SKK1982 - Internetpräsenz des Schachklubs 1982 Klingenberg e.V. - Spielberichte I Archiv

Spielberichte I Archiv

 

Saison 2017/18:
 

9. Spieltag: Marktleuthen I - Klingenberg I   3 - 5

Trotz personeller Ausfälle erreichten wir in Marktleuthen einen 5-3-Mannschaftssieg und konnten unsere Meistersaison somit gelungen abschließen.

Die Gastgeber gewannen an Brett 6 kampflos. 0-1

Klaus L. wählte gegen die Moderne Verteidigung ein System mit Läufern auf e3 + d3 und Springern auf e2 + d2. Doch sein Gegner nutzte dies geschickt aus mittels temporärem Figurenopfer auf e4 gefolgt von ...d5 und gewann dank seines Te8 das Material mit Zinsen zurück. In besserer Stellung bot Schwarz dann Remis an und Klaus akzeptierte verständlicherweise. 0.5 - 1.5

Walter erreichte mit der Halbslawischen Verteidigung einen schönen Sieg. Die Einladung des Anziehenden zu einem taktischen Intermezzo im Mittelspiel ließ Walter nicht unbeantwortet und opferte eine Figur für einen hochgefährlichen Freibauern. Wenige Züge später musste sich Weiß geschlagen geben, da die Umwandlung des Bauern nicht mehr zu stoppen war. 1.5 - 1.5

Tobias erreichte mit Grünfeldindisch eine gute Mittelspielstellung und hatte tendenziell sogar die etwas höheren Spielanteile. Sein Gegner entschied sich richtigerweise für den Übergang in ein Leichtfigurenendspiel und konnte die Lage ausgleichen. 2-2

Jürgen erreichte im Mittelspiel dank seines Raumvorteils eindeutigen Vorteil, doch in der Zeitnotphase verkomplizierte sich die Lage. So konnte Jürgen zwar einen Bauern gewinnen, doch die starken schwarzen Springer kompensierten den Materialnachteil in der Folge. Deshalb bot Jürgen Remis und sein Gegner nahm an. 2.5 - 2.5

Am ersten Brett war die Lage im Mittelspiel ebenfalls unklar. Fabian besaß die bessere Bauernstruktur, doch das schwarze Läuferpaar und seine Kontrolle über die offene d-Linie waren ebenfalls bedeutsam. Doch nach dem Fehler 28...f5? bekam Fabian Oberwasser und konnte in wenigen Zügen den Sieg erringen. 3.5 - 2.5

Anton erreichte mit den schwarzen Steinen trotz seiner klaren nominellen Außenseiterrolle eine sehr schöne Eröffnungsstellung - die schwarze Struktur war durch und durch solide und seine Leichtfiguren waren aktiv. Auch den weißen Angriff am Königsflügel konnte Anton abwehren und so ein Remis erreichen. 4-3

Klaus K. erreichte gegen den Paulsen-Sizilianer im Mittelspiel positionellen Vorteil und münzte diesen später in eine sehr starke Angriffsstellung um. Bestimmt wäre ein etwas schnellerer Sieg möglich gewesen, doch Klaus ließ unter dem Strich nichts anbrennen und gewann später im Schwerfigurenendspiel. 5-3  

 

 

[Fabian Englert]

 

 

8. Spieltag: Höchstadt I - Klingenberg I   1 - 7

Im vorletzten Spieltag zeigten wir im mittelfränkischen Höchstadt eine starke Mannschaftsleistung und sind vor der letzten Runde bereits sicherer Meister in der Regionalliga Nord-West. Leider wurde unsere Anfahrt aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse stark negativ beeinträchtigt, weswegen wir erst mit einer Verspätung von etwa 25 Minuten eintrafen. Noch einmal ein Dankeschön an unsere Gastgeber, die sich äußerst fair verhielten und die Uhren noch nicht in Gang setzten.

Unser Joker Manuel erzielte bei seinem zweiten Einsatz erneut einen Sieg. Im Königsbauernspiel agierte Schwarz grob fahrlässig und Manuel konnte durch einen Zwischenzug die Dame gewinnen, ein Geschenk, das er gerne annahm. 1-0

Walter erreichte gegen die Réti-Eröffnung mit den schwarzen Steinen eine fantastische Position. Über die offene g-Linie startete er einen Angriff gegen den weißen König und konnte die Partie so schnell für sich entscheiden. 2-0

Vergleichbares spielte sich am Nebenbrett ab - Klaus K. startete im Mittelspiel eine Offensive gegen die schwarze Königsstellung. Mittels 25.Sf5! durchbrach er die schwarze Verteidigungslinie mit entscheidendem Effekt. 3-0

Am zweiten Brett wählte Tobias den Paulsen-Sizilianer. Sein junger Gegner entschied sich mit 19.0-0?! (statt 19.0-0-0!) wohl für die falsche Rochade und Tobias übernahm langsam aber sicher die Initiative. Den Versuch des Weißen, trotzdem am Königsflügel anzugreifen, konterte Tobias dann mittels eigenem Angriff geschickt aus. 4-0

Anton erreichte mit Skandinavisch zunächst eine halbwegs spielbare Eröffnungsstellung, doch nachdem Weiß später durch die Taktik 18.Lh6! eine Qualität gewann, musste Anton doch der nominellen Favoritenrolle seines Gegners Tribut zollen und sich bald geschlagen geben. 4-1

Fabians Gegner entkorkte im Mittelspiel ein interessantes Figuropfer für zwei Zentralbauern und erhielt hierfür auch gewisse Kompensation. Doch nachdem es Schwarz verpasste, die Ungenauigkeit 19.De1?! auszunutzen, neigte sich der Vorteil wieder eindeutig zu Fabians Gunsten und die schwarze Zeitnot besiegelte das Schicksal des Höchstädters dann endgültig. 5-1

Jürgen spielte eine äußerst sehenswerte Partie - zwar nicht gerade fehlerfrei, aber dafür mit hohem Unterhaltungswert. Schwarz eröffnete schon früh das Feuer gegen den weißen Königsflügel und sein Angriff schien zunächst auch durchzuschlagen. Um überhaupt im Spiel zu bleiben, musste Jürgen zwei Qualitäten opfern. Doch ungeachtet der Tatsache, dass ihm keine einzige Schwerfigur verblieb, konnte er plötzlich gefährliche Drohungen gegen den schwarzen König aufstellen und das verlorene Material mit Zinsen zurückgewinnen. So ergab sich schließlich das Endspiel 2 Springer + Läufer gegen Turm + Randbauer. Schwarz entschloss sich, den Läufer mit seinem Turm zu eliminieren, doch Jürgen konnte unter Ausnutzung des verbliebenen gegnerischen Bauerns das Mattnetz gegen den schwarzen König mit seinen zwei Springern rechtzeitig komplettieren. 6-1

Klaus Link spielte im Nimzo-(bzw. Bogo-)Inder mit Schwarz eine recht technische Partie. Im Mittelspiel besaß er aufgrund seines Raumvorteils leichten Vorteil, aber Weiß spielte solide und konnte ausgleichen. Durch den puren Willen, diese Partie noch zu gewinnen, erreichte Klaus das nahezu Unmögliche und provozierte nach langem Lavieren in scheinbar "totremiser" Stellung doch noch gegnerische Fehler. So konnte Klaus schließlich mit seinem König entscheidend in die weiße Stellung eindringen und nach 95 Zügen ebenfalls einen Sieg erringen. 7-1

 

 

[Fabian Englert]

 

 

7. Spieltag: Klingenberg I - Kronach I   6.5 - 1.5

Gegen die Kronacher Schachfreunde erzielten wir einen deutlichen, wenn auch etwas schmeichelhaften, 6.5 - 1.5 - Mannschaftssieg.

Tobias gewann kampflos, was uns eine frühe Führung bescherte. 1-0

Nach etwa 90 Minuten fiel die nächste Entscheidung. Fabian hatte mit seiner modernen Verteidigung eine spielbare Stellung erreicht, doch die symmetrische Struktur bot Schwarz nur reduziertes Potential für ein Spiel auf Sieg. Somit bot Fabian Remis an, das sein Gegner akzeptierte. 1.5 - 0.5

Am fünften Brett spielte Jürgen eine komplizierte Partie gegen die Englische Eröffnung. Das Mittelspiel sah phasenweise vielversprechend aus für Weiß, doch dann beging der Anziehende einen groben taktischen Fehler und verlor entscheidendes Material aufgrund der Überlastung seiner Figuren. 2.5 - 0.5

Walter hatte mit den weißen Steinen einen Offenen Sizilianer auf dem Brett. Wie vielfach in der Taimanov-Variante gesehen ließ Schwarz seinen König im Zentrum und marschierte mit seinem h-Bauern los. Im Mittelspiel einigten sich die Kontrahenten in unklarer Lage dann auf ein Unentschieden. 3-1

An Brett 3 spielte Klaus K. gegen die Katalanische Eröffnung. Er erlaubte Weiß den Vorstoß e4-e5 und konterte diesen später mittels ...c6-c5. Nachdem sich die Zentrallinien geöffnet hatten, bot Klaus Remis und Weiß akzeptierte das Angebot trotz seines leichten Stellungsvorteils. 3.5 - 1.5

Klaus L. spielte wieder einmal eine sehr aggressive Partie und opferte im Mittelspiel einen Bauern. Als sein Gegner es verpasste, die Stellung geschlossen zu halten, geriet die weiße Initiative außer Kontrolle. Die weißen Figuren, unterstützt durch einen starken e-Freibauern, drangen ins schwarze Lager ein und fanden im exponierten schwarzen König eine leichte Beute. 4.5 - 1.5

Simon zeigte an Brett 8 eine etwas fragwürdige Eröffnungsstrategie, als er in französischem Stellungstyp mit Weiß trotz Entwicklungsnachteils seine Zentralstellung überstrapazierte. Sein junger Gegner konterte dies trotz seiner klaren nominellen Außenseiterrolle zunächst auch ziemlich gut und besaß klaren Vorteil. Mit 23...Lc6?? beginn Schwarz jedoch einen katastrophalen Fehler und Simon konnte wenige Züge später den Sieg erringen. 5.5 - 1.5

Am Nebenbrett hatte Mirco über weite Strecken ebenfalls einen schweren Stand. Nach langer Rochade geriet sein König unter massiven Beschuss und Weiß konnte zwischen verschiedenen Versionen des Materialgewinns wählen. Er entschied sich für ein Endspiel mit Figur gegen Bauern, das auch noch klar vorteilhaft war. Doch nach und nach schlichen sich Ungenauigkeiten im weißen Spiel ein und letzten Endes waren Mircos Bauern dann zu stark. 6.5 - 1.5

 

 

[Fabian Englert]

 

 

6. Spieltag: Hof I - Klingenberg I   2 - 6

Zu Gast im oberfränkischen Hof erreichten wir trotz personeller Ausfälle einen 6-2-Mannschaftssieg.

