Anziehenden zu einem taktischen Intermezzo im Mittelspiel ließ Walter nicht unbeantwortet und opferte eine Figur für einen hochgefährlichen Freibauern. Wenige Züge später musste sich Weiß geschlagen geben, da die Umwandlung des Bauern nicht mehr zu stoppen war. 1.5 - 1.5

Tobias erreichte mit Grünfeldindisch eine gute Mittelspielstellung und hatte tendenziell sogar die etwas höheren Spielanteile. Sein Gegner entschied sich richtigerweise für den Übergang in ein Leichtfigurenendspiel und konnte die Lage ausgleichen. 2-2

Jürgen erreichte im Mittelspiel dank seines Raumvorteils eindeutigen Vorteil, doch in der Zeitnotphase verkomplizierte sich die Lage. So konnte Jürgen zwar einen Bauern gewinnen, doch die starken schwarzen Springer kompensierten den Materialnachteil in der Folge. Deshalb bot Jürgen Remis und sein Gegner nahm an. 2.5 - 2.5

Am ersten Brett war die Lage im Mittelspiel ebenfalls unklar. Fabian besaß die bessere Bauernstruktur, doch das schwarze Läuferpaar und seine Kontrolle über die offene d-Linie waren ebenfalls bedeutsam. Doch nach dem Fehler 28...f5? bekam Fabian Oberwasser und konnte in wenigen Zügen den Sieg erringen. 3.5 - 2.5

Anton erreichte mit den schwarzen Steinen trotz seiner klaren nominellen Außenseiterrolle eine sehr schöne Eröffnungsstellung - die schwarze Struktur war durch und durch solide und seine Leichtfiguren waren aktiv. Auch den weißen Angriff am Königsflügel konnte Anton abwehren und so ein Remis erreichen. 4-3

Klaus K. erreichte gegen den Paulsen-Sizilianer im Mittelspiel positionellen Vorteil und münzte diesen später in eine sehr starke Angriffsstellung um. Bestimmt wäre ein etwas schnellerer Sieg möglich gewesen, doch Klaus ließ unter dem Strich nichts anbrennen und gewann später im Schwerfigurenendspiel. 5-3  

 

 

[Fabian Englert]

 

 

8. Spieltag: Höchstadt I - Klingenberg I   1 - 7

Im vorletzten Spieltag zeigten wir im mittelfränkischen Höchstadt eine starke Mannschaftsleistung und sind vor der letzten Runde bereits sicherer Meister in der Regionalliga Nord-West. Leider wurde unsere Anfahrt aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse stark negativ beeinträchtigt, weswegen wir erst mit einer Verspätung von etwa 25 Minuten eintrafen. Noch einmal ein Dankeschön an unsere Gastgeber, die sich äußerst fair verhielten und die Uhren noch nicht in Gang setzten.

Unser Joker Manuel erzielte bei seinem zweiten Einsatz erneut einen Sieg. Im Königsbauernspiel agierte Schwarz grob fahrlässig und Manuel konnte durch einen Zwischenzug die Dame gewinnen, ein Geschenk, das er gerne annahm. 1-0

Walter erreichte gegen die Réti-Eröffnung mit den schwarzen Steinen eine fantastische Position. Über die offene g-Linie startete er einen Angriff gegen den weißen König und konnte die Partie so schnell für sich entscheiden. 2-0

Vergleichbares spielte sich am Nebenbrett ab - Klaus K. startete im Mittelspiel eine Offensive gegen die schwarze Königsstellung. Mittels 25.Sf5! durchbrach er die schwarze Verteidigungslinie mit entscheidendem Effekt. 3-0

Am zweiten Brett wählte Tobias den Paulsen-Sizilianer. Sein junger Gegner entschied sich mit 19.0-0?! (statt 19.0-0-0!) wohl für die falsche Rochade und Tobias übernahm langsam aber sicher die Initiative. Den Versuch des Weißen, trotzdem am Königsflügel anzugreifen, konterte Tobias dann mittels eigenem Angriff geschickt aus. 4-0

Anton erreichte mit Skandinavisch zunächst eine halbwegs spielbare Eröffnungsstellung, doch nachdem Weiß später durch die Taktik 18.Lh6! eine Qualität gewann, musste Anton doch der nominellen Favoritenrolle seines Gegners Tribut zollen und sich bald geschlagen geben. 4-1

