SKK1982 - Internetpräsenz des Schachklubs 1982 Klingenberg e.V. - Spielberichte I

Spielberichte I Saison 2017/18

 

4. Spieltag: Stetten I - Klingenberg I   3 - 5

Am verschneiten vierten Spieltag erreichten wir in Stetten einen wichtigen 5-3-Mannschaftssieg.

An Brett 8 spielte Mirco gegen die Colle-Eröffnung, Weiß öffnete die Stellung mit dem thematischen Hebel e3-e4. Im Mittelspiel einigte man sich in scheinbar ausgeglichener Lage auf Remis. Zu unserem Glück fand der Anziehende nicht die versteckte taktische Ressource in der Stellung, die ihm Vorteil gesichert hätte (18.Lh6 Sf4 19.Dg3 Sxg2 20.Dxc7 Lxd7 21.Le4!!). 0.5 - 0.5

Bernd wählte heute die 3...dxe4-Variante in der Französischen Verteidigung. Die schwarze Stellung war recht solide, doch Weiß besaß dennoch Vorteil. Dem gegnerischen Raumvorteil und aktiven Figurenspiel musste sich Bernd schließlich geschlagen geben. 0.5 - 1.5

Jürgen spielte eine äußerst komplexe Partie in einer Benonistruktur (mit vertauschten Farben). Schwarz besaß Raumvorteil im Zentrum, doch stellte sich Jürgens Druckspiel am Königsflügel als der relevantere Faktor heraus, der ihm später einen spielentscheidenden Materialgewinn einbrachte. 1.5 - 1.5

Tobias sah sich dem Angriffsspiel des amtierenden Meisters von Unterfranken Florian Amtmann ausgesetzt. Weiß besaß einen signifikanten Entwicklungsvorsprung, doch Tobias hatte indes zwei Bauern geraubt. Durch gutes Defensivspiel gelang es Tobias schließlich, die weiße Initiative vollständig zu neutralisieren. 2.5 - 1.5

Ein ähnliches Bild, wenn auch mit umgekehrtem Ausgang, ergab sich auch an Brett 1. Mit dem kritischen 11...Dxb2 entschied sich die Deutsche Meisterin für die Annahme eines Bauernopfers, doch wie sich herausstellte, sicherte Fabians Entwicklungsvorsprung gute Kompensation. So musste der schwarze König später auf Wanderschaft gehen und geriet ungeachtet des vorhergehenden Damentauschs ins Kreuzfeuer der weißen Figuren. Daraufhin ließ der entscheidende Materialgewinn für Fabian nicht lange auf sich warten. 3.5 - 1.5

Geburtstagskind Klaus K. spielte eine sehr komplizierte Partie gegen die Königsindische Verteidigung. Wie für diese Variante typisch ergab sich der typische Konflikt der weißen Damenflügelinitiative gegen das schwarze Spiel am Königsflügel. Klaus konnte einige Linien am Damenflügel zu öffnen - bekannterweise ein gutes Zeichen für Weiß - doch Alexander Wurm schaffte es dennoch, die Lage zu verkomplizieren. Nach gut dreieinhalb Stunden Spielzeit einigten sich die Kontrahenten auf Remis. 4-2

Unser "Mr. 100%" Klaus L. führte seine Partie erneut zum Sieg. Mit der Englischen Eröffnung gewann er im Mittelspiel die Qualität, aber Schwarz besaß dank des Läuferpaars gewisse praktische Gegenchancen. Doch nach und nach konnte Klaus seinen Vorteil ausbauen und die Partie schließlich sogar durch Matt entscheiden. 5-2

Walter bekam in der Eröffnungsphase Probleme, von denen er sich nie ganz erholte. In sizilianischer Struktur startete Weiß starkes Druckspiel am Damenflügel und konnte dank seiner deutlich aktiveren Figuren schließlich entscheidendes Material gewinnen. 5-3

 

 

[Fabian Englert]

 

 

3. Spieltag: Klingenberg I - Bad Neustadt I   7.5 - 0.5

Gegen Bad Neustadt erzielten wir einen Kantersieg und haben uns nunmehr an der Tabellenspitze der Regionalliga Nordwest festgesetzt.