Am achten Brett erhielt Anton mit den schwarzen Steinen eine gute Mittelspielstellung. Seine aktiven Leichtfiguren und bessere Bauernstruktur kompensierten das weiße Läuferpaar vollends. Nach circa zwei Stunden einigten sich die Kontrahenten auf Remis. 0.5 - 0.5

Jürgen konnte gegen die Stonewall-Verteidigung seines Gegners die c-Bauern tauschen und dann mittels Sb5 Druck auf die schwarze Stellung ausüben. Obwohl Jürgen später unter massiven Zeitdruck geriet, war es Schwarz, der im Doppelturm-/Springerendspiel den entscheidenden Fehler beging und einen wichtigen Bauern einbüßte. Daraufhin ließ sich Jürgen den Partiesieg nicht mehr nehmen. 1.5 - 0.5

Walter spielte an Brett 4 gegen das Morra-Gambit. Im Mittelspiel übernahm er klar die Initiative, konnte er doch die weiße Bauernstruktur am Königsflügel zerstören. Mit dem sichereren König und den deutlich aktiveren Figuren sah es äußerst vielsprechend für Walter aus, doch Walter spielte leider etwas ungenau und ließ Weiß mit einem Remis entkommen. 2-1

Klaus L. spielte über weite Strecken eine sizilianische Musterpartie, nach dem Damentausch dominierte Schwarz das ganze Brett. Es ergab sich später ein Springerendspiel mit entscheidendem positionellen Vorteil für Schwarz. Doch unglücklicherweise übersah Klaus in einem Moment der Unachtsamkeit die Transformation in ein Bauernendspiel, in dem Weiß trotz Minusbauern aufgrund eines latent drohenden Bauerndurchbruchs ausgleichen konnte. 2.5 - 1.5

Manuel erzählte uns auf der Hinfahrt, dass er in der Nacht auf Sonntag von seinem Spiel geträumt hatte - aus unerfindlichen Gründen musste er mit 5 Minuten gegen die 2 Stunden seines Gegners antreten. Erfreulicherweise sollte es nicht so schlimm kommen. In einer für Königsbauernspiele typischen Mittelsspielstruktur meisterte Manuel die taktischen Komplikationen besser als sein Gegenüber und erreichte ein klar gewonnenes Turmendspiel. 3.5 - 1.5

An Brett 3 erreichte Klaus K. eine vielversprechende Druckstellung gegen die Königsindische Verteidigung. Durch seine Damenflügelinitiative konnte Klaus einen gedeckten d-Freibauern generieren und die Linien gegen den schwarzen König öffnen. Allerdings schaffte es sein junger Gegner, ebenfalls Drohungen gegen den weißen König aufzustellen, so dass sich Klaus letztlich mit einem Remis durch Dauerschach begnügen musste. 4-2   

Fabian akzeptierte ein frühes Bauernopfer, für das Schwarz lediglich teilweise Kompensation erhielt. Die schwarzen Ambitionen am Königsflügel konnte Fabian neutralisieren und nach dem Damentausch mit solider Technik sein Mehrmaterial verwerten. 5-2

Tobias erreichte zunächst eine exzellente Eröffnungsstellung, verlor dann aber den Faden und geriet völlig in die Defensive. In buchstäblich letzter Sekunde erreichte er die Zeitkontrolle, doch bei 2-3 Minusbauern und exponiertem König schien der weiße Sieg nur eine Frage der Zeit. Doch es sollte wieder einmal ein besonders tiefer Griff in die Kuhn'sche Trickkiste folgen - mithilfe seines letzten starken Bauerns konnte Tobias derart viel Spiel generieren, dass der Anziehende nicht nur den Sieg verpasste, sondern sich am Ende sogar geschlagen geben musste. 6-2  

 

 

[Fabian Englert]

 

 

5. Spieltag: Klingenberg I - Rottendorf I   4 - 4

Im Rennen um die Meisterschaft trennten wir uns gegen Verfolger Rottendorf wie im Vorjahr mit 4-4 und ließen erneut die ein oder andere Möglichkeit aus.

Am siebten Brett erreichte Topscorer Klaus L. mit Schwarz anfangs eine sehr gute Eröffnungsstellung (9...d4!), agierte danach aber ungenau. Nach 10...Lg4? hatte Weiß bereits die Möglichkeit dank des taktischen Tricks 11.Sxd4! einen Bauern zu gewinnen. Diese Option ließ der Anziehende zwar aus, doch auch in der Folge übernahm Weiß eindeutig die Initiative und besaß nach 18.f4 Vorteil. Da dieser Zug mit einem Remisangebot einherging, akzeptierte Klaus dies richtigerweise. 0.5 - 0.5

Bernd erwischte leider gar keinen guten Tag. Im Londoner System erlaubte er Schwarz, den zentralen Hebel ...e6-e5 unter günstigen Umständen durchzusetzen. Danach lenkte dieser seine Kräfte gegen den weißen Königsflügel und konnte einen schnellen Sieg erringen. 0.5 - 1.5

An Brett 2 bestrafte Tobias die Eröffnungsstrategie seines Gegners. Letzterer wählte in einer modernen Verteidigung einen äußerst fragwürdigen Aufbau mit ...b5 und ...Sa6. Mit kompromisslosem Spiel konnte Tobias daraufhin seinen Entwicklungsvorspung in eine starke Angriffsstellung und diese in den vollen Punkt verwandeln. 1.5 - 1.5

Im Duell der Titelträger sah es im Mittelspiel gut aus für Fabian. Das schwarze Läuferpaar war eine wahre Macht, das die leicht geschwächte Bauernstruktur mehr als kompensierte. Nach 23...Ld4 schien die weiße Stellung zusammenzubrechen, doch IM Dr. Ostermeyer traf mit dem positionellen Qualitätsopfer 24.Sc2! eine richtige und wichtige Entscheidung. Obwohl Weiß nicht einmal einen Bauern für die Minusqualität vorweisen konnte, stellte sich die schwarze Vorteilsverwertung mangels Bauernhebel und offener Linien für die Türme als schwierig bis unmöglich heraus. Fabian transformierte die Stellung deswegen später in ein Turm + ungleichfarbiges Läuferendspiel mit einem Mehrbauern, konnte aufgrund des latent drohenden Turmtauschs aber auch hier keinerlei Fortschritte mehr erzielen und musste sich mit einem Remis begnügen. 2-2

Robert führte eine scharfe Partie gegen die Königsindische bzw. Moderne Verteidigung. Ungeachtet der Tatsache, dass Schwarz im Mittelspiel einen Bauern gewann, war Roberts Stellung dank der eklatanten weißfeldrigen Schwächen im schwarzen Lager objektiv vorzuziehen. Auch auf der Uhr sah es gut für uns aus, da Robert vor der Zeitkontrolle die deutlich besseren Zeitreserven angespart hatte. Nichtsdestotrotz verlor er in den taktischen Phase den Faden und geriet in die Defensive. Den letzten verzweifelten Versuch, mittels Figurenopfer im Trüben zu fischen, widerlegte der Rottendorfer dann problemlos. 2-3

Walter erreichte gegen den beschleunigten Drachensizilianer einen schönen Eröffnungsvorteil. Der Versuch des Nachziehenden, sich mittels ...d5 aus der Umklammerung zu befreien, ermöglichte Walter den Gewinn eines wichtigen Bauern. Als Walter auch die schwarzen Ambitionen am Königsflügel neutralisieren konnte und einen zweiten Bauern gewann, gab sich sein Gegner bald geschlagen. 3-3

Jürgen erreichte gegen den geschlossenen Sizilianer zunächst eine exzellente Eröffnungsstellung, im Mittelspiel kippte die Stellungsbewertung dann aber mehrfach. Nach dem Damentausch ergab sich ein aufgrund langer verzahnter Bauernketten sehr kompliziertes Leichtfigurenendspiel. Unter Zeitdruck fand Jürgen nicht die optimale Verteidigungsstrategie und Weiß konnte die Partie schließlich für sich entscheiden. 3-4

Am dritten Brett kam Klaus K. gut aus der Eröffnung, opferte im Mittelspiel aber dann in spekulativer Manier seinen b7-Bauern. Da sich Weiß in der Folge mit seinem auf b7 gestrandetem Turm zu einem Qualitätsopfer genötigt sah, erzielte das Opfer definitiv seine beabsichtigten Effekt. In der sich anschließenden Phase der Vorteilsverwertung machte sich Klaus das Leben unnötig schwer. Doch da er Weiß aber nie vollends zurück ins Spiel kommen ließ, änderte dies nichts am Endergebnis. 4-4

Ideal war dieses 4-4 Unentschieden nicht, doch genügt es, um unsere Tabellenführung zu konsolidieren. Nun gilt es, in den verbliebenen 4 Mannschaftskämpfen konzentrierte Leistungen abzuliefern und der Meisterschaft sollte nichts im Weg stehen.

 

 

[Fabian Englert]

 

 

4. Spieltag: Stetten I - Klingenberg I   3 - 5

Am verschneiten vierten Spieltag erreichten wir in Stetten einen wichtigen 5-3-Mannschaftssieg.

An Brett 8 spielte Mirco gegen die Colle-Eröffnung, Weiß öffnete die Stellung mit dem thematischen Hebel e3-e4. Im Mittelspiel einigte man sich in scheinbar ausgeglichener Lage auf Remis. Zu unserem Glück fand der Anziehende nicht die versteckte taktische Ressource in der Stellung, die ihm Vorteil gesichert hätte (18.Lh6 Sf4 19.Dg3 Sxg2 20.Dxc7 Lxd7 21.Le4!!). 0.5 - 0.5

Bernd wählte heute die 3...dxe4-Variante in der Französischen Verteidigung. Die schwarze Stellung war recht solide, doch Weiß besaß dennoch Vorteil. Dem gegnerischen Raumvorteil und aktiven Figurenspiel musste sich Bernd schließlich geschlagen geben. 0.5 - 1.5

Jürgen spielte eine äußerst komplexe Partie in einer Benonistruktur (mit vertauschten Farben). Schwarz besaß Raumvorteil im Zentrum, doch stellte sich Jürgens Druckspiel am Königsflügel als der relevantere Faktor heraus, der ihm später einen spielentscheidenden Materialgewinn einbrachte. 1.5 - 1.5

Tobias sah sich dem Angriffsspiel des amtierenden Meisters von Unterfranken Florian Amtmann ausgesetzt. Weiß besaß einen signifikanten Entwicklungsvorsprung, doch Tobias hatte indes zwei Bauern geraubt. Durch gutes Defensivspiel gelang es Tobias schließlich, die weiße Initiative vollständig zu neutralisieren. 2.5 - 1.5

Ein ähnliches Bild, wenn auch mit umgekehrtem Ausgang, ergab sich auch an Brett 1. Mit dem kritischen 11...Dxb2 entschied sich die Deutsche Meisterin für die Annahme eines Bauernopfers, doch wie sich herausstellte, sicherte Fabians Entwicklungsvorsprung gute Kompensation. So musste der schwarze König später auf Wanderschaft gehen und geriet ungeachtet des vorhergehenden Damentauschs ins Kreuzfeuer der weißen Figuren. Daraufhin ließ der entscheidende Materialgewinn für Fabian nicht lange auf sich warten. 3.5 - 1.5

Geburtstagskind Klaus K. spielte eine sehr komplizierte Partie gegen die Königsindische Verteidigung. Wie für diese Variante typisch ergab sich der typische Konflikt der weißen Damenflügelinitiative gegen das schwarze Spiel am Königsflügel. Klaus konnte einige Linien am Damenflügel zu öffnen - bekannterweise ein gutes Zeichen für Weiß - doch Alexander Wurm schaffte es dennoch, die Lage zu verkomplizieren. Nach gut dreieinhalb Stunden Spielzeit einigten sich die Kontrahenten auf Remis. 4-2

Unser "Mr. 100%" Klaus L. führte seine Partie erneut zum Sieg. Mit der Englischen Eröffnung gewann er im Mittelspiel die Qualität, aber Schwarz besaß dank des Läuferpaars gewisse praktische Gegenchancen. Doch nach und nach konnte Klaus seinen Vorteil ausbauen und die Partie schließlich sogar durch Matt entscheiden. 5-2

Walter bekam in der Eröffnungsphase Probleme, von denen er sich nie ganz erholte. In sizilianischer Struktur startete Weiß starkes Druckspiel am Damenflügel und konnte dank seiner deutlich aktiveren Figuren schließlich entscheidendes Material gewinnen. 5-3

 

 

[Fabian Englert]

 

 

3. Spieltag: Klingenberg I - Bad Neustadt I   7.5 - 0.5

Gegen Bad Neustadt erzielten wir einen Kantersieg und haben uns nunmehr an der Tabellenspitze der Regionalliga Nordwest festgesetzt.