Fabians Gegner entkorkte im Mittelspiel ein interessantes Figuropfer für zwei Zentralbauern und erhielt hierfür auch gewisse Kompensation. Doch nachdem es Schwarz verpasste, die Ungenauigkeit 19.De1?! auszunutzen, neigte sich der Vorteil wieder eindeutig zu Fabians Gunsten und die schwarze Zeitnot besiegelte das Schicksal des Höchstädters dann endgültig. 5-1

Jürgen spielte eine äußerst sehenswerte Partie - zwar nicht gerade fehlerfrei, aber dafür mit hohem Unterhaltungswert. Schwarz eröffnete schon früh das Feuer gegen den weißen Königsflügel und sein Angriff schien zunächst auch durchzuschlagen. Um überhaupt im Spiel zu bleiben, musste Jürgen zwei Qualitäten opfern. Doch ungeachtet der Tatsache, dass ihm keine einzige Schwerfigur verblieb, konnte er plötzlich gefährliche Drohungen gegen den schwarzen König aufstellen und das verlorene Material mit Zinsen zurückgewinnen. So ergab sich schließlich das Endspiel 2 Springer + Läufer gegen Turm + Randbauer. Schwarz entschloss sich, den Läufer mit seinem Turm zu eliminieren, doch Jürgen konnte unter Ausnutzung des verbliebenen gegnerischen Bauerns das Mattnetz gegen den schwarzen König mit seinen zwei Springern rechtzeitig komplettieren. 6-1

Klaus Link spielte im Nimzo-(bzw. Bogo-)Inder mit Schwarz eine recht technische Partie. Im Mittelspiel besaß er aufgrund seines Raumvorteils leichten Vorteil, aber Weiß spielte solide und konnte ausgleichen. Durch den puren Willen, diese Partie noch zu gewinnen, erreichte Klaus das nahezu Unmögliche und provozierte nach langem Lavieren in scheinbar "totremiser" Stellung doch noch gegnerische Fehler. So konnte Klaus schließlich mit seinem König entscheidend in die weiße Stellung eindringen und nach 95 Zügen ebenfalls einen Sieg erringen. 7-1

 

 

[Fabian Englert]

 

 

7. Spieltag: Klingenberg I - Kronach I   6.5 - 1.5

Gegen die Kronacher Schachfreunde erzielten wir einen deutlichen, wenn auch etwas schmeichelhaften, 6.5 - 1.5 - Mannschaftssieg.

Tobias gewann kampflos, was uns eine frühe Führung bescherte. 1-0

Nach etwa 90 Minuten fiel die nächste Entscheidung. Fabian hatte mit seiner modernen Verteidigung eine spielbare Stellung erreicht, doch die symmetrische Struktur bot Schwarz nur reduziertes Potential für ein Spiel auf Sieg. Somit bot Fabian Remis an, das sein Gegner akzeptierte. 1.5 - 0.5

Am fünften Brett spielte Jürgen eine komplizierte Partie gegen die Englische Eröffnung. Das Mittelspiel sah phasenweise vielversprechend aus für Weiß, doch dann beging der Anziehende einen groben taktischen Fehler und verlor entscheidendes Material aufgrund der Überlastung seiner Figuren. 2.5 - 0.5

Walter hatte mit den weißen Steinen einen Offenen Sizilianer auf dem Brett. Wie vielfach in der Taimanov-Variante gesehen ließ Schwarz seinen König im Zentrum und marschierte mit seinem h-Bauern los. Im Mittelspiel einigten sich die Kontrahenten in unklarer Lage dann auf ein Unentschieden. 3-1

An Brett 3 spielte Klaus K. gegen die Katalanische Eröffnung. Er erlaubte Weiß den Vorstoß e4-e5 und konterte diesen später mittels ...c6-c5. Nachdem sich die Zentrallinien geöffnet hatten, bot Klaus Remis und Weiß akzeptierte das Angebot trotz seines leichten Stellungsvorteils. 3.5 - 1.5

Klaus L. spielte wieder einmal eine sehr aggressive Partie und opferte im Mittelspiel einen Bauern. Als sein Gegner es verpasste, die Stellung geschlossen zu halten, geriet die weiße Initiative außer Kontrolle. Die weißen Figuren, unterstützt durch einen starken e-Freibauern, drangen ins schwarze Lager ein und fanden im exponierten schwarzen König eine leichte Beute. 4.5 - 1.5

