SKK1982 - Internetpräsenz des Schachklubs 1982 Klingenberg e.V. - Spielberichte II

Spielberichte II Saison 2021/2022

 

29.05.22: Großostheim I - Klingenberg II   4 - 4

Den Tag können wir getrost unter der Überschrift Bluffschach abbuchen.

1:0 Daniel: Im achten Zug konnte Daniel als Schwarzer mit der Dame Schach geben auf c1 – ob da irgendetwas in der Eröffnung nicht korrekt behandelt wurde? Der Gegner fand hier nicht die stärksten Antworten, meines Erachtens wäre ein Figurenverlust von Daniel möglich gewesen aber stattdessen ging es mit 2 Bauern Vorteil weiter und die Partie war bald entschieden.

1,5:0,5 Fred versuchte im Mittelspiel mit fragwürdigen Manövern eine Qualität zu gewinnen. Die Folge war eine schlechtere Stellung und der Gegner konnte zuerst die Qualität erringen. Nach Rücktausch verblieb Fred mit minus 2 Bauern zurück. Später konnte Fred mit einem Opfer nochmals einen Bauern zurück gewinnen und man einigte sich friedlich auf Remis.

1,5:1,5 Franziska verlor in der Eröffnung durch zu viel Angriff des Gegners einen Bauern und die so entstandene Bauerndiagonale des Gegners hatte alleine schon gute Gewinnchancen. Zu allem Übel stellte Franziska noch einen Turm ein und so war es bald vorbei.

2,5:1,5 Ihr Bruder Johannes arbeitete sich kontinuierlich vorwärts. Erst Bauernvorteil, dann Figurengewinn und anschließend Turmvorteil mit dem gewonnenen Spiel.

3,5:1,5 Andreas konnte in gewohnter Manier seine 100% Serie fortsetzen. In einem Angriff von Springer und Dame gegen die Königsstellung ohne Fianchettoläufer machte sein Gegner einen Zug der unweigerlich in einem zweizügigen Matt endete. Andernfalls wäre es ein Dauerschach gewesen.

3,5:2,5 Udo war lange in einer sehr ausgeglichenen Stellung und ließ sich, wenn ich es richtig gesehen habe, im Schwerfigurenendspiel überrumpeln und mattsetzen.

3,5:3,5 Auch Jose war an der Attacke der Bluffer unterwegs. Mit einem Figurenopfer auf f2 wähnte er sich auf einem guten Weg, aber sein Gegner fand gute Lösungen und konnte in der Folge später eine Figur gewinnen. Drei bis vier Züge nach der Zeitkontrolle war dann Feierabend.  

4:4 Auch meine Partie war etwas unklar. Ich opferte früh eine Qualität für ein starkes Zentrum mit guten Springern, jedoch hätte ich dies wohl auch schon ein oder zwei Züge vorher erledigen können mit mehr Tempo und noch einem Bauern mehr … Nach einigen sehr guten Zügen meines Gegners konnte ich im Mittelspiel die passende vorteilhafte Stellung nicht finden und auch nach einer 40-minütigen Zeitinvestition für einen Zug sprang einfach kein Gewinn heraus. Fritz offenbarte es natürlich, mit einem stillen Zug und Abzugsangriff auf Dame und Läufer am Abend wären plus 3 möglich gewesen … Nach einigem Abtausch erzwungen vom Gegner verblieb ein bärenstarker Springer mit dem ich den Qualitätstausch zurück erzwingen konnte und so gingen wir in ein Damenendspiel mit je 4 Bauern ohne wirkliche Schutzzonen für meinen König und einigten uns auf Remis.

So war es ein leistungsgerechtes 4:4 verbunden mit einem schönen Schachtag.

 

[Hans-Jörg Gies]

 

 

13.03.22: Klingenberg II - Sulzbach I   5,5 - 2,5


 

Durch den Ausfall der ersten Mannschaft waren wir dem Luxus von neun Spielern ausgesetzt.

Somit pausiere ich und alle anderen sind zum Kampf bereit:

 

1:0 Brett 4: Jose Rodriguez – Oliver Erbacher 1520

Im Königsgambit hätte Oliver einen Bauernvorteil erreichen können, die Züge aber falsch herum abgewickelt und blieb als Schwarzer mit einer Figur weniger zurück. Nach Joses Eroberung des Turmes gefolgt von anschließendem Damentausch gab Oliver direkt auf.

 

1:1 Brett 8: Johannes Wambach 790 – Johannes Voss

Johannes hat in der Eröffnung kurzzeitig die Deckung seines e4 Bauern vernachlässigt und der Gegner diesen gerne gefressen. Im Mittelspiel hat er diesen zumindest als Doppelbauern zurückbekommen, aber irgendwie Probleme im TS Endspiel gegen TL Spiel sinnvolle Felder für seinen Turm zu generieren. So kam es leider, dass an irgendeiner Stelle kein Feld mehr frei war für den Turm und so war die Partie schnell zu Ende.