Fabian hatte die einfachste Aufgabe des Tages, da sein Gegner es offensichtlich vorzog, zu Hause in Ungarn zu bleiben... 1-0

Nach gut zwei Stunden endete Jürgens Partie. Gegen das Londoner System seines Gegners konnte Jürgen ausgleichen. Dank des zentralen Bauerndurchbruches ...e6-e5 erhielt er eine schöne Mittelspielstellung, entschied sich aber aus mannschaftstaktischen Gründen für ein Remis. 1.5 - 0.5

Walter erreichte gegen den Sweschnikow-Sizilianer eine fantastische Position. Die schwarzen Aggressionen am Königsflügel verstand er zu neutralisieren und erhielt dank Mehrbauer und d5-Krakenspringer bald eine strategische Gewinnstellung. Nach dem Damentausch konnte Walter gemütlich mit seinem König gen Damenflügel marschieren, da Schwarz über keinerlei aktiven Optionen verfügte. Nach einem verzweifelten Figurenopfer des Nachziehenden landete dessen König prompt im Mattnetz. 2.5 - 0.5

Am dritten Brett behandelte Klaus K. die Eröffnung extrem aggressiv, vernachlässigte dabei aber seine Entwicklung. Weiß nutzte diesen Umstand zunächst gut aus, übernahm im Zentrum die Initiative und erlangte signifikanten Vorteil. Doch nach dem fehlerhaften 22.f3? ließ der Anziehende Klaus zurück ins Spiel kommen. Nun demonstrierte Klaus exzellente Defensivfähigkeiten (26...Kf6!! / 28...Sf5!) und setzte sich trotz eigener Zeitnot gegen das weiße Angriffsfeuerwerk durch. 3.5 - 0.5

Tobias wurde die moderne Verteidigung vorgesetzt und er wählte 4.Le3. Der Nachziehende erreichte zunächst eine spielbare Stellung, beging mit 17...gxh5? aber einen folgenschweren Fehler. Dank der nun geöffneten g-Linie wurde Tobias' Königsangriff extrem gefährlich und er konnte die Partie in der Folge durch ein hübsches Mattfinale beenden. 4.5 - 0.5

An Brett 8 startete Simon in einer sizilianischen Mittelspielstellung ebenfalls einen starken Angriff gegen den schwarzen König. Sein Gegner konnte die Attacke zwar abwehren, doch büßte er hierdurch entscheidendes Material ein und Simon verwertete seinen Vorteil souverän. 5.5 - 0.5

Robert war heute der einzige erfolgreiche Vertreter der "sizilianischen Fraktion". Mit der Najdorf-Variante erlangte er eine attraktive Position, insbesondere als Weiß mit dem fragwürdigen Vorstoß g2-g4 seine eigene Königsstellung öffnete. Wie sich herausstellte, konnte Robert diesen Umstand selbst nach dem Damentausch noch ausnutzen. So nistete er seinen Läufer auf f3 ein und komplettierte das Mattnetz gegen den weißen König. 6.5 - 0.5

Klaus L. erreichte im Königbauernspiel nach taktischem Intermezzo in der Eröffnungsphase bald eine vorteilhafte Endspielstellung. Aufgrund des exponierten schwarzen Königs gewann Klaus zwei Bauern, zeigte dann aber Schwächen in der Vorteilsverwertung. Trotz des großen weißen Materialvorteils im Turmendspiel war die Stellung zwischenzeitlich wieder objektiv Remis. Schwarz hätte sogar auf dreifache Stellungswiederholung reklamieren (68/70/73...Tg1+) oder auch mit 74...Kxf4 ein direktes Remis forcieren können, doch der Kampf ging weiter und der Nachziehende erlaubte Klaus schließlich dessen Königsaktivierung und somit den Partiegewinn. 7.5 - 0.5

 

 

[Fabian Englert]

 

 

2. Spieltag: Kitzingen I - Klingenberg I   3 - 5

Gegen Landesliga-Absteiger und Hauptkonkurrent Kitzingen zeigten wir heute eine souveräne Leistung und siegten verdient mit 5-3.

Tobias, der an Brett 2 die schwarzen Steine führte, bot frühzeitig Remis an. Das aus einer Englischen Eröffnung entstandene Mittelspiel war dynamisch ausgeglichen und Tobias' Gegner nahm das Remisangebot an. 0.5 - 0.5

Eine weitere Stunde später konnte Walter ebenfalls einen halben Zähler beisteuern. Gegen das Londoner System seines spielstarken Gegners erreichte er eine schöne Eröffnungsstellung. Im Mittelspiel hatten beide Seiten ihre Trümpfe, doch Weiß sah keinen Grund Walters Friedensangebot abzulehnen. 1-1

Klaus L. überspielte seinen Gegner mit dem Alapin-Sizilianer. Schwarz konnte die Entwicklung seines Lc8 nicht bewerkstelligen und verlor entscheidendes Material. Bei der Vorteilsverwertung seiner Mehrqualität zeigte Klaus keinerlei Schwächen. 2-1

Auch Klaus K. konnte das Maximum aus seinem Anzugsvorteil herausholen und erreichte gegen den Sizilianischen Igel seines Gegners bald eine dominante Angriffsstellung. Als er später zwei Leichtfiguren gegen einen Turm gewann, musste Schwarz seinen Widerstand bald einstellen. 3-1

Am achten Brett zeigte Robert eine gute Leistung und hatte ungeachtet seiner nominellen Außenseiterrolle das Mittelspiel dank seines Läuferpaars fest im Griff. Im Endspiel konnte Robert ein Remis forcieren und einen weiteren halben Punkt beisteuern. 3.5 - 1.5

Fabian konnte nach fragwürdiger Eröffnungsbehandlung seines Gegners in ein damenloses Mittelspiel abwickeln, in dem ihm sein Entwicklungsvorsprung großen Vorteil sicherte. Leider übersah er in der taktischen Phase aber ein entscheidendes Detail (die Defensivressource 21...Le6!), wonach Schwarz zurück ins Spiel kam. Daraufhin entschied sich Fabian, mit 25.Sxd5 (anstatt dem objektiv stärkeren 25.Sxe6) direkt ins Remis abzuwickeln und somit den Mannschaftssieg endgültig zu besiegeln (da Bernd mindestens ein Remis in seinem Damenendspiel hatte). 4-2

Nun sah auch Jürgens Gegner keinen Grund mehr, seine Bemühungen fortzuführen und willigte in die Punkteteilung ein. In dieser Partie hatte Jürgen gegen die Königsindische Verteidigung eine vielversprechende Stellung aus der Eröffnung erhalten. So besaß Weiß im Mittelspiel Raumvorteil und Angriffschancen am Königsflügel, doch Schwarz hatte zumindest die Kontrolle über das Schlüsselfeld e5. Später wurde die Lage unübersichtlich und die Stellungsbewertung kippte mehrfach. 4.5 - 2.5

Bernd wurde von dem thematischen Bauernopfer d4-d5 gegen seine Damenindische Verteidigung überrascht, wonach er zunächst viel Bedenkzeit verbauchte, um seine Defensivstrategie zu formulieren. Der Anziehende erreichte eine starke Druckstellung, doch nach dem groben taktischen Fehler 19.Se7+?? kam Weiß in Nachteil und geriet auch auf der Uhr bald ins Hintertreffen. In der Folge transformierte Bernd seinen Materialvorteil mehrfach und landete schließlich in einem Damenendspiel mit 2 Mehrbauern. Ein Sieg war möglich (47...h1D+! nebst ...De5-h5-g6+), doch Bernd agierte am Ende etwas unkonzentriert und musste sich schließlich mit Remis begnügen. 5-3

Dieser wichtige Sieg sichert uns eine sehr gute Ausgangsposition im Rennen um die Meisterschaft. Wenn wir unsere heutige Leistung auch in den kommenden Begegnungen abrufen können, sollten jedenfalls keine Probleme zu erwarten sein.

 

 

[Fabian Englert]

 

 

1. Spieltag: Klingenberg I - Sailauf I   4.5 - 3.5

Gegen Aufsteiger Sailauf taten wir uns heute sehr schwer, hatten aber dennoch das bessere Ende für uns.

Bernds Damenbauernspiel führte zu einer recht ausgeglichenen Stellung. Nach dem Tausch mehrerer Leichtfiguren einigten sich die Kontrahenten bald auf Unentschieden. 0.5 - 0.5

An Brett 8 akzeptierte Robert im Mittelspiel das Remisangebot seines Gegners. Da der Damenflügel vollständig geschlossen war und Schwarz mit seinen Bauern e5 + f5 die Zügel in der Hand hielt, war diese Entscheidung nachvollziehbar. 1-1

Fabian konnte mit den schwarzen Steine seine Eröffnungsprobleme nicht vollständig lösen und geriet im Mittelspiel unter Druck. Erst nach und nach gelang es ihm, sich zu befreien. Vor dem Übergang in ein für ihn nur noch leicht vorteilhaftes Endspiel bot Weiß Remis und Fabian nahm an. 1.5 - 1.5

An Brett 4 wurde die Wiener Partie diskutiert. Walter kontrollierte als Anziehender die halboffene f-Linie, wohingegen Schwarz adäquates Gegenspiel am Damenflügel bzw. im Zentrum generierte. Doch durch einen taktischen Fehler seines Gegners konnte Walter schließlich 2 Leichtfiguren für seinen Turm gewinnen und führte die Partie sicher zum Sieg. 2.5 - 1.5

Auch Klaus L. konnte heute mit einer sauberen Leistung überzeugen. Gegen die Colle-Eröffnung bekam er im Mittelspiel allmählich Oberwasser. Zunächst zerstörte er die weiße Struktur am Königsflügel und münzte diesen dynamischen Vorteil alsbald in einen materiellen um. Daraufhin ließ sich Klaus den Partiegewinn nicht mehr nehmen. 3.5 - 1.5

Klaus K. erreichte mit seinem Paulsen-Sizilianer bereits nach 10 Zügen einen objektiven Gewinnvorteil, doch sein junger Gegner konnte ihn durch taktisches Angriffsspiel erfolgreich aus der Fassung bringen. Somit ergab sich statt eines schnellen Schwarzsiegs ein sehr zweischneidiges Mittelspiel, in dem die Stellungsbewertung mehrfach kippte, bis sie sich kurz vor Erreichen der Zeitkontrolle schließlich auf "0.00" einpendelte und man sich dementsprechend auf Remis einigte. 4-2

In Jürgens Partie wurde die Benoni-Verteidigung mit vertauschten Farben debattiert. Jürgen entschied sich dafür, Feuer mit Feuer zu bekämpfen und konterte das weiße Druckspiel am Damenflügel mit eigenem ...b5 anstatt dieses mit ...a7-a5 einzuschränken. Ebenfalls mutig, aber nicht unbedingt schlecht, war die Entscheidung 20...La3 nebst 21...b4!? - hier hätte das weniger unternehmungslustige 20...bxc4 mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Remis geführt. Leider sollte Jürgens Kampfgeist nicht belohnt werden, nach dem schwächenden 23...g5? geriet er in eine ungünstige Lage und gegen den starken weißen Hebelzug 29.e3!! kombiniert mit eigener Zeitnot folgte dann der positionelle Kollaps. 4-3

Tobias erlangte mit 3.Lb5+ gegen Sizilianisch keinen Eröffnungsvorteil und es ergab sich ein schwerblütiger Positionskampf. Richtig spannend wurde es kurz vor der Zeitkontrolle als Schwarz Tobias' Bluff 30.h4?! mit 30...Lxh4! erfolgreich callte, da der Läuferfang 31.g3 mittels 31...fxe5!-/+ gekontert würde. Somit hatte Tobias die äußerst undankbare Aufgabe eine schlechte Stellung mit Minusbauer und knapper Zeit zu verteidigen, um uns den Mannschaftssieg zu sichern. Dank seiner Zähigkeit (und dem nötigen Quäntchen gegnerischer Hilfe) gelang ihm das aber - nach 45...Ld3? 46.Lxh5! gewann Tobias den Bauern zurück und konnte die Lage vollends ausgleichen, wonach der sofortige Remisschluss folgte. 4.5 - 3.5

 

 

[Fabian Englert]

 

 

 

 

Saison 2016/17:

9. Spieltag: Klingenberg I - Mömbris I   4-4

Am letzten Spieltag trafen wir auf die in den Abstiegskampf verwickelten Mömbriser Schachfreunde. Um unserer zweiten Mannschaft optimale Chancen in ihrem Schicksalsspiel zu ermöglichen, gaben wir Brett 8 kampflos ab. 0-1

Bernd und sein Gegner waren sich schnell einig, nach wenigen Minuten endete die Partie im Remisschluss. 0.5 - 1.5

Am vierten Brett erreichte Walter mit 9.0-0-0 d5 10.Kb1 gegen den Sizilianischen Drachen bald eine überragende Stellung. Als der Nachziehende entscheidendes Material einbüßte, gab er sich geschlagen. 1.5 - 1.5

Tobias packte heute einmal wieder das Mittelgambit mit 3.Dxd4 aus und es ergab sich ein scharfes Spiel mit heterogener Rochadestellung. In den taktischen Komplikationen bewahrte Tobias den besseren Überblick und steuerte durch eine hübsche Mattkombination einen weiteren Sieg bei. 2.5 - 1.5

In Klaus L.s Partie wurde die Rossolimo-Variante diskutiert. Klaus erreichte mit den schwarzen Steinen sehr gutes Spiel und konnte im Mittelspiel die gegnerische Dame fangen. 3.5 - 1.5

An Brett 5 wurde Robert im Sizilianischen Vierspringerspiel mit dem seltenen, aber giftigen 6.g3 konfrontiert. Während er zunächst akzeptables Gegenspiel erreichte, neigte sich später die Waage zugunsten von Weiß. Mit 2 Türmen und gefährlichem a-Freibauer gegen die schwarze Dame hatte der Anziehende alle Trümpfe in der Hand. 3.5 - 2.5

Klaus K. erreichte mit dem Angenommenen Damengambit vollen Ausgleich, überspannte den Bogen dann allerdings und büßte im Endspiel einen Bauern ein. Doch der Anziehende revanchierte sich und verlor sein Mehrmaterial wieder. Am Ende besaß sogar Klaus im Turmendspiel einen Mehrbauern, doch war die Stellung bereits zu vereinfacht, um hieraus noch einen Nutzen zu ziehen. 4-3

An Brett 1 gewann Fabian durch einen taktischen Trick in der Eröffnung einen klaren Bauern, verlor im Mittelspiel dann aber den Faden und ließ den weißen Königsangriff außer Kontrolle geraten. Dank hochgradiger Zeitnot des Anziehenden konnte Fabian zumindest die direkte Niederlage abwenden, doch auch in dem resultierten komplexen Endspiel besaß Weiß noch Vorteil. Obwohl er unter chronischem Zeitdruck spielte, traf der Mömbriser in den entscheidenden Situationen immer die richtigen Entscheidungen (47.Lxh3!! / 63.c6!). Im theoretischen Endspiel Dame gegen Turm konnte Weiß nach 95 gespielten Zügen schließlich den Sieg erringen und seinem Team einen Mannschaftspunkt sichern. 4-4

Wir beenden die Saison mit 13-5 Mannschaftspunkten auf dem zweiten Platz - Glückwunsch an Würzburg I zum Meistertitel!

 

 

[Fabian Englert]

 

 

 

8. Spieltag: Stetten I - Klingenberg I   3-5

Heute waren wir zu Gast bei den Stettener Schachfreunden, die trotz des Ausfalls ihrer Spitzenspielerin Jana Schneider mit einer insgesamt sehr starken Aufstellung antraten.

Am siebten Brett führte Bernd die weißen Steine in einem Damenbauernspiel. Im Mittelspiel verlor er einen Bauern, besaß aufgrund seiner aktiven Figuren aber adäquate Kompensation und bot Remis an, das Schwarz akzeptierte. 0.5 - 0.5

Walter wählte das Dreibauernsystem gegen die Pirc-/Moderne Verteidigung seines Gegners. Dem Nachziehenden gelang es - ganz im Sinne dieses Eröffnungssystems - das weiße Bauernzentrum von der Seite anzugreifen und zu dezimieren. In unklarer Lage unterbreitete Schwarz ein Friedensangebot, das Walter annahm. 1-1

Klaus K. wurde durch die seltene Variante 3...a6!? im Abgelehnten Damengambit überrascht und wählte das ambitionierte 4.e4. Später zerstörte Schwarz die weiße Bauernstruktur am Damenflügel mit ...Lxc3, doch das mächtige weiße Läuferpaar erwies sich als der wichtigere Faktor und Klaus konnte den Kampf für sich entscheiden. 2-1

An Brett 6 wählte Weiß eine Abart des Flügelgambits gegen Roberts Sizilianer. Die riskante weiße Eröffnung wurde belohnt, als Robert im Mittelspiel unter Zeitdruck gegen den hochgefährlichen Angriffshebel f4-f5 kein ausreichendes Verteidigungskonzept fand. 2-2

Fabian erreichte in seiner Partie dank seiner Zentrumsmajorität leichten Vorteil. Als er seine Bauernstruktur nach der Sequenz 14...Sxc4 15.bxc4 weiter verbessern konnte, wurde der schwarze b-Bauer zur Zielscheibe und Fabian verwertete seinen Vorteil. 3-2

Am zweiten Brett spielte Tobias mit Schwarz eine komplizierte Partie gegen die Englische Eröffnung seines Gegners. Tobias öffnete im Mittelspiel richtigerweise die c-Linie und tauschte die Damen. In der Zeitnotphase geriet der Anziehende dann unter Druck, Tobias' Turm infiltrierte über c2 die weiße Stellung und wenig später ergab sich der entscheidende taktische Schlag gegen e2. 4-2

Simon spielte eine interessante Partie auf der schwarzen Seite des Sizilianischen Vierspringerspiels. Zunächst hatte es den Anschein, dass Schwarz aufgrund des "luftigen" weißen Königs all seine Eröffnungsprobleme gelöst hatte, doch Weiß konnte die Königsstellung konsolidieren, wonach die schwarzen Bauernschwächen in den Fokus gerieten. Nach 28.Kg1?? hätte 28...Tc1! statt dem Partiezug 28...De2?? das Blatt wieder zugunsten von Schwarz gewendet, z.B.: 28...Tc1! 29.Dd2 (29.Dd7 De3+ 30.Kf1 Dxf4+ oder 30.Kh1 De1+) Txd1+ 30.Dxd1 De3+ 31.Kh1 Tc8! 32.Tg3 Tc1! und Schwarz gewinnt. So aber hatte Simon Materialverlust zu verzeichnen und musste im Schwerfigurenendspiel später die Segel streichen. 4-3

Klaus L. traf auf Jugendspieler Jakob Roth, den Topscorer der Liga, der bisher aber nie an Brett 8 zum Einsatz kam. Gegen 4.e3 im Nimzoinder erreichte Klaus gutes Gegenspiel. Der exponierte weiße König war stets ein wichtiger Faktor in dieser überaus taktischen Partie. Zwar verteidigte sich Weiß über weite Strecken einfallsreich, doch nach der Zeitkontrolle konnte sich Klaus schließlich doch durchsetzen. 5-3

 

 

[Fabian Englert]

 

 

 

7. Spieltag: Klingenberg I - Würzburg I   3-5

Am Sonntag kam es zu dem lang erwarteten Schlagabtausch mit Tabellenführer Würzburg. Da der Ausgang des Mannschaftskampfes aller Wahrscheinlichkeit nach über die Meisterschaft entscheiden würde, traten beide Teams in starker Aufstellung an.

In Klaus K.s Partie erreichte man durch eine ungewöhnliche Zugfolge die Abtauschvariante des Angenommenen Damengambits, wobei der Anziehende seinen a-Bauern bis nach a5 spielte. Da aber nicht klar, ob dies den schwarzen Damenflügel lähmte oder ob a5 eher zu einer langfristigen Schwäche werden würde, bot Weiß Remis an, was Klaus akzeptierte. 0.5 - 0.5

Am Brett 2 einigte man sich ebenfalls friedlich. Tobias führte die weißen Steine in der Tarrasch-Variante gegen Französisch, sein Gegner wählte das moderne 3...c5 / 4...Dxd5. Offensichtlich sah Tobias im Mittelspiel keine Möglichkeit, Schwarz vor nennenswerte Probleme zu stellen und unterbreitete ein Remisangebot, welches FM Rupp auch akzeptierte. 1-1

Jürgens Partie am achten Brett endete ebenfalls unentschieden, doch war hier deutlich mehr Aufregung geboten. In einer anfangs optisch für Weiß günstigen Struktur geriet er gegen Can Ersoez' dynamisches Angriffsspiel allmählich unter Druck. Dieser opferte zunächst einen Bauern und entkorkte wenig später ein sehr vielversprechendes Qualitätsopfer. Zu unserem Glück spielte der Nachziehende gegen Partieende aber nicht mit voller Präzision, vergab einen Teil seines Vorteils und nahm daraufhin Remis an. 1.5 - 1.5

An Brett 5 zeigte Walter eine gute und solide Leistung. In einem Halbslawen konnte er mit Schwarz alle Leichtfiguren bis auf seinen "guten" d6-Läufer tauschen und somit alle Eröffnungsprobleme lösen. In der Folge versuchte Walter sogar, mit einem Turmschwenk nach h6 den weißen König unter Beschuss zu nehmen, doch aufgrund der bereits vereinfachten Stellung konnte Weiß den Angriff erfolgreich abwehren und nahezu das Gleichgewicht aufrechterhalten. 2-2

Am ersten Brett wurde Fabian mit dem seltenen, aber gefährlichen Gambitzug 5.b3!? gegen die von ihm gewählte Variante im Angenommen Damengambit konfrontiert. Im Mittelspiel erhielt IM Vavra gute positionelle Kompensation mit seinem Druckspiel am Damenflügel, doch tat er sich mit 17.e4?! keinen Gefallen. Nach 19...c5! hatte Schwarz bereits sämtliche Probleme gelöst und nach der weiteren Sequenz 20.Tc1 Sd3 21.Tc3? Sf4! hingen die weißen Figuren plötzlich alle in der Luft. So konnte Fabian entscheidendes Material gewinnen und ließ dank seines komfortablen Bedenkzeitpolsters keine weißen Schwindelchancen mehr zu. 3-2

Die zweifelsohne schärfste Partie des Tages spielte Klaus L. an Brett 7. Gegen Norbert Kuhns Flügelgambit packte Klaus den Stier bei den Hörnern und verteidigte die beiden gewonnenen Bauern mit Leib und Leben. Dies hatte zur Folge, dass der schwarze König einen Ausflug nach f6 machen musste. Trotz des exponierten schwarzen Königs geriet der weiße Angriff scheinbar ins Stocken, doch dann entkorkte Norbert das spektakuläre 16.0-0-0!? und leitete die Trendwende in dieser Partie ein (der Computer sieht 16.Tc1! als noch stärker an). Als Klaus kurz darauf einen Springer verlor, war der weiße Sieg nur eine Frage der Zeit. 3-3

Am Nebenbrett bei Robert wurde eine der Hauptstellungen der Tarrasch-Variante gegen Französisch diskutiert. Lange Zeit war unklar, welche Seite mehr Spielanteile besaß, doch kurz vor der Zeitkontrolle setzte sich der nominelle Favorit Klaus Gehlert dank eines taktischen Schlags durch. 3-4

Somit musste Simon seine Position gewinnen, um zumindest ein Unentschieden zu retten. Sein Gegner Johannes Helgert hatte ein der Eröffnungstheorie bestens bekanntes Qualitätsopfer gewählt, doch Simon konnte den schwarzen Druck nach und nach neutralisieren. Leider konnte der Nachziehende selbst nach dem Damentausch eine Festung errichten und jegliche weiße Fortschritte unterbinden. Daraufhin übertrieb es Simon mit seinem Spiel auf Sieg derart, dass aus dem Jäger schließlich der Gejagte wurde und Schwarz den Sieg davontrug. 3-5

 

 

[Fabian Englert]

 

 

 

6. Spieltag: Klingenberg I - Weidhausen I   4-4

Am sechsten Spieltag kamen wir gegen Aufsteiger Weidhausen überraschenderweise nicht über ein Unentschieden hinaus.