Simon zeigte an Brett 8 eine etwas fragwürdige Eröffnungsstrategie, als er in französischem Stellungstyp mit Weiß trotz Entwicklungsnachteils seine Zentralstellung überstrapazierte. Sein junger Gegner konterte dies trotz seiner klaren nominellen Außenseiterrolle zunächst auch ziemlich gut und besaß klaren Vorteil. Mit 23...Lc6?? beginn Schwarz jedoch einen katastrophalen Fehler und Simon konnte wenige Züge später den Sieg erringen. 5.5 - 1.5

Am Nebenbrett hatte Mirco über weite Strecken ebenfalls einen schweren Stand. Nach langer Rochade geriet sein König unter massiven Beschuss und Weiß konnte zwischen verschiedenen Versionen des Materialgewinns wählen. Er entschied sich für ein Endspiel mit Figur gegen Bauern, das auch noch klar vorteilhaft war. Doch nach und nach schlichen sich Ungenauigkeiten im weißen Spiel ein und letzten Endes waren Mircos Bauern dann zu stark. 6.5 - 1.5

 

 

[Fabian Englert]

 

 

6. Spieltag: Hof I - Klingenberg I   2 - 6

Zu Gast im oberfränkischen Hof erreichten wir trotz personeller Ausfälle einen 6-2-Mannschaftssieg.

Am achten Brett erhielt Anton mit den schwarzen Steinen eine gute Mittelspielstellung. Seine aktiven Leichtfiguren und bessere Bauernstruktur kompensierten das weiße Läuferpaar vollends. Nach circa zwei Stunden einigten sich die Kontrahenten auf Remis. 0.5 - 0.5

Jürgen konnte gegen die Stonewall-Verteidigung seines Gegners die c-Bauern tauschen und dann mittels Sb5 Druck auf die schwarze Stellung ausüben. Obwohl Jürgen später unter massiven Zeitdruck geriet, war es Schwarz, der im Doppelturm-/Springerendspiel den entscheidenden Fehler beging und einen wichtigen Bauern einbüßte. Daraufhin ließ sich Jürgen den Partiesieg nicht mehr nehmen. 1.5 - 0.5

Walter spielte an Brett 4 gegen das Morra-Gambit. Im Mittelspiel übernahm er klar die Initiative, konnte er doch die weiße Bauernstruktur am Königsflügel zerstören. Mit dem sichereren König und den deutlich aktiveren Figuren sah es äußerst vielsprechend für Walter aus, doch Walter spielte leider etwas ungenau und ließ Weiß mit einem Remis entkommen. 2-1

Klaus L. spielte über weite Strecken eine sizilianische Musterpartie, nach dem Damentausch dominierte Schwarz das ganze Brett. Es ergab sich später ein Springerendspiel mit entscheidendem positionellen Vorteil für Schwarz. Doch unglücklicherweise übersah Klaus in einem Moment der Unachtsamkeit die Transformation in ein Bauernendspiel, in dem Weiß trotz Minusbauern aufgrund eines latent drohenden Bauerndurchbruchs ausgleichen konnte. 2.5 - 1.5

Manuel erzählte uns auf der Hinfahrt, dass er in der Nacht auf Sonntag von seinem Spiel geträumt hatte - aus unerfindlichen Gründen musste er mit 5 Minuten gegen die 2 Stunden seines Gegners antreten. Erfreulicherweise sollte es nicht so schlimm kommen. In einer für Königsbauernspiele typischen Mittelsspielstruktur meisterte Manuel die taktischen Komplikationen besser als sein Gegenüber und erreichte ein klar gewonnenes Turmendspiel. 3.5 - 1.5

An Brett 3 erreichte Klaus K. eine vielversprechende Druckstellung gegen die Königsindische Verteidigung. Durch seine Damenflügelinitiative konnte Klaus einen gedeckten d-Freibauern generieren und die Linien gegen den schwarzen König öffnen. Allerdings schaffte es sein junger Gegner, ebenfalls Drohungen gegen den weißen König aufzustellen, so dass sich Klaus letztlich mit einem Remis durch Dauerschach begnügen musste. 4-2   

Fabian akzeptierte ein frühes Bauernopfer, für das Schwarz lediglich teilweise Kompensation erhielt. Die schwarzen Ambitionen am Königsflügel konnte Fabian neutralisieren und nach dem Damentausch mit solider Technik sein Mehrmaterial verwerten. 5-2