Fabian hatte die einfachste Aufgabe des Tages, da sein Gegner es offensichtlich vorzog, zu Hause in Ungarn zu bleiben... 1-0

Nach gut zwei Stunden endete Jürgens Partie. Gegen das Londoner System seines Gegners konnte Jürgen ausgleichen. Dank des zentralen Bauerndurchbruches ...e6-e5 erhielt er eine schöne Mittelspielstellung, entschied sich aber aus mannschaftstaktischen Gründen für ein Remis. 1.5 - 0.5

Walter erreichte gegen den Sweschnikow-Sizilianer eine fantastische Position. Die schwarzen Aggressionen am Königsflügel verstand er zu neutralisieren und erhielt dank Mehrbauer und d5-Krakenspringer bald eine strategische Gewinnstellung. Nach dem Damentausch konnte Walter gemütlich mit seinem König gen Damenflügel marschieren, da Schwarz über keinerlei aktiven Optionen verfügte. Nach einem verzweifelten Figurenopfer des Nachziehenden landete dessen König prompt im Mattnetz. 2.5 - 0.5

Am dritten Brett behandelte Klaus K. die Eröffnung extrem aggressiv, vernachlässigte dabei aber seine Entwicklung. Weiß nutzte diesen Umstand zunächst gut aus, übernahm im Zentrum die Initiative und erlangte signifikanten Vorteil. Doch nach dem fehlerhaften 22.f3? ließ der Anziehende Klaus zurück ins Spiel kommen. Nun demonstrierte Klaus exzellente Defensivfähigkeiten (26...Kf6!! / 28...Sf5!) und setzte sich trotz eigener Zeitnot gegen das weiße Angriffsfeuerwerk durch. 3.5 - 0.5

Tobias wurde die moderne Verteidigung vorgesetzt und er wählte 4.Le3. Der Nachziehende erreichte zunächst eine spielbare Stellung, beging mit 17...gxh5? aber einen folgenschweren Fehler. Dank der nun geöffneten g-Linie wurde Tobias' Königsangriff extrem gefährlich und er konnte die Partie in der Folge durch ein hübsches Mattfinale beenden. 4.5 - 0.5

An Brett 8 startete Simon in einer sizilianischen Mittelspielstellung ebenfalls einen starken Angriff gegen den schwarzen König. Sein Gegner konnte die Attacke zwar abwehren, doch büßte er hierdurch entscheidendes Material ein und Simon verwertete seinen Vorteil souverän. 5.5 - 0.5

Robert war heute der einzige erfolgreiche Vertreter der "sizilianischen Fraktion". Mit der Najdorf-Variante erlangte er eine attraktive Position, insbesondere als Weiß mit dem fragwürdigen Vorstoß g2-g4 seine eigene Königsstellung öffnete. Wie sich herausstellte, konnte Robert diesen Umstand selbst nach dem Damentausch noch ausnutzen. So nistete er seinen Läufer auf f3 ein und komplettierte das Mattnetz gegen den weißen König. 6.5 - 0.5

Klaus L. erreichte im Königbauernspiel nach taktischem Intermezzo in der Eröffnungsphase bald eine vorteilhafte Endspielstellung. Aufgrund des exponierten schwarzen Königs gewann Klaus zwei Bauern, zeigte dann aber Schwächen in der Vorteilsverwertung. Trotz des großen weißen Materialvorteils im Turmendspiel war die Stellung zwischenzeitlich wieder objektiv Remis. Schwarz hätte sogar auf dreifache Stellungswiederholung reklamieren (68/70/73...Tg1+) oder auch mit 74...Kxf4 ein direktes Remis forcieren können, doch der Kampf ging weiter und der Nachziehende erlaubte Klaus schließlich dessen Königsaktivierung und somit den Partiegewinn. 7.5 - 0.5

 

 

[Fabian Englert]

 

 

2. Spieltag: Kitzingen I - Klingenberg I   3 - 5

Gegen Landesliga-Absteiger und Hauptkonkurrent Kitzingen zeigten wir heute eine souveräne Leistung und siegten verdient mit 5-3.