Da Simon nicht anwesend war, gewannen unsere Gäste an Brett 4 kampflos. 0-1

Robert erlaubte es Schwarz in der Eröffnung, das typische ...Sxe4-Figurenopfer unter günstigen Umständen zu spielen, wonach dieser klaren positionellen Vorteil besaß. Allerdings spielte der Nachziehende im Mittelspiel nicht präzise genug und ließ Robert wieder ins Spiel kommen. Kurz vor dem Übergang in ein ausgeglichenes Endspiel einigte man sich auf Remis. 0.5 - 1.5

Bei Klaus L. drehte sich die Partie vor allem um den d-Isolani und die schwarze Figurenaktivität. Im Mittelspiel lehnte Klaus ein Remisangebot seines Gegners ab und leitete taktische Komplikationen ein. In der Folge griff der Anziehende fehl, büßte eine Qualität ein und landete im Mattnetz. 1.5 - 1.5

Am dritten Brett erreichte Klaus K. eine sehr schöne Stellung aus der Eröffnung. In einem damenlosen Mittelspiel besaß er Raumvorteil und die aktiveren Figuren. Klaus verstand es sehr gut, seinen Vorteil zu transformieren und nach und nach zu verwerten. 2.5 - 1.5

Walter konnte den Bauernsturm des Anziehenden durch das effektvolle 16...Scxe5!! stoppen und neben dem Materialgewinn so auch die Initiative übernehmen. Nachdem die Damen getauscht wurden, erreichte Walter ein gewonnenes Endspiel mit zwei Mehrbauern, das er sich nicht mehr nehmen ließ. 3.5 - 1.5

Hans-Jörg hatte die schwarzen Ambitionen am Königsflügel weitgehend neutralisiert und besaß nach Damentausch einen schönen positionellen Vorteil. Diesen Vorteil hätte man z.B. durch 26.f3 konsolidieren können, mit der Idee, das e4-Feld mittels Sg4-f2-e4 zu besetzen. Hans-Jörg entschloss sich dazu, das Schlüsselfeld e4 mit dem Sc3 sofort zu besetzen, gab Schwarz somit aber das e2-Feld frei, das dieser wenig später für eine taktische Kombination nutzen konnte. Dadurch verlor Weiß Material und musste sich wenig später geschlagen geben. 3.5 - 2.5

Tobias büßte im Mittelspiel einen Bauern ein, obgleich es danach aussah, dass er durch seine aktiven Figuren ausreichend Gegenspiel generieren könne. Leider beging er mit 26.Kd2?? - statt z.B. 26.Lb2 nebst Lb2-f6 - den entscheidenden Fehler und landete in einem hoffnungslosen Endspiel. 3.5 - 3.5

An Brett 1 erlangte Fabian im Mittelspiel allmählich positionellen Vorteil und gewann einen Bauern. Als Weiß die Ungenauigkeit 26...Sc5? nicht mit 27.Sxc5! ausnutzte, nahm der schwarze Vorteil weiter zu. Nach der Zeitkontrolle besaß Fabian bereits kritischen Vorteil, doch brauchte es nicht mehr als einen Moment der Unachtsamkeit und nach 43...Tb2?? 44.Te1! war der hart erarbeitete schwarze Vorteil zunichte. Nach diesem Fehler spielten dann beide Seiten weitgehend korrekt und die Partie endete folgerichtig unentschieden. 4-4

 

 

[Fabian Englert]

 

 

 

5. Spieltag: Kronach I - Klingenberg I   3-5

Heute trafen wir auf die Kronacher Schachfreunde, die nach den ersten vier Runden ebenfalls beachtliche 7-1 Mannschaftspunkte erspielt hatten.

Nach nur etwa einer halben Stunde Spielzeit war Simons Partie bereits beendet. Weiß demonstrierte im Sizilianischen Vierspringerspiel eine äußerst fragwürdige Spielführung. Zuerst gab der Kronacher das Läuferpaar auf und stärkte dadurch Simons Zentrum. Zu allem Überfluss führten die danach initiierten taktischen Komplikationen zu entscheidendem Materialgewinn für Schwarz. Dankbar nahm Simon das Geschenk an. 1-0

Am fünften Brett spielte Walter gegen die klassische (4...Lf5-)Caro-Kann-Hauptvariante. Wie für diese Struktur üblich besaß Weiß starkes Druckspiel am Königflügel. Dies verleitete den Nachziehenden dazu, trotz seines bereits gespielten ...b7-b5-Vorstoßes lang zu rochieren. Walter fackelte nicht lange und öffnete mittels Springereinschlag auf c6 die Linien gegen den schwarzen König. Schwarz entschloss sich zum defensiven Damenopfer, aber kam aufgrund seines exponierten Königs nicht mehr ins Spiel zurück. 2-0

An Brett 2 wählte Tobias einen königsindischen Aufbau gegen die Englische Eröffnung seines Gegners. Die Krise in dieser Partie entstand, als Weiß die schwarze Zentralexpansion im Mittelspiel mit dem Raub des c6-Bauern beantwortete. Aufgrund der insgesamt günstigen Lage des Mannschaftskampfes entschied sich Tobias für eine jetzt mögliche forcierte Zugwiederholung anstatt mit Minusbauern auf Kompensation zu spielen. 2.5 - 0.5

Klaus L. führte die weißen Steine in einer seltenen Untervariante des McCutcheon-Franzosen. Nach dem Damentausch erlangte Klaus spürbaren Druck im Endspiel, da die schwarze Achillesferse f7 mehr wog als der etwas geschwächte weiße Damenflügel. Zwar gelang es Schwarz, seinen Turm zu aktivieren und Gegenspiel zu generieren, doch nach einem Fehler in der Zeitnotphase landete dessen König im Mattnetz (wenn auch erst im zweiten Anlauf). 3.5 - 0.5 

Am sechsten Brett wurde Robert - wie auch schon in der letzten Saison vom selben Gegner - der Alapin-Sizilianer vorgesetzt. Während Robert sich damals mit einer guten Defensivleistung verteidigen konnte, wurde ihm heute leider ein taktischer Fehler im Mittelspiel zum Verhängnis. Nachdem der Anziehende eine Leichtfigur für unzureichende Kompensation gewonnen hatte, ließ dieser nichts mehr anbrennen. 3.5 - 1.5

An Brett 3 konnte Klaus K. kaum mit dem ihm vorgesetzten Gegner rechnen und entschloss sich somit, der eröffnungstheoretischen Diskussion weitgehend auszuweichen. In einem Damenbauernspiel erreichte er zunächst eine gut spielbare Stellung, unterschätzte in der Folge aber die Stärke des zentralen Gegenschlags ...Sfd7! nebst ...c6-c5. Hiermit erlangte Schwarz nicht nur die Initiative auf dem Brett sondern auch auf der Uhr. Schließlich konnte Schwarz eine entscheidende Springergabel geben. 3.5 - 2.5

An Brett 1 experimentierte Fabian ebenfalls mit einem Damenbauernspiel. Schwarz spielte die Eröffnung anfangs logisch und gut, doch beging er im Mittelspiel mit 11...Se4 wohl einen positionellen Fehler. Aus mannschaftstaktischen Gründen (an Brett 8 stand Jürgen auf Gewinn) wählte Fabian den Übergang in ein Turmendspiel, das ihm einen absolut "risikolosen" Vorteil garantierte. Da Schwarz zusätzlich mit seiner knappen Bedenkzeit zu kämpfen hatte, gelang die Vorteilsverwertung aber sehr gut. Zwar wurde es nach 28...Kg6 noch einmal trickreich, da z.B. 29.Ta5 Txf4 30.Txa6+ Kf5 31.Txa7 Kg4! trotz 2 Mehrbauern Schwarz massives Gegenspiel erlaubt hätte, doch nach dem prophylaktischen 29.Tg5+! Kh6 30.Kd2! Txf4 31.Tc5!! nebst Kd2-e3 bzw. Tc5-c4 war der Rest einfache Technik. 4.5 - 2.5 

Jürgen hatte erneut einen Einsatz an Brett 8 und spielte mit Schwarz heute einmal gegen "seine" Englische Eröffnung. Im Mittelspiel unterschätzte Weiß das taktische Potential der schwarzen Leichtfiguren und so konnte Jürgen am Damenflügel eindringen und 2 Bauern gewinnen. Weiß startete daraufhin einen Alles-oder-Nichts-Angriff, der objektiv sicher hätte scheitern sollen, aufgrund Jürgens Zeitnot aber ausreichend Unheil anrichtete. In der Folge ergab sich ein materielles Ungleichgewicht, Jürgen gab seine Dame auf, erhielt nominell aber (mehr als) genug dafür. Mit dem Mannschaftskampf glücklicherweise bereits entschieden endete diese nunmehr völlig unklare Partie remis. 5-3

 

 

[Fabian Englert]

 

 

 

4. Spieltag: Klingenberg I - Rottendorf I   4-4

Das neue Schachjahr startete mit einem Heimspiel gegen Rottendorf. Erneut traten unsere Gegner nicht vollzählig an, diesmal war es Walter, der kampflos gewann. 1-0

Am ersten Brett neutralisierte Fabian die Abtauschvariante des Schottischen Vierspringerspiels problemlos. In einem Turmendspiel ergab sich eine Zugwiederholung. 1.5 - 0.5

Jürgen, der heute für Bernd einsprang, zeigte eine souveräne Vorstellung. Nachdem Schwarz sein Zentrum aufgegeben und seine Entwicklung vernachlässigt hatte, bestrafte ihn Jürgen durch direktes Angriffspiel, das in einem direktem Schachmatt gipfelte. 2.5 - 0.5

Robert führte die weißen Steine gegen den Sizilianischen Drachen. Wie für diese Eröffnung nicht unüblich, ergab sich ein kompliziertes Mittelspiel, in dem die objektive Stellungsbewertung mehrfach wechselte. Mit dem verführerischen 21.Txh7+ traf Robert eine folgenschwere Fehlentscheidung, wonach Schwarz die Initiative übernahm. Nach weiteren Ungenauigkeiten gewann der Nachziehende entscheidendes Material. 2.5 - 1.5

Klaus L. geriet gegen die Englische Eröffnung seines Gegners im Mittelspiel unter Druck, konnte seine Verteidigung aber durch den Tausch der Schwerfiguren erleichtern. Im Leichtfigurenendspiel besaß Weiß nur einen symbolischen Vorteil, doch Klaus agierte zu sorglos und ließ den gefährlichen h-Freibauern des Gegners zu einem echten Trumpf werden. Dann war nur noch eine weitere Unaufmerksamkeit vonnöten und Weiß gewann eine Leichtfigur und die Partie. 2.5 - 2.5

Vielversprechend startete Tobias' Partie an Brett 2, hatte er mit Läuferpaar und Raumvorteil doch zunächst deutlichen Vorteil erreicht. Allerdings wurde im Mittelspiel die Lage wieder unklar, als Schwarz ein positionelles Qualitätsopfer entkorkte und damit die psychologische Initiative übernahm. Tobias knappe Bedenkzeit tat ein Übriges und wenig später dominierte Schwarz das Brett und gewann das geopferte Material mit Zinsen zurück. Unverständlicherweise entschloss sich der Rottendorfer zur Annahme von Tobias' Remisangebot, obwohl ihm die Schlussstellung exzellente Gewinnchancen ohne Verlustrisiko garantierte. 3-3

Klaus K. spielte eine saubere Partie gegen die unorthodoxe, aggressive Eröffnungsbehandlung des Anziehenden. Bei heterogener Rochadestellung stellte sich Klaus' Bauernsturm am Damenflügel als extrem gefährlich heraus. Wenig später konnte Klaus den Bauernschutz vor dem weißen König vernichten und einen entscheidenden Mattangriff einleiten. 4-3

Simon traf mit 12.g5 gegen die Skandinavische Verteidigung eine fragwürdige Entscheidung, doch nach ungenauem Spiel des Gegners wendete sich das Blatt wieder. Dass das offensichtliche 31.Sf6 verpasst wurde, war lediglich ein Vorgeschmack auf die spätere Fehlerorgie. In einem Turmendspiel mit Mehrbauern dezentralisierte Simon seinen König, wonach er seine Mehrbauern einbüßte. Während er dem Phantom des ehemaligen Vorteils noch immer nachjagte, stellte Simon in einem außergewöhnlichen Fall von Schachblindheit auch noch seinen letzten Bauern ein. Freilich war das Remis zunächst trotzdem durch triviale Verteidigungstechnik (Philidor-Remisstellung) zu erreichen, doch weitere Fehler folgten und 105.Ka1?? war dann der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. 4-4

 

 

[Fabian Englert]

 

 

3. Spieltag: Bad Neustadt I - Klingenberg I   3-5

Der dritte Mannschaftskampf führte uns nach Bad Neustadt. Aufgrund von Ausfällen auf Seiten der Gastgeber blieb deren erstes Brett unbesetzt, was Fabian einen entspannten Schachsonntag bescherte.