Tobias erreichte zunächst eine exzellente Eröffnungsstellung, verlor dann aber den Faden und geriet völlig in die Defensive. In buchstäblich letzter Sekunde erreichte er die Zeitkontrolle, doch bei 2-3 Minusbauern und exponiertem König schien der weiße Sieg nur eine Frage der Zeit. Doch es sollte wieder einmal ein besonders tiefer Griff in die Kuhn'sche Trickkiste folgen - mithilfe seines letzten starken Bauerns konnte Tobias derart viel Spiel generieren, dass der Anziehende nicht nur den Sieg verpasste, sondern sich am Ende sogar geschlagen geben musste. 6-2  

 

 

[Fabian Englert]

 

 

5. Spieltag: Klingenberg I - Rottendorf I   4 - 4

Im Rennen um die Meisterschaft trennten wir uns gegen Verfolger Rottendorf wie im Vorjahr mit 4-4 und ließen erneut die ein oder andere Möglichkeit aus.

Am siebten Brett erreichte Topscorer Klaus L. mit Schwarz anfangs eine sehr gute Eröffnungsstellung (9...d4!), agierte danach aber ungenau. Nach 10...Lg4? hatte Weiß bereits die Möglichkeit dank des taktischen Tricks 11.Sxd4! einen Bauern zu gewinnen. Diese Option ließ der Anziehende zwar aus, doch auch in der Folge übernahm Weiß eindeutig die Initiative und besaß nach 18.f4 Vorteil. Da dieser Zug mit einem Remisangebot einherging, akzeptierte Klaus dies richtigerweise. 0.5 - 0.5

Bernd erwischte leider gar keinen guten Tag. Im Londoner System erlaubte er Schwarz, den zentralen Hebel ...e6-e5 unter günstigen Umständen durchzusetzen. Danach lenkte dieser seine Kräfte gegen den weißen Königsflügel und konnte einen schnellen Sieg erringen. 0.5 - 1.5

An Brett 2 bestrafte Tobias die Eröffnungsstrategie seines Gegners. Letzterer wählte in einer modernen Verteidigung einen äußerst fragwürdigen Aufbau mit ...b5 und ...Sa6. Mit kompromisslosem Spiel konnte Tobias daraufhin seinen Entwicklungsvorspung in eine starke Angriffsstellung und diese in den vollen Punkt verwandeln. 1.5 - 1.5

Im Duell der Titelträger sah es im Mittelspiel gut aus für Fabian. Das schwarze Läuferpaar war eine wahre Macht, das die leicht geschwächte Bauernstruktur mehr als kompensierte. Nach 23...Ld4 schien die weiße Stellung zusammenzubrechen, doch IM Dr. Ostermeyer traf mit dem positionellen Qualitätsopfer 24.Sc2! eine richtige und wichtige Entscheidung. Obwohl Weiß nicht einmal einen Bauern für die Minusqualität vorweisen konnte, stellte sich die schwarze Vorteilsverwertung mangels Bauernhebel und offener Linien für die Türme als schwierig bis unmöglich heraus. Fabian transformierte die Stellung deswegen später in ein Turm + ungleichfarbiges Läuferendspiel mit einem Mehrbauern, konnte aufgrund des latent drohenden Turmtauschs aber auch hier keinerlei Fortschritte mehr erzielen und musste sich mit einem Remis begnügen. 2-2

Robert führte eine scharfe Partie gegen die Königsindische bzw. Moderne Verteidigung. Ungeachtet der Tatsache, dass Schwarz im Mittelspiel einen Bauern gewann, war Roberts Stellung dank der eklatanten weißfeldrigen Schwächen im schwarzen Lager objektiv vorzuziehen. Auch auf der Uhr sah es gut für uns aus, da Robert vor der Zeitkontrolle die deutlich besseren Zeitreserven angespart hatte. Nichtsdestotrotz verlor er in den taktischen Phase den Faden und geriet in die Defensive. Den letzten verzweifelten Versuch, mittels Figurenopfer im Trüben zu fischen, widerlegte der Rottendorfer dann problemlos. 2-3

Walter erreichte gegen den beschleunigten Drachensizilianer einen schönen Eröffnungsvorteil. Der Versuch des Nachziehenden, sich mittels ...d5 aus der Umklammerung zu befreien, ermöglichte Walter den Gewinn eines wichtigen Bauern. Als Walter auch die schwarzen Ambitionen am Königsflügel neutralisieren konnte und einen zweiten Bauern gewann, gab sich sein Gegner bald geschlagen. 3-3