 

2:1 Brett 5: Christian Eser 1404 – Andreas Wolz 1367

Im Mittelspiel tausch Andreas so die Figuren, dass der Gegner zwar den Läufer gegen den Springer behält, aber dafür auch einen Doppelbauer und so ist sein Springer viel flexibler. Nach einem schönen Angriff mittels Sg6 und Dc4 bei relativ schutzlosem K auf e1 möchte gerne Christian die Damen tauschen. Andreas hat eine andere Idee und bringt mittels Zwischenschach den K in Zugzwang, gefolgt von einer Springergabel mit Damengewinn. Fein herausgespielt, auch wenn sich der Gegner bei korrekter Verteidigung in einer Remisstellung befunden hätte.

 

2,5:1,5 Brett 2: Fred Englert 1721 – Manfred Schwarzkopf 1617

Als ich zum ersten Mal intensiv auf das Brett schaute war schon eine Endspielstellung mit einem Minderbauern für Fred bei DS+5 gegen 4 Bauern entstanden. Manfred stand in dieser Phase deutlich besser, hat aber Fred noch ein klein wenig aktiv mitspielen lassen und den h Bauern etwas unterschätzt, so konnte sich Fred ins Remis retten.

 

3,5:1,5 Brett 7: Christiane Köberl – Daniel Hofmann 900

Daniel lässt in der Eröffnung zu, dass der gegnerische e Bauer bis auf f7 mit Schach einschlagen kann – zurückschlagen geht wegen Qualitätsverlust und offenem König nicht und so sieht die Stellung schon deutlich nachteilig aus für Schwarz. 10 Züge später scheint es so zu sein, als ob Daniel diesen Bauern zurückgewinnen kann, aber das Figurenspiel von Christiane ist so flexibel, dass sie einfach mit einem Springeropfer den Angriff auf den König eröffnet. Christiane fand sehr gute Angriffsideen und Daniel verteidigte sich tapfer und an einer extrem wichtigen Stelle mit Kg8!! auch bestmöglich. Nach einem generellen Tausch lichtete sich das Feld mit „nur“ 2 Mehrbauern für Weiß mit jeweils einem Turm und Läufer. Daniel eröffnete einen Scheinangriff mit seinem e Bauern und bei den vielen Gewinnvarianten hat Christiane einen Figurentausch gefunden der mit anschließendem Turmverlust einhergeht und Daniel fährt sehr unerwartet einen Punkt ein.

 

3,5:2,5 Brett 3: Friedrich Mut 1526 – Anton Hennig 1541

Anton ist nach der Eröffnung voll entwickelt, der Gegner steht ohne Rochade mit Kf2, Se1, Lc1, Sb1 und Ta1 etwas unterentwickelt auf dem Brett. Anton hat es aber auch nicht eilig und so ergibt sich bald eine zusammen geschobene Stellung. Irgendwann im späteren Verlauf hat Anton eine Fesselung mit Springerverlust übersehen und so ging es gleich zu Ende.

 

4,5:2,5 Brett 6: Udo Hofmann – Christian Lorenz

Udos Gegner hatte es nicht eilig seine Figuren zu entwickeln, aber nach dem Damentausch einen Bauern mehr und Udo stand mit zwei Doppelbauern da. Nachdem sich aber lange keine der 4 verbliebenen Figuren von Christian sinnvoll bewegt hat und Udo versucht aktiv zu bleiben, sich immer weiter mit h und g Bauern nach vorne bewegte bzw. anschließend noch eine Figur opfert bleibt er agiler. Christian findet nicht immer die besten Züge und steht so irgendwann kurz vor Matt.
Manchmal stimmt es: Mut wird belohnt…

 

5,5:2,5 Brett 1: Stefan Blank 1780 - Manuel Flach 1798

Die Partie war von Anfang an sehr bedächtig. Bei 8 Bauern ergab sich wenig Platz für die Figuren und Stefan baute seinen Fianchetto Läufer auf f2 mittels e4 ein. Manuel hatte dafür einen Springer und konnte ein klein wenig mehr Raum in der Stellung generieren.
Mittels g4 und h5 bzw. drohendem h4 gibt Stefan eine Qualität um aus der gedrückten Stellung wieder mitspielen zu können. Das gelingt ihm mit Druck auf b und c Bauern und so kommen seine verbliebenen Figuren D, T und S plötzlich wieder zurück ins Geschehen, wohingegen der Lf2 eigentlich eine Krücke bleibt… Mit Qualität plus Bauer mehr geht es über die Zeitkontrolle

Danach spielt Manuel etwas ungenau und lässt viel Gegenspiel zu, selbst der schwache Läufer darf über xh6+ wieder mitspielen. Er kann jedoch alle Felder kontrollieren und gewinnt nach fast 6 Stunden Spielzeit die Partie

Fazit: Etwas glücklich haben wir heute 2 Punkte erreicht, aber seit vielen Monaten endlich einmal wieder mit viel Freude einen Schachwettkampf bestritten!