Noch bevor dieses Ergebnis aber offiziell war, gelang Walter das Kunststück, gegen die Pirc-Verteidigung seines Gegners durch hyper-aggressives Eröffnungsspiel (und unter Ausnutzung der gegnerischen Ungenauigkeiten) nach bereits 30 Minuten eine entscheidende Angriffsstellung zu erreichen. 1-0

Als Fabian um 11:00 noch immer gegnerlos war, gewann er kampflos. 2-0

Zeitgleich bekam Klaus K. an Brett 3 in einem katalanischen Stellungstyp Remis angeboten. Er akzeptierte und wir konnten unsere Führung weiter konsolidieren. 2,5 - 0,5

Kurze Zeit später wurde auch Robert ein Remisangebot unterbreitet. Gegen die Bird-Eröffnung seines Gegners hatte er gutes Gegenspiel am Damenflügel und im Zentrum erhalten, während die weißen Hoffnungen mit einem Angriff am Königsflügel verbunden waren. Nach kurzem Nachdenken entschied sich Robert dafür, kein Risiko einzugehen und akzeptierte die Punkteteilung. 3-1

An Brett 7 setzte Bernd in der Struktur des Abgelehnten Damengambits den zweischneidigen Bauernvorstoß e3-e4 durch. Bernds Einschätzung, dass seine dadurch generierte Initiative mehr wog als das strukturelle Defizit des geschaffenen d-Isolanis erwies sich - zumindest anhand des weiteren Partieverlaufs - als korrekt. Etwas später hatte er sämtliche Figuren in Angriffsformation gegen den schwarzen König gebracht und die Verteidigungsversuche des Nachziehenden blieben erfolglos. 4-1

Am zweiten Brett wurde die Fianchettovariante gegen die Pirc-Verteidigung diskutiert. Im Mittelspiel erhielt Weiß die Initiative, als er mittels e4-e5 die Koordination der schwarzen Leichtfiguren stören konnte. Später entschloss sich Tobias dafür, seinen unter Beschuss geratenen Damenflügel komplett aufzugeben und einen Alles-oder-Nichts-Angriff am weißen Königsflügel zu starten. Dieses riskante Unterfangen erwies sich als voller Erfolg, denn der Anziehende fand keine ausreichende Verteidigung gegen das schwarze Angriffsspiel und musste sich noch vor der Zeitkontrolle geschlagen geben. 5-1

An Brett 4 geriet Simon in der Eröffnungsphase unter Druck, als er ...f7-f5 in einer halbslawischen Struktur spielte und der Anziehende im Zentrum durchbrechen konnte. Weiß erhielt hierdurch nicht nur eine massive Initiative, sondern besaß auch aus positioneller Sicht langfristig die besseren Karten. So war bereits die Tatsache überraschend, dass es Simon überhaupt noch in ein Turmendspiel mit nur einem Minusbauern schaffte. Als sich die Lage weiter vereinfachte, war das Remis bereits zum Greifen nah. Doch dann beging Simon einen folgenschweren Fehler und ließ sich unnötigerweise seinen König abschneiden. Zwar war die Partie sogar nach diesem Fehler objektiv noch Remis, dies hätte aber bereits äußerst präzises Spiel erfordert. In der Partie zeigte sich jedenfalls einmal mehr, dass in der Praxis auf einen Fehler häufig ein zweiter folgt und so war Simon bald zur Aufgabe gezwungen. 5-2

Klaus L. wählte Sweschnikow und wurde mit dem seltenen 6.Sf3 konfrontiert. In der Folge spielte Klaus das thematische ...d7-d5, was mit dem unangenehmen Lc1-g5! beantwortet wurde. Diese Fesselung hätte Klaus nach eigener Aussage besser durch ein vorhergendes ...h7-h6 verhindern sollen. So erhielt Weiß das angenehmere Spiel und nach einem groben Patzer von Klaus gewann der Anziehende später eine glatte Figur. Die Lage war nunmehr absolut hoffnunglos, doch Klaus war noch nicht zur Aufgabe bereit und fischte weiter im Trüben. Es hätte wohl niemand ernsthaft erwartet, dass Klaus noch den Hauch einer Chance erhält, doch plötzlich ließ der Anziehende ohne Not enormes taktisches Gegenspiel zu. Auf den ersten Blick sah es sogar so aus, dass Klaus trotz des riesigen Materialnachteils von mittlerweile einem Läufer und zwei Bauern ein Remis durch Dauerschach erzwingen könnte. Doch Weiß verlor nach seinem Fehler nicht die Nerven und fand eine präzise Marschroute über die Zentrumsfelder, auf der sein König allmählich den Schachs der schwarzen Schwerfiguren entkommen konnte. 5-3

 

 

[Fabian Englert]

 

 

2. Spieltag: Klingenberg I - Hof I   5.5 - 2.5

Am zweiten Spieltag begrüßten wir unsere Gäste aus Hof, mit denen wir nach der unerwarteten Niederlage letzte Saison noch eine (schachliche) Rechnung offen hatten.

Klaus L. ging heute mit dem Evans-Gambit auf Königsjagd und opferte zwei Bauern. Gerade als es so aussah, als ob Schwarz seine Stellung konsolidiert hatte, unterlief ihm ein taktischer Fehler und Klaus gewann entscheidendes Material und konnte wenig später die Partie durch Matt beenden. 1-0

Walter traf auf einen jungen Gegner, der bestens auf seinen taktischen Nimzowitsch-Sizilianer vorbereitet war. Aus praktischer Sicht traf Walter eine gute Entscheidung als er in ein leicht schlechteres Endspiel abwickelte. Im Endspiel schaffte es die Hofer Nachwuchshoffnung nicht, Walter in ernsthafte Bedrängnis zu bringen und die Partie endete Remis. 1.5 - 0.5

Fabian hatte im Mittelspiel eine gute Position herausgespielt und besaß dank seines Läuferpaars leichten Vorteil. Im Endspiel opferte Fabian temporär einen Bauern für Figurenaktivität, übersah dann aber einen Zwischenzug seines Gegners, wonach der Kampf wieder offen war. In dieser Situation bot Weiß Remis und da die anderen Bretter zu unseren Gunsten standen, akzeptierte Fabian die Punkteteilung. 2-1

Simon spielte gegen die seltene sizilianische Variante seines Gegners in der Eröffnung ungenau, doch Schwarz bestrafte dies nicht und landete in einer fragwürdigen französischen Struktur. Als sich Simon dazu entschloss, das Spiel zu öffnen, wurde der Kampf wieder unklar. Nach weiteren Abenteuern endete die Partie durch eine originelle Zugwiederholung bei völlig ungleicher Materialverteilung. 2.5 - 1.5

Turbulent ging es auch bei Robert zu, der in einem Lb5-Sizilianer im Mittelspiel klaren Vorteil erlangte. Doch trotz seiner später objektiven Verluststellung hatte der Hofer das bessere Ende für sich, als Robert nach der Zeitkontrolle ein grober Figureneinsteller unterlief. 2.5 - 2.5

Klaus K. erreichte mit den schwarzen Steinen bequemen Vorteil gegen das Damenbauernspiel seines Gegners. Im Mittelspiel konnte Klaus ein für ihn günstiges Qualitätsopfer initiieren. Durch die enormen taktischen Komplikationen in der Zeitnotphase navigierte sich Klaus (mit einer Ausnahme) sehr gut und konnte den vollen Punkt erspielen. 3.5 - 2.5

Bei Bernd wurde eine komplizierte Variante der Caro-Kann-Vorstoßvariante diskutiert. Das Mittelspiel spielten beide Kontrahenten nicht genau, doch letzten Endes war es Bernd, der einen konsolidierten Vorteil erreichte. Im Endspiel gab Bernd seinem Gegner zwar noch eine Remischance, als er seine Mehrfigur zurückopferte, doch Weiß löste die ihm gestellte taktische Aufgabe nicht und sein König fiel Bernds Mattangriff zum Opfer. 4.5 - 2.5

Die letzte Entscheidung des Tages fiel an Brett 2. Gegen die Aljechin-Eröffnung hatte Tobias zwar nichts Substantielles herausgeholt hatte, aber dennoch überspielte er Schwarz allmählich unter Ausnutzung dessen knapper Bedenkzeit. Es ergab sich ein Springerendspiel, das Schwarz schlussendlich nicht erfolgreich verteidigte, obwohl Tobias ihm unmittelbar vor Ende der Partie noch eine Verteidigungschance einräumte. 5.5 - 2.5

 

 

[Fabian Englert]

 

 

1. Spieltag: Prichsenstadt I - Klingenberg I   0.5 - 7.5

Mit einem Kantersieg gegen Aufsteiger Prichsenstadt konnten wir die neue Saison in der Regionalliga Nord-West einläuten.

Hans-Jörg übernahm mit den schwarzen Steinen frühzeitig die Initiative, nachdem ihm sein junger Gegner volle Zentrumskontrolle eingeräumt hatte. Dank seiner mächtigen zentralen Bauernphalanx konnte Hans-Jörg ungestraft einen Angriff am weißen Königsflügel starten und die Partie durch Schachmatt nach 20 Zügen entscheiden. 1-0

Am sechsten Brett erreichte Bernd eine für die Caro-Kann-Verteidigung typische solide Eröffnungsstellung. Durch eine Unaufmerksamkeit seines Gegners konnte Bernd einen Bauern gewinnen und ließ diesen nicht mehr los. In einem Läuferendspiel verwertete er später seinen Materialvorteil erfolgreich. 2-0

An Brett 1 wählte Fabian ein Lc4-System gegen die Moderne Verteidigung seines Gegners. Im Mittelspiel war es für beide Kontrahenten schwierig, sich durch die Vielzahl an Möglichkeiten zu navigieren. Fabian besaß eine vielversprechende Stellung und einen deutlichen Zeitvorteil, doch kam das Ende unerwartet schnell, als Schwarz einen Läuferrückzug übersah, der ihn eine volle Qualität kostete. 3-0

Klaus L. wählte die Schottische Eröffnung und erreichte starken positionellen Druck, der sich auch nach dem Damentausch nicht verflüchtigte. Unter Ausnutzung einer Fesselung konnte Klaus einen Bauern gewinnen. Wenige Züge später konnte er durch ebendiese Fesselung dann sogar eine ganze Figur gewinnen, was seinen jungen Gegner zur Aufgabe zwang. 4-0

An Brett 2 setzte Weiß gegen Tobias' starke Damenflügelinitiative alles auf eine Karte und startete einen Alles-oder-Nichts-Angriff gegen den schwarzen König. Unter Zeitdruck unterlief Tobias eine Ungenauigkeit in der Verteidigungsführung und Weiß hatte die Chance nach der Zugfolge 28.Dd6 Tf7 mittels 29.Ld2-e1!! für ihn günstige Komplikationen einzuleiten. Nachdem der Anziehende diese Möglichkeit übersah und einen weiteren Fehler spielte (30.Tb1? statt 30.b3!), bekam Tobias wieder Oberwasser und ließ Weiß keine zweite Chance. 5-0