Jürgen erreichte gegen den geschlossenen Sizilianer zunächst eine exzellente Eröffnungsstellung, im Mittelspiel kippte die Stellungsbewertung dann aber mehrfach. Nach dem Damentausch ergab sich ein aufgrund langer verzahnter Bauernketten sehr kompliziertes Leichtfigurenendspiel. Unter Zeitdruck fand Jürgen nicht die optimale Verteidigungsstrategie und Weiß konnte die Partie schließlich für sich entscheiden. 3-4

Am dritten Brett kam Klaus K. gut aus der Eröffnung, opferte im Mittelspiel aber dann in spekulativer Manier seinen b7-Bauern. Da sich Weiß in der Folge mit seinem auf b7 gestrandetem Turm zu einem Qualitätsopfer genötigt sah, erzielte das Opfer definitiv seine beabsichtigten Effekt. In der sich anschließenden Phase der Vorteilsverwertung machte sich Klaus das Leben unnötig schwer. Doch da er Weiß aber nie vollends zurück ins Spiel kommen ließ, änderte dies nichts am Endergebnis. 4-4

Ideal war dieses 4-4 Unentschieden nicht, doch genügt es, um unsere Tabellenführung zu konsolidieren. Nun gilt es, in den verbliebenen 4 Mannschaftskämpfen konzentrierte Leistungen abzuliefern und der Meisterschaft sollte nichts im Weg stehen.

 

 

[Fabian Englert]

 

 

4. Spieltag: Stetten I - Klingenberg I   3 - 5

Am verschneiten vierten Spieltag erreichten wir in Stetten einen wichtigen 5-3-Mannschaftssieg.

An Brett 8 spielte Mirco gegen die Colle-Eröffnung, Weiß öffnete die Stellung mit dem thematischen Hebel e3-e4. Im Mittelspiel einigte man sich in scheinbar ausgeglichener Lage auf Remis. Zu unserem Glück fand der Anziehende nicht die versteckte taktische Ressource in der Stellung, die ihm Vorteil gesichert hätte (18.Lh6 Sf4 19.Dg3 Sxg2 20.Dxc7 Lxd7 21.Le4!!). 0.5 - 0.5

Bernd wählte heute die 3...dxe4-Variante in der Französischen Verteidigung. Die schwarze Stellung war recht solide, doch Weiß besaß dennoch Vorteil. Dem gegnerischen Raumvorteil und aktiven Figurenspiel musste sich Bernd schließlich geschlagen geben. 0.5 - 1.5

Jürgen spielte eine äußerst komplexe Partie in einer Benonistruktur (mit vertauschten Farben). Schwarz besaß Raumvorteil im Zentrum, doch stellte sich Jürgens Druckspiel am Königsflügel als der relevantere Faktor heraus, der ihm später einen spielentscheidenden Materialgewinn einbrachte. 1.5 - 1.5

Tobias sah sich dem Angriffsspiel des amtierenden Meisters von Unterfranken Florian Amtmann ausgesetzt. Weiß besaß einen signifikanten Entwicklungsvorsprung, doch Tobias hatte indes zwei Bauern geraubt. Durch gutes Defensivspiel gelang es Tobias schließlich, die weiße Initiative vollständig zu neutralisieren. 2.5 - 1.5

Ein ähnliches Bild, wenn auch mit umgekehrtem Ausgang, ergab sich auch an Brett 1. Mit dem kritischen 11...Dxb2 entschied sich die Deutsche Meisterin für die Annahme eines Bauernopfers, doch wie sich herausstellte, sicherte Fabians Entwicklungsvorsprung gute Kompensation. So musste der schwarze König später auf Wanderschaft gehen und geriet ungeachtet des vorhergehenden Damentauschs ins Kreuzfeuer der weißen Figuren. Daraufhin ließ der entscheidende Materialgewinn für Fabian nicht lange auf sich warten. 3.5 - 1.5

Geburtstagskind Klaus K. spielte eine sehr komplizierte Partie gegen die Königsindische Verteidigung. Wie für diese Variante typisch ergab sich der typische Konflikt der weißen Damenflügelinitiative gegen das schwarze Spiel am Königsflügel. Klaus konnte einige Linien am Damenflügel zu öffnen - bekannterweise ein gutes Zeichen für Weiß - doch Alexander Wurm schaffte es dennoch, die Lage zu verkomplizieren. Nach gut dreieinhalb Stunden Spielzeit einigten sich die Kontrahenten auf Remis. 4-2