 

[Hans-Jörg Gies]

 

 

24.10.21: Klingenberg II - Mainaschaff II   3-5

Der Tag begann mit der fieberbedingten Absage von Eric etwas unangenehm, aber die junge Ersatzdame Franziska zeigte schon nach 20 Minuten, wie man ein Spiel gewinnt, indem man zuerst mit der Gabel die Qualität gewinnt und anschließend die Partie durchsetzt. 1:0

Anton war leider im Damengambit etwas zu schnell und stellte etwas ein, so stand es bald 1:1.

Ich bin als Schwarzer gut aus der Eröffnung gekommen, aber habe für das Mittelspiel die druckvollere Figurenaufstellung verpasst. Nachdem mir mein Gegner Remis anbot, ich am Vortag leicht kränklich war und Johannes zu diesem Zeitpunkt 2 Mehrfiguren besaß willigte ich ein. 1,5:1,5

Leider hatte sich dies 10 Minuten später schon wieder erledigt, denn dann hatten wir an zwei weiteren Brettern jeweils einen Turm weniger.

Abdalalim konnte mit einem Spieß auf den König einen Vorteil von Dame gegen Turm erringen, um leider ein paar Minuten später die Dame mittels Gabel ohne Kompensation abzugeben. 1,5:2,5

Freds Stellung habe ich erstmals länger betrachtet als der Gegner mit seinen beiden Springern auf f2 und d3 eingedrungen war. Andere Beobachter meinten, seine Dame war lange gefesselt und habe dies erst soweit gebracht. Dies war zu viel des Guten und die Stellung brach bald in sich zusammen. 1,5:3,5

Jose spielte eine gute Partie, suchte immer Angriff als weißer im Sizilianer und schaffte zweimal in die entscheidende Gewinnstellung zu kommen, ließ dann aber leider den finalen Gewinnzug aus. Einmal konnte er einen gefesselten Springer nehmen, gruppierte aber lieber seine Dame um, beim zweiten mal hätte ein Läuferopfer gegen zwei Bauern ein Schach folgen lassen mit Turmgewinn. Nachdem die beiden Chancen leider verstrichen und er mit zwei Minderbauern auch kein Dauerschach geben wollte, erreichte der Schwarze mit seinem b-Bauern die zweite Reihe bzw. stand undeckbar vor dem Einzug und Jose gab auf. 1,5:4,5

Zu diesem Zeitpunkt kontrollierte Andreas (trotz Minusturm) die lange Diagonale mit seinem Läufer und der schwarze König stand bei geöffnetem g6 latent in einem kleinen Risiko. Erst nach zwei langsamen Zügen von Schwarz konnte Andreas mit Dh6 und folgendem Th1 die Stellung öffnen, den gegnerischen König bis nach b5 drängen und nach einem drohenden zweizügigen Matt gab Schwarz auf. 2,5:4,5

Die längste Partie des Tages - und auch seiner noch jungen Schachkarriere - spielte Johannes. Der Gegner versuchte früh auf Angriff zu spielen, überzog diesen und Johannes konnte in diesem Getümmel zwei Figuren Vorteil erringen. Nach bedächtigem Spiel folgte später mit einer Mattdrohung der erzwungene Damentausch. So dachte man nun das Spiel geht seinem Ende entgegen, aber Johannes hatte ein Problem damit, gedeckte Felder für seine Figuren zu finden, da alle weit verteilt waren und so verblieb noch S+T gegen T bei jeweils ca. 3-4 Bauern. Da er den gegnerische König idealerweise auf der ersten Reihe eingesperrt hatte, dachte Johannes er könnte ihn dort auch mattsetzen, aber unglücklicherweise gab es von hinten ein Schach und der Turm war weg! Nach dem letzten Figurentausch wandelte Weiß seinen h-Bauern zur Dame um, fragte Johannes ob er nun aufgeben wollte und Johannes war der Überzeugung im Schachtraining gut aufgepasst zu haben und meinte sein a5-Bauer würde nun auch umwandeln und dann ist es Remis. Der Gegner sah dies als schlüssig an und willigte ins Remis ein.

Glückwunsch für den kurios zustande gekommenen halben Punkt ;-)

 

So sind wir mit 3:5 in die Saison gestartet aber hatten heute einen netten und sonnigen Schachtag! 

 

[Hans-Jörg Gies]

 

 

 

 

 

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