Am dritten Brett spielte Klaus K. eine turbulente Partie gegen die Aljechin-Verteidigung seines Gegners. Es ergab sich ein unklares Leichtfigurenendspiel, in dem Klaus ein Freibauernduo am Damenflügel besaß, das von einem Läufer unterstützt wurde. Schwarz andererseits besaß eine starke Bauernkette im Zentrum und am Königsflügel plus einen aktiven Springer. Klaus musste schließlich seinen Läufer opfern, wonach Schwarz mindestens ein Remis hätte sicher sein sollen, da dessen Springer die weißen a-und-b-Bauern noch stoppen konnte. Doch der Prichsenstädter versuchte stattdessen diese Bauern mit seinem König zu stoppen, was sich als nicht realisierbar erwies. 6-0

Roberts Partie begann mit einem Paukenschlag, als er gegen die Skandinavische Verteidigung seines Gegners in Rekordzeit eine Leichtfigur gewinnen konnte. Leider verpasste es Robert in der Folge, die aktiven gegnerischen Möglichkeiten einzuschränken, so dass dieser plötzlich gewisse Angriffschancen erhielt. Als Robert nun einen taktischen Trick übersah, kostete ihn das einen glatten Turm. Doch nachdem er auf einmal eine absolute Gewinnstellung erhalten hatte, war es nun Schwarz, der ungenau spielte und den Sack nicht zumachte. So konnte Robert schließlich mit einem Remis entkommen. 6.5 - 0.5

Walter ließ in der Eröffnungsphase einen weißen Springer auf d6 eindringen. Obwohl Walter dadurch das Rochaderecht verlor, kam Weiß durch den Druck gegen sein exponiertes Zentrum in Schwierigkeiten. So konnte Walter einen Bauern gewinnen und dem Gegner außerdem einen hässlichen isolierten Doppelbauern verpassen. Später ergab sich ein technisch gewonnenes Turmendspiel, in dem Walter etwas unaufmerksam agierte und sich das Leben unnötig schwer machte. Nichtsdestotrotz konnte er nach zähem Kampf noch den Sieg erringen. 7.5 - 0.5

 

 

[Fabian Englert]

 

 

Saison 2015/16:

9. Spieltag: Klingenberg I - Höchstadt/Aisch I 6,5 - 1,5

Der letzte Spieltag hatte heuer hauptsächlich symbolischen Charakter. Nachdem wir unsere Aufstiegschancen bereits verspielt hatten und für unsere Gäste aus Höchstadt/Aisch der rettende drittletzte Rang ebenfalls nicht mehr in mathematischer Reichweite war, konnten sich beide Teams einfach darauf konzentrieren, die Saison mit einer guten Leistung abzuschließen. Dabei wurden wir unserer Favoritenrolle gerecht und erreichten einen deutlichen (wenn auch etwas schmeichelhaften) 6,5-1,5-Sieg.

Den ersten Punkt des Tages durfte Klaus K. beisteuern, der die schwarzen Steine führte und in einem Paulsen-Sizilianer die Initiative übernahm.
Das taktisch komplexe Mittelspiel endete auf sehenswerte Art und Weise, als sich Klaus den Luxus erlaubte, seine beiden Türme zu opfern und dennoch im Gegenzug einen tödlichen Angriff einleiten konnte. (1-0)

Klaus L. erreichte ebenfalls einen schönen Angriffssieg. Nachdem sich sein junger Gegner frühzeitig strukturelle Schwächen zugezogen hatte, konnte Klaus mit entscheidendem Effekt am Königsflügel durchbrechen und eine Königsjagd eröffnen. Zwar schaffte es der schwarze Monarch auf seinem Weg durch das Zentrum tatsächlich bis zum Damenflügel, doch konnte er seiner Exekution letztlich auch dort nicht entrinnen. (2-0)

An Brett 4 führte Simon die weißen Steine gegen die Pirc-Verteidigung. Nachdem Simon in der Eröffnung Zeit durch ein Läufermanöver verloren hatte, konnte Schwarz im Mittelspiel die Stellung zu seinen Gunsten öffnen und einige Bauern gewinnen. Doch in der Folge verlor der Nachziehende völlig den Faden und beging mehrere taktische Ungenauigkeiten, die es Simon erlaubten, die Partie zu drehen und unsere Führung weiter auszubauen. (3-0)

Ebenfalls das nötige Quäntchen Glück besaß heute Jürgen, dessen Gegner in der Zeitnotphase eine vermutlich entscheidende taktische Ressource ungenutzt ließ.
In einem geschlossenen Sizilianer hatte Jürgen den weißen Königangriff einigermaßen gestoppt und versuchte entlang der geöffneten Linien am Damenflügel Druck zu machen.
Als sein Gegner die goldene Gelegenheit verpasste, mittels Springerabzug eine weitere Figur in Richtung des schwarzen Königs zu lenken, machte Jürgens b-Freibauer das Rennen. (4-0)

Am ersten Brett kostete Fabian ein Fehler in der Eröffnungsphase viel Bedenkzeit, doch dann entschied sich Weiß zu einer fragwürdigen Verwertung seines Vorteils.
Für den Gewinn eines Bauern erlaubte er Fabian nicht nur die Lösung all seiner Entwicklungsprobleme, sondern ließ auch seinen Springer im schwarzen Lager einsperren.
Kurz darauf agierte Fabian jedoch zu leichtsinnig und erkannte den entscheidenden Plan seines Gegners zu spät. Auf einmal drohte ein zweiter Bauer zu fallen und vor allem die Befreiung der gefangenen Leichtfigur. In diesem Stadium beschränkten sich die schwarzen Möglichkeiten bereits auf mit der Zeitnot assoziierte Schwindelchancen, doch Weiß blieb cool und ließ nichts mehr anbrennen. (4-1)

An Brett 2 war sich Tobias in der Eröffnung etwas unsicher, was die empfohlenen Theorievarianten in dem von ihm gewählten Abspiel gegen den sizilianischen Drachen anging.
Dies kostete ihn nicht nur Bedenkzeit, sondern brachte Schwarz auch eine schöne Mittelspielstellung ein, in welcher der "Drachenläufer" keinen Gegenspieler mehr besaß.
In der Folge entschied sich der der Nachziehende, in ein Schwerfigurenendspiel abzuwickeln, in dem er erst einmal einen Bauern gewann. Doch kurz darauf griff er fehl und Tobias konnte die schwarze Bauernstruktur am Königsflügel aufbrechen und einen vernichtenden Angriff einleiten. (5-1)

Walter führte die schwarzen Steine an Brett 5. In einer slawischen Abtauschvariante konnte Walter problemlos ausgleichen und später dank seiner Damenflügelmajorität sogar einen Vorteil erlangen. Leider spielte er in der Folge etwas ungenau und ließ seinen Gegner in ein remisliches Läuferendspiel entkommen, das dieser sicher verteidigte. (5,5 - 1,5)

Bernd wählte heute ein Damenbauernspiel und es ergab sich ein schwerblütiger positioneller Kampf. Doch nach und nach konnte Bernd kleine Vorteile anhäufen und in ein günstiges Endspiel abwickeln. Ein starker Freibauer, den der gegnerische Turm nicht mehr rechtzeitig stoppen konnte, entschied die Partie schließlich zu unseren Gunsten. (6,5 - 1,5)

 

[Fabian Englert

 

 

8. Spieltag: Marktleuthen I - Klingenberg I 4 - 4

Stark ersatzgeschwächt traten wir in der vorletzten Runde den langen Weg zum designierten Aufsteiger Marktleuthen an.
Während die Heimmannschaft in absoluter Bestbesetzung am Start war, konnten wir den Ausfall von
Walter und Tobias personell nicht kompensieren und mussten zwei Bretter (Brett 7 und 8) kampflos abgeben. (0-2)

Nichtsdestotrotz entwickelte sich der Mannschaftskampf zu einer haarscharfen Angelegenheit, da sich die sechs laufenden Partien insgesamt sehr zu unseren Gunsten neigten.

Den ersten Sieg des Tages errang Simon an Brett 3 mit den weißen Steinen. Sein Gegner wählte die geschlossene Philidor-Verteidigung und erreichte zunächst eine akzeptable Stellung.
Simon musste das Läuferpaar aufgeben, erlangte im Gegenzug aber starken Druck entlang der c-Linie.
Das Duell endete abrupt, als dem Marktleuthener ein taktischer Fehler unterlief, er Materialverlust hinnehmen musste und direkt in einem hoffnungslosen Endspiel landete. (1-2)

Eine außerordentlich starke Vorstellung lieferte Klaus L. am sechsten Brett, der seinen ein oder anderen Aussetzer in dieser Saison offensichtlich gut überwunden hat und nunmehr eine exzellente Bilanz (6/8) vorweisen kann.
Mit den schwarzen Steinen bewies Klaus heute eine beachtliche taktische Vision, als er ein nicht besonders offensichtliches doppeltes Läuferopfer gegen die weiße Königsstellung entkorkte.
Auch unter Einsatz seiner beachtlichen Bedenkzeitreserven fand der Anziehende keine adäquate Verteidigung - falls es überhaupt eine solche gab.
Als sich der Rauch verzogen hatte, besaß Klaus jedenfalls eine klare Mehrfigur und ließ nichts mehr anbrennen. (2-2)

Ebenfalls überzeugen konnte Jürgen an Brett 5, der dank seiner Zentrumsmajorität das Brett von Beginn an dominierte.
Zu allem Übel wirkte der weißfeldrige Lb7 des Nachziehenden hinter der fixierten Bauernkette c6-b5 wie ein Gefangener.
Jürgen konnte seine entscheidenden positionellen Vorteile durch systematisches Spiel in einen Sieg ummünzen. (3-2)

Am zweiten Brett erreichte Klaus K. mit der 4...dxc4-Variante gegen die Réti-Eröffnung eine sehr gute Stellung.
Leider unterlief ihm im Zuge einer Abtauschoperation dann eine Ungenauigkeit und er musste mit seinem König auf d7 zurücknehmen.
Diesen Umstand nutzte der Anziehende geschickt. Indem er die schwarze Bauernkette am Damenflügel unterminierte, schuf er eine neue Angriffsbasis und konnte den exponierten König nun auch von der Seite angehen.
Gegen das weiße Druckspiel musste sich Klaus schließlich geschlagen geben. (3-3)

Bernd erhielt mit Schwarz im Meraner Halbslawen ebenfalls eine sehr gute Position aus der Eröffnung, konnte er doch den thematischen ...c5-Hebel unter günstigen Umständen durchsetzen.
Im Mittelspiel begann sein Gegner im Trüben zu fischen und opferte einen Bauern. Bernd akzeptierte die Herausforderung und besaß objektiv sicherlich die besseren Karten.
Dennoch sollte sich das Spiel auf Risiko für den Marktleuthener lohnen, als Bernd später unter Zeitdruck der entscheidende taktische Fehler unterlief. (3-4)

Bei Fabian an Brett 1 ergab sich ein typisches Königsindisches Szenario, in dem Weiß den Damenflügel beherrschte und Schwarz am Königsflügel Druck machte.
Im Mittelspiel entschied sich Fabian mit 18.Sb5?! wahrscheinlich nicht für den idealen Weg, seine Damenflügelinitiative voran zu treiben, doch selbst in den resultierenden Stellungen war die weiße Position tendenziell noch vorzuziehen.
Jedenfalls war es weniger die Stellung des Nachziehenden, sondern vielmehr dessen fehlende Bedenkzeit, die das schwarze Schicksal besiegelte.
Mit gerade einmal 5 Minuten in komplexer Lage gegen Fabians 40 Minuten ließ der entscheidende Fehler nämlich nicht lange auf sich warten. (4-4)

 

Glückwunsch an die Marktleuthener Schachfreunde, denen der Meistertitel in der Regionalliga Nord-West nun auch mathematisch sicher ist.