Unser "Mr. 100%" Klaus L. führte seine Partie erneut zum Sieg. Mit der Englischen Eröffnung gewann er im Mittelspiel die Qualität, aber Schwarz besaß dank des Läuferpaars gewisse praktische Gegenchancen. Doch nach und nach konnte Klaus seinen Vorteil ausbauen und die Partie schließlich sogar durch Matt entscheiden. 5-2

Walter bekam in der Eröffnungsphase Probleme, von denen er sich nie ganz erholte. In sizilianischer Struktur startete Weiß starkes Druckspiel am Damenflügel und konnte dank seiner deutlich aktiveren Figuren schließlich entscheidendes Material gewinnen. 5-3

 

 

[Fabian Englert]

 

 

3. Spieltag: Klingenberg I - Bad Neustadt I   7.5 - 0.5

Gegen Bad Neustadt erzielten wir einen Kantersieg und haben uns nunmehr an der Tabellenspitze der Regionalliga Nordwest festgesetzt.

Fabian hatte die einfachste Aufgabe des Tages, da sein Gegner es offensichtlich vorzog, zu Hause in Ungarn zu bleiben... 1-0

Nach gut zwei Stunden endete Jürgens Partie. Gegen das Londoner System seines Gegners konnte Jürgen ausgleichen. Dank des zentralen Bauerndurchbruches ...e6-e5 erhielt er eine schöne Mittelspielstellung, entschied sich aber aus mannschaftstaktischen Gründen für ein Remis. 1.5 - 0.5

Walter erreichte gegen den Sweschnikow-Sizilianer eine fantastische Position. Die schwarzen Aggressionen am Königsflügel verstand er zu neutralisieren und erhielt dank Mehrbauer und d5-Krakenspringer bald eine strategische Gewinnstellung. Nach dem Damentausch konnte Walter gemütlich mit seinem König gen Damenflügel marschieren, da Schwarz über keinerlei aktiven Optionen verfügte. Nach einem verzweifelten Figurenopfer des Nachziehenden landete dessen König prompt im Mattnetz. 2.5 - 0.5

Am dritten Brett behandelte Klaus K. die Eröffnung extrem aggressiv, vernachlässigte dabei aber seine Entwicklung. Weiß nutzte diesen Umstand zunächst gut aus, übernahm im Zentrum die Initiative und erlangte signifikanten Vorteil. Doch nach dem fehlerhaften 22.f3? ließ der Anziehende Klaus zurück ins Spiel kommen. Nun demonstrierte Klaus exzellente Defensivfähigkeiten (26...Kf6!! / 28...Sf5!) und setzte sich trotz eigener Zeitnot gegen das weiße Angriffsfeuerwerk durch. 3.5 - 0.5

Tobias wurde die moderne Verteidigung vorgesetzt und er wählte 4.Le3. Der Nachziehende erreichte zunächst eine spielbare Stellung, beging mit 17...gxh5? aber einen folgenschweren Fehler. Dank der nun geöffneten g-Linie wurde Tobias' Königsangriff extrem gefährlich und er konnte die Partie in der Folge durch ein hübsches Mattfinale beenden. 4.5 - 0.5

An Brett 8 startete Simon in einer sizilianischen Mittelspielstellung ebenfalls einen starken Angriff gegen den schwarzen König. Sein Gegner konnte die Attacke zwar abwehren, doch büßte er hierdurch entscheidendes Material ein und Simon verwertete seinen Vorteil souverän. 5.5 - 0.5

Robert war heute der einzige erfolgreiche Vertreter der "sizilianischen Fraktion". Mit der Najdorf-Variante erlangte er eine attraktive Position, insbesondere als Weiß mit dem fragwürdigen Vorstoß g2-g4 seine eigene Königsstellung öffnete. Wie sich herausstellte, konnte Robert diesen Umstand selbst nach dem Damentausch noch ausnutzen. So nistete er seinen Läufer auf f3 ein und komplettierte das Mattnetz gegen den weißen König. 6.5 - 0.5

Klaus L. erreichte im Königbauernspiel nach taktischem Intermezzo in der Eröffnungsphase bald eine vorteilhafte Endspielstellung. Aufgrund des exponierten schwarzen Königs gewann Klaus zwei Bauern, zeigte dann aber Schwächen in der Vorteilsverwertung. Trotz des großen weißen Materialvorteils im Turmendspiel war die Stellung zwischenzeitlich wieder objektiv Remis. Schwarz hätte sogar auf dreifache Stellungswiederholung reklamieren (68/70/73...Tg1+) oder auch mit 74...Kxf4 ein direktes Remis forcieren können, doch der Kampf ging weiter und der Nachziehende erlaubte Klaus schließlich dessen Königsaktivierung und somit den Partiegewinn. 7.5 - 0.5

 

 

[Fabian Englert]

 

 

2. Spieltag: Kitzingen I - Klingenberg I   3 - 5

Gegen Landesliga-Absteiger und Hauptkonkurrent Kitzingen zeigten wir heute eine souveräne Leistung und siegten verdient mit 5-3.