Tobias, der an Brett 2 die schwarzen Steine führte, bot frühzeitig Remis an. Das aus einer Englischen Eröffnung entstandene Mittelspiel war dynamisch ausgeglichen und Tobias' Gegner nahm das Remisangebot an. 0.5 - 0.5

Eine weitere Stunde später konnte Walter ebenfalls einen halben Zähler beisteuern. Gegen das Londoner System seines spielstarken Gegners erreichte er eine schöne Eröffnungsstellung. Im Mittelspiel hatten beide Seiten ihre Trümpfe, doch Weiß sah keinen Grund Walters Friedensangebot abzulehnen. 1-1

Klaus L. überspielte seinen Gegner mit dem Alapin-Sizilianer. Schwarz konnte die Entwicklung seines Lc8 nicht bewerkstelligen und verlor entscheidendes Material. Bei der Vorteilsverwertung seiner Mehrqualität zeigte Klaus keinerlei Schwächen. 2-1

Auch Klaus K. konnte das Maximum aus seinem Anzugsvorteil herausholen und erreichte gegen den Sizilianischen Igel seines Gegners bald eine dominante Angriffsstellung. Als er später zwei Leichtfiguren gegen einen Turm gewann, musste Schwarz seinen Widerstand bald einstellen. 3-1

Am achten Brett zeigte Robert eine gute Leistung und hatte ungeachtet seiner nominellen Außenseiterrolle das Mittelspiel dank seines Läuferpaars fest im Griff. Im Endspiel konnte Robert ein Remis forcieren und einen weiteren halben Punkt beisteuern. 3.5 - 1.5

Fabian konnte nach fragwürdiger Eröffnungsbehandlung seines Gegners in ein damenloses Mittelspiel abwickeln, in dem ihm sein Entwicklungsvorsprung großen Vorteil sicherte. Leider übersah er in der taktischen Phase aber ein entscheidendes Detail (die Defensivressource 21...Le6!), wonach Schwarz zurück ins Spiel kam. Daraufhin entschied sich Fabian, mit 25.Sxd5 (anstatt dem objektiv stärkeren 25.Sxe6) direkt ins Remis abzuwickeln und somit den Mannschaftssieg endgültig zu besiegeln (da Bernd mindestens ein garantieres Remis in seinem Damenendspiel hatte). 4-2

Nun sah auch Jürgens Gegner keinen Grund mehr, seine Bemühungen fortzuführen und willigte in die Punkteteilung ein. In dieser Partie hatte Jürgen gegen die Königsindische Verteidigung eine vielversprechende Stellung aus der Eröffnung erhalten. So besaß Weiß im Mittelspiel Raumvorteil und Angriffschancen am Königsflügel, doch Schwarz hatte zumindest die Kontrolle über das Schlüsselfeld e5. Später wurde die Lage unübersichtlich und die Stellungsbewertung kippte mehrfach. 4.5 - 2.5

Bernd wurde von dem thematischen Bauernopfer d4-d5 gegen seine Damenindische Verteidigung überrascht, wonach er zunächst viel Bedenkzeit verbauchte, um seine Defensivstrategie zu formulieren. Der Anziehende erreichte eine starke Druckstellung, doch nach dem groben taktischen Fehler 19.Se7+?? kam Weiß in Nachteil und geriet auch auf der Uhr bald ins Hintertreffen. In der Folge transformierte Bernd seinen Materialvorteil mehrfach und landete schließlich in einem Damenendspiel mit 2 Mehrbauern. Ein Sieg war möglich (47...h1D+! nebst ...De5-h5-g6+), doch Bernd agierte am Ende etwas unkonzentriert und musste sich schließlich mit Remis begnügen. 5-3

Dieser wichtige Sieg sichert uns eine sehr gute Ausgangsposition im Rennen um die Meisterschaft. Wenn wir unsere heutige Leistung auch in den kommenden Begegnungen abrufen können, sollten jedenfalls keine Probleme zu erwarten sein.

 

 

[Fabian Englert]

 

 

1. Spieltag: Klingenberg I - Sailauf I   4.5 - 3.5

Gegen Aufsteiger Sailauf taten wir uns heute sehr schwer, hatten aber dennoch das bessere Ende für uns.