 

[Fabian Englert

 

 

7. Spieltag: Klingenberg I - Hof I 2,5 - 5,5

Die vermutlich entscheidende Niederlage im Aufstiegskampf der Regionalliga Nord-West mussten wir am Sonntag gegen unsere Gäste aus Hof hinnehmen.

Am fünften Brett wählte Walter die Botwinnik-Variante im Halbslawen.
Der hohe Bedenkzeitverbrauch des Anziehenden ließ anfangs vermuten, dass dieser mit der Theorie dieses scharfen Abspiels weniger gut vertraut war.
Diese erwies sich allerdings als vorschnelles Urteil, denn trotz seiner nominellen Außenseiterrolle spielte Weiß das Mittelspiel stark und bestrafte Walters Ungenauigkeiten mit außerordentlicher Präzision. (0-1)

Eine äußerst ärgerliche Niederlage musste Hans-Jörg einstecken, der die Partie gegen seinen jungen Gegner über weite Strecken dominierte, bevor er unter Zeitdruck völlig die Kontrolle verlor.
Gespielt wurde Holländisch, Leningrader Variante. Hans-Jörg, der die weißen Steine führte, gewann im Mittelspiel einen Springer für zwei Bauern.
Aus Sicht des Nachziehenden bestand das größere Problem aber nicht in seinem Materialnachteil, sondern in der Tatsache, dass Hans-Jörgs Figuren die Brettmitte beherrschten.
Das Unheil nahm seinen Lauf, als Hans-Jörg in absoluter Gewinnstellung einen Abzug übersah und seine Mehrfigur wieder abgeben musste.
Aufgrund des exponierten schwarzen Königs stand Weiß allerdings objektiv noch immer auf Gewinn, doch wie so oft in solchen Situationen folgte Fehler auf Fehler und so war es auf einmal Hans-Jörgs König, der mattgesetzt wurde. (0-2)

Simon wurde in der Eröffnung mit einem seltenen sizilianischen Abspiel (2...e6, 4...Lc5) konfrontiert. Er reagierte auf das schwarze Konzept mit einer sehr aggressiven zentralen Expansion.
Als es Schwarz jedoch gelang, die weiße Rochade zu verhindern und der weiße König auf f2 in der Schussbahn des Tf8 landete, erlangte der Nachziehende starken Druck.
Zwar konnte Simon später eine taktische Operation einleiten und formal eine Qualität gewinnen, doch die damit einhergehende Öffnung der Stellung bedeutete das baldige Ende des weißen Königs, der ins Kreuzfeuer der schwarzen Streitmacht geriet. (0-3)

Eine der wenigen positiven Nachrichten des Tages kam von Brett 6.
Klaus L. hatte anfangs positionellen Nachteil im Mittelspiel, da Weiß die bessere Leichtfigur und eine Initiative am Damenflügel besaß.
Doch als der Anziehende zu leichtfertig Linien am Königsflügel öffnete (24.g4?), wurde er ausgekontert. Klaus konnte einen Mattangriff einleiten und erfolgreich zu Ende führen. (1-3)

An Brett 1 erlangte Fabian mit Schwarz in einer seltenen Variante des Damengambits gutes Gegenspiel und konnte im Mittelspiel mehr und mehr die Initiative übernehmen.
Der kritische Moment war Fabians Rückgabe eines gewonnenen Bauerns (20...e5!, 21...Se6!), was das weiße Angriffspotential stark reduzierte.
Da Schwarz de facto eine positionelle Gewinnstellung besaß, war Weiß trotzdem gezwungen einen Alles-oder-Nichts-Angriff zu starten, den Fabian aber kaltblütig widerlegte. (2-3)

Jürgen stellte seinen Gegner mit den weißen Steinen in der Fianchetto-Variante gegen Königsindisch vor große Probleme.
Nach dem Damentausch verlor Schwarz seinen b5-Bauern ohne jegliche Kompensation und musste sich auf eine undankbare und aller Wahrscheinlichkeit nach hoffnungslose Defensivaufgabe im Endspiel vorbereiten.
Wie sich herausstellte, hatte der Nachziehende aber seinen glücklichen Tag, denn Jürgen ließ aufgrund eines Blackouts einen glatten Turm stehen und musste somit aufgeben. (2-4)

Nicht ganz so krass, aber ebenfalls unschön verlief die Partie von Klaus K. an Brett 3.
In einem für den Paulsen-Sizilianer typischen Mittelspiel erlangte Klaus mit Schwarz exzellentes Gegenspiel und besaß diverse vielversprechende Optionen (28...Le7, 28...Lxg3!? oder 28...De4+), die Weiß in der Zeitnotphase das Leben schwer gemacht hätten.
Stattdessen unterlief ihm mit 28...Lf3?? ein katastrophaler Fehler, der zu massivem Materialverlust führte und das schwarze Schicksal besiegelte. (2-5)

Bei Tobias ergab sich ein scharfes Mittelspiel mit heterogenen Rochaden. Als es Tobias verpasst hatte, mit 12.e5! klaren Vorteil zu erringen, war die Lage unklar.
Die folgenden Komplikationen meisterten beide Kontrahenten nicht fehlerfrei, doch schließlich neigte sich die Waage zugunsten das Schwarzen, als sich Tobias zu einem spekulativen, aber objektiv inkorrekten Figurenopfer verleiten ließ.
Nachdem Schwarz die Zeitkontrolle mit glatter Mehrfigur unbeschadet überstanden hatte, schien sein Sieg nur noch eine Formalität.
Doch der Nachziehende beging mit 43...La6?? einen groben Fehler, der es Tobias erlaubte, mittels 44.a4! ausreichend Gegenspiel zu generieren und noch ein Remis zu sichern. (2,5 - 5,5) 

 
[Fabian Englert]

 

 

6. Spieltag: Bad Neustadt I - Klingenberg I 2 - 6

Den Mannschaftkampf in Bad Neustadt konnten wir trotz Tobias' Ausfall nach mehreren Wendungen überraschend hoch für uns entscheiden.

Am dritten Brett wählte Simon das für Rossolimo-Sizilianer typische Manöver gegen ...d6-basierte Systeme und zerstörte die schwarze Bauernstruktur mittels Lxc6 bxc6 e5! dxe5. Die Doppelbauern auf c und e garantierten Weiß ausreichend positionelle Kompensation. In dieser unklaren Lage waren offensichtlich beide Spieler mit einer Punkteteilung zufrieden und so einigte man sich auf ein Kurzremis. (0,5 - 0,5)

Es folgte eine für uns böse Überraschung an Brett 7. Klaus L. hatte in einem Alapin-Sizilianer zunächst in Rekordzeit eine absolute Gewinnstellung herausgespielt.
Seines Bauernschutzes beraubt wankte der schwarze König hilflos gen Damenflügel. Leider verpasste Klaus es nun, die Initiative aufrecht zu erhalten und so den Sack zuzumachen.
Zwar konnte Klaus zwei Bauern gewinnen, doch im Gegenzug konnte Dr. Bittner endlich seine Figuren voll aktivieren. Jetzt brauchte es nur eine Unachtsamkeit und auf einmal war es Klaus' König, der sich im Mattnetz wiederfand. (0,5 - 1,5)

An Brett 1 errang Fabian einen souveränen Sieg gegen die etwas missglückte Tarrasch-Verteidigung seines Gegners.
Als Schwarz die Öffnung des Zentrums (9.e2-e4!) gegen seinen unrochierten König erlaubte, ließ der Materialgewinn nicht lange auf sich warten.
Nach Qualitätsverlust in hoffnungslosem Endspiel blieb dem Nachziehenden nur noch die Aufgabe. (1,5 - 1,5)

Walter wählte mit den schwarzen Steinen jene Variante des Meraner Halbslawen, die Anand 2008 in seinem WM-Match gegen Kramnik zweimal erfolgreich anwandte.
Offensichtlich war Walter deutlich besser vorbereitet als sein Gegenüber, hatte er doch einen Bedenkzeitvorteil von nahezu einer Stunde herausgearbeitet.
Die irrationale Stellung ging schließlich in ein Endspiel über, das tendeziell wohl günstig für Schwarz war.
Nichtsdestotrotz nahm Walter dankend das Geschenk seines Gegners an, welcher die Uhr vergaß und auf Zeit verlor. (2,5 - 1,5) 

Am zweiten Brett hatte Klaus K. mit Schwarz die Wiener Variante des Abgelehnten Damengambits gewählt.
Die Mittelspielstruktur, die sich ergab, spiegelte allerdings eher die klassische Hauptvariante des Angenommmen Damengambits wider.
Durch eine Unachtsamkeit verlor Klaus seinen b-Bauern.
Doch gegen den schwarzen Springer, der von d5 aus das b4-Vorpostenfeld kontrollierte und so den kompletten weißen Damenflügel lähmte, fand der Anziehende kein wirksames Rezept und willigte in ein Remis ein. (3-2) 

Bernd hatte die Eröffnungsphase gegen die Pirc-Verteidigung seines Gegners keine nennenswerten Vorteile gebracht.
Im Mittelspiel verlor (opferte?) er eine Figur gegen zwei Bauern, doch Schwarz agierte zunächst präzise und umschiffte alle taktischen Fallstricke.
Nun bestand mehrfach die Möglichkeit, den Damentausch zu erzwingen und somit in ein technisch gewonnenes Endspiel zu liquidieren.
Bernd stand nach eigener Aussage auch schon kurz davor, die Partie aufzugeben.
Erst als Schwarz die Fesselung seines Springers zu lange tolerierte, verkomplizierte sich die Lage wieder.
Doch damit, dass der Nachziehende völlig den Faden verlor und die ganze Partie ohne Zeitdruck einzügig einstellte, hätte wohl niemand gerechnet. (4-2)

Robert überzeugte erneut bei seinem zweiten Einsatz in dieser Saison.
Er wählte den Najdorf-Sizilianer und es ergab sich das typische Mittelspiel-Szenario mit weißem Angriff am Königsflügel gegen das schwarze Druckspiel am Damenflügel und gegen das Zentrum.
Der weiße Angriff zeigte auf jeden Fall nicht den gewünschten Effekt und plötzlich hatte Robert einfach eine Leichtfigur gewonnen.
Diesen Materialvorteil verwertete er in der Folge selbstbewusst durch gezielte Abtauschoperationen. (5-2)

Jürgen spielte eine extrem turbulente Partie gegen FM Hofstetter.
Auf der schwarzen Seite eines sizilianischen Igels besaß Jürgen zwar die typischen dynamischen Gegenressourcen, doch der weiße Raumvorteil schien zunächst der wichtigste Faktor zu sein.
Zur Zeitkontrolle opferte Weiß einen Bauern, um einen gefährlichen (Doppel-)a-Freibauern zu generieren.
Hieraus resultierte ein hochinteressantes Endspiel, das auf den ersten Blick günstig für Weiß schien.
Die Kombination aus a7-Bauer, c7-Turm und d7-Läufer gegen den passiven schwarzen Ta8 suggerierte, das Weiß in Bälde selbigen gewinnen würde.
Doch erstaunlicherweise ließ sich das obige weiße Figurentrio dank des ideal platzierten Sd4 nicht koordinieren (zumindest sah ich keine Möglichkeit - F.E.) und so begann die schwarze Bauernwalze am Königsflügel zu rollen und zu rollen.
Jürgen gab später seinen Springer auf und konnte im Gegenzug die letzten verbliebenen weißen Königsflügelbauern sowie den a7-Bauern eliminieren.
Mit aktivem König und vier verbundenen Freibauern war die Stellung jetzt definitiv günstig/gewonnen für Schwarz. Leider zeigte Jürgen nun technische Schwächen und verlor unnötigerweise seinen g-Bauern, wonach die Lage wieder völlig unklar war.
Wenig später zeichnete sich eine forcierte Variante ab, die ins Remis geendet hätte, was unter dem Strich wohl ein faires Resultat gewesen wäre.
Doch zur Verwunderung der Zuschauer überschritt Dr. Hofstetter die Bedenkzeit, wie schon sein Mannschaftskollege gegen Walter. (6-2)

 

[Fabian Englert]