Tobias, der an Brett 2 die schwarzen Steine führte, bot frühzeitig Remis an. Das aus einer Englischen Eröffnung entstandene Mittelspiel war dynamisch ausgeglichen und Tobias' Gegner nahm das Remisangebot an. 0.5 - 0.5

Eine weitere Stunde später konnte Walter ebenfalls einen halben Zähler beisteuern. Gegen das Londoner System seines spielstarken Gegners erreichte er eine schöne Eröffnungsstellung. Im Mittelspiel hatten beide Seiten ihre Trümpfe, doch Weiß sah keinen Grund Walters Friedensangebot abzulehnen. 1-1

Klaus L. überspielte seinen Gegner mit dem Alapin-Sizilianer. Schwarz konnte die Entwicklung seines Lc8 nicht bewerkstelligen und verlor entscheidendes Material. Bei der Vorteilsverwertung seiner Mehrqualität zeigte Klaus keinerlei Schwächen. 2-1

Auch Klaus K. konnte das Maximum aus seinem Anzugsvorteil herausholen und erreichte gegen den Sizilianischen Igel seines Gegners bald eine dominante Angriffsstellung. Als er später zwei Leichtfiguren gegen einen Turm gewann, musste Schwarz seinen Widerstand bald einstellen. 3-1

Am achten Brett zeigte Robert eine gute Leistung und hatte ungeachtet seiner nominellen Außenseiterrolle das Mittelspiel dank seines Läuferpaars fest im Griff. Im Endspiel konnte Robert ein Remis forcieren und einen weiteren halben Punkt beisteuern. 3.5 - 1.5

Fabian konnte nach fragwürdiger Eröffnungsbehandlung seines Gegners in ein damenloses Mittelspiel abwickeln, in dem ihm sein Entwicklungsvorsprung großen Vorteil sicherte. Leider übersah er in der taktischen Phase aber ein entscheidendes Detail (die Defensivressource 21...Le6!), wonach Schwarz zurück ins Spiel kam. Daraufhin entschied sich Fabian, mit 25.Sxd5 (anstatt dem objektiv stärkeren 25.Sxe6) direkt ins Remis abzuwickeln und somit den Mannschaftssieg endgültig zu besiegeln (da Bernd mindestens ein Remis in seinem Damenendspiel hatte). 4-2

Nun sah auch Jürgens Gegner keinen Grund mehr, seine Bemühungen fortzuführen und willigte in die Punkteteilung ein. In dieser Partie hatte Jürgen gegen die Königsindische Verteidigung eine vielversprechende Stellung aus der Eröffnung erhalten. So besaß Weiß im Mittelspiel Raumvorteil und Angriffschancen am Königsflügel, doch Schwarz hatte zumindest die Kontrolle über das Schlüsselfeld e5. Später wurde die Lage unübersichtlich und die Stellungsbewertung kippte mehrfach. 4.5 - 2.5

Bernd wurde von dem thematischen Bauernopfer d4-d5 gegen seine Damenindische Verteidigung überrascht, wonach er zunächst viel Bedenkzeit verbauchte, um seine Defensivstrategie zu formulieren. Der Anziehende erreichte eine starke Druckstellung, doch nach dem groben taktischen Fehler 19.Se7+?? kam Weiß in Nachteil und geriet auch auf der Uhr bald ins Hintertreffen. In der Folge transformierte Bernd seinen Materialvorteil mehrfach und landete schließlich in einem Damenendspiel mit 2 Mehrbauern. Ein Sieg war möglich (47...h1D+! nebst ...De5-h5-g6+), doch Bernd agierte am Ende etwas unkonzentriert und musste sich schließlich mit Remis begnügen. 5-3

Dieser wichtige Sieg sichert uns eine sehr gute Ausgangsposition im Rennen um die Meisterschaft. Wenn wir unsere heutige Leistung auch in den kommenden Begegnungen abrufen können, sollten jedenfalls keine Probleme zu erwarten sein.