Bernds Damenbauernspiel führte zu einer recht ausgeglichenen Stellung. Nach dem Tausch mehrerer Leichtfiguren einigten sich die Kontrahenten bald auf Unentschieden. 0.5 - 0.5

An Brett 8 akzeptierte Robert im Mittelspiel das Remisangebot seines Gegners. Da der Damenflügel vollständig geschlossen war und Schwarz mit seinen Bauern e5 + f5 die Zügel in der Hand hielt, war diese Entscheidung nachvollziehbar. 1-1

Fabian konnte mit den schwarzen Steine seine Eröffnungsprobleme nicht vollständig lösen und geriet im Mittelspiel unter Druck. Erst nach und nach gelang es ihm, sich zu befreien. Vor dem Übergang in ein für ihn nur noch leicht vorteilhaftes Endspiel bot Weiß Remis und Fabian nahm an. 1.5 - 1.5

An Brett 4 wurde die Wiener Partie diskutiert. Walter kontrollierte als Anziehender die halboffene f-Linie, wohingegen Schwarz adäquates Gegenspiel am Damenflügel bzw. im Zentrum generierte. Doch durch einen taktischen Fehler seines Gegners konnte Walter schließlich 2 Leichtfiguren für seinen Turm gewinnen und führte die Partie sicher zum Sieg. 2.5 - 1.5

Auch Klaus L. konnte heute mit einer sauberen Leistung überzeugen. Gegen die Colle-Eröffnung bekam er im Mittelspiel allmählich Oberwasser. Zunächst zerstörte er die weiße Struktur am Königsflügel und münzte diesen dynamischen Vorteil alsbald in einen materiellen um. Daraufhin ließ sich Klaus den Partiegewinn nicht mehr nehmen. 3.5 - 1.5

Klaus K. erreichte mit seinem Paulsen-Sizilianer bereits nach 10 Zügen einen objektiven Gewinnvorteil, doch sein junger Gegner konnte ihn durch taktisches Angriffsspiel erfolgreich aus der Fassung bringen. Somit ergab sich statt eines schnellen Schwarzsiegs ein sehr zweischneidiges Mittelspiel, in dem die Stellungsbewertung mehrfach kippte, bis sie sich kurz vor Erreichen der Zeitkontrolle schließlich auf "0.00" einpendelte und man sich dementsprechend auf Remis einigte. 4-2

In Jürgens Partie wurde die Benoni-Verteidigung mit vertauschten Farben debattiert. Jürgen entschied sich dafür, Feuer mit Feuer zu bekämpfen und konterte das weiße Druckspiel am Damenflügel mit eigenem ...b5 anstatt dieses mit ...a7-a5 einzuschränken. Ebenfalls mutig, aber nicht unbedingt schlecht, war die Entscheidung 20...La3 nebst 21...b4!? - hier hätte das weniger unternehmungslustige 20...bxc4 mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Remis geführt. Leider sollte Jürgens Kampfgeist nicht belohnt werden, nach dem schwächenden 23...g5? geriet er in eine ungünstige Lage und gegen den starken weißen Hebelzug 29.e3!! kombiniert mit eigener Zeitnot folgte dann der positionelle Kollaps. 4-3

Tobias erlangte mit 3.Lb5+ gegen Sizilianisch keinen Eröffnungsvorteil und es ergab sich ein schwerblütiger Positionskampf. Richtig spannend wurde es kurz vor der Zeitkontrolle als Schwarz Tobias' Bluff 30.h4?! mit 30...Lxh4! erfolgreich callte, da der Läuferfang 31.g3 mittels 31...fxe5!-/+ gekontert würde. Somit hatte Tobias die äußerst undankbare Aufgabe eine schlechte Stellung mit Minusbauer und knapper Zeit zu verteidigen, um uns den Mannschaftssieg zu sichern. Dank seiner Zähigkeit (und dem nötigen Quäntchen gegnerischer Hilfe) gelang ihm das aber - nach 45...Ld3? 46.Lxh5! gewann Tobias den Bauern zurück und konnte die Lage vollends ausgleichen, wonach der sofortige Remisschluss folgte. 4.5 - 3.5

 

 

[Fabian Englert]

 

 

 

 

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