 

 

[Fabian Englert]

 

 

1. Spieltag: Klingenberg I - Sailauf I   4.5 - 3.5

Gegen Aufsteiger Sailauf taten wir uns heute sehr schwer, hatten aber dennoch das bessere Ende für uns.

Bernds Damenbauernspiel führte zu einer recht ausgeglichenen Stellung. Nach dem Tausch mehrerer Leichtfiguren einigten sich die Kontrahenten bald auf Unentschieden. 0.5 - 0.5

An Brett 8 akzeptierte Robert im Mittelspiel das Remisangebot seines Gegners. Da der Damenflügel vollständig geschlossen war und Schwarz mit seinen Bauern e5 + f5 die Zügel in der Hand hielt, war diese Entscheidung nachvollziehbar. 1-1

Fabian konnte mit den schwarzen Steine seine Eröffnungsprobleme nicht vollständig lösen und geriet im Mittelspiel unter Druck. Erst nach und nach gelang es ihm, sich zu befreien. Vor dem Übergang in ein für ihn nur noch leicht vorteilhaftes Endspiel bot Weiß Remis und Fabian nahm an. 1.5 - 1.5

An Brett 4 wurde die Wiener Partie diskutiert. Walter kontrollierte als Anziehender die halboffene f-Linie, wohingegen Schwarz adäquates Gegenspiel am Damenflügel bzw. im Zentrum generierte. Doch durch einen taktischen Fehler seines Gegners konnte Walter schließlich 2 Leichtfiguren für seinen Turm gewinnen und führte die Partie sicher zum Sieg. 2.5 - 1.5

Auch Klaus L. konnte heute mit einer sauberen Leistung überzeugen. Gegen die Colle-Eröffnung bekam er im Mittelspiel allmählich Oberwasser. Zunächst zerstörte er die weiße Struktur am Königsflügel und münzte diesen dynamischen Vorteil alsbald in einen materiellen um. Daraufhin ließ sich Klaus den Partiegewinn nicht mehr nehmen. 3.5 - 1.5

Klaus K. erreichte mit seinem Paulsen-Sizilianer bereits nach 10 Zügen einen objektiven Gewinnvorteil, doch sein junger Gegner konnte ihn durch taktisches Angriffsspiel erfolgreich aus der Fassung bringen. Somit ergab sich statt eines schnellen Schwarzsiegs ein sehr zweischneidiges Mittelspiel, in dem die Stellungsbewertung mehrfach kippte, bis sie sich kurz vor Erreichen der Zeitkontrolle schließlich auf "0.00" einpendelte und man sich dementsprechend auf Remis einigte. 4-2

In Jürgens Partie wurde die Benoni-Verteidigung mit vertauschten Farben debattiert. Jürgen entschied sich dafür, Feuer mit Feuer zu bekämpfen und konterte das weiße Druckspiel am Damenflügel mit eigenem ...b5 anstatt dieses mit ...a7-a5 einzuschränken. Ebenfalls mutig, aber nicht unbedingt schlecht, war die Entscheidung 20...La3 nebst 21...b4!? - hier hätte das weniger unternehmungslustige 20...bxc4 mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Remis geführt. Leider sollte Jürgens Kampfgeist nicht belohnt werden, nach dem schwächenden 23...g5? geriet er in eine ungünstige Lage und gegen den starken weißen Hebelzug 29.e3!! kombiniert mit eigener Zeitnot folgte dann der positionelle Kollaps. 4-3

Tobias erlangte mit 3.Lb5+ gegen Sizilianisch keinen Eröffnungsvorteil und es ergab sich ein schwerblütiger Positionskampf. Richtig spannend wurde es kurz vor der Zeitkontrolle als Schwarz Tobias' Bluff 30.h4?! mit 30...Lxh4! erfolgreich callte, da der Läuferfang 31.g3 mittels 31...fxe5!-/+ gekontert würde. Somit hatte Tobias die äußerst undankbare Aufgabe eine schlechte Stellung mit Minusbauer und knapper Zeit zu verteidigen, um uns den Mannschaftssieg zu sichern. Dank seiner Zähigkeit (und dem nötigen Quäntchen gegnerischer Hilfe) gelang ihm das aber - nach 45...Ld3? 46.Lxh5! gewann Tobias den Bauern zurück und konnte die Lage vollends ausgleichen, wonach der sofortige Remisschluss folgte. 4.5 - 3.5

 

 

[Fabian Englert]

 

 

 

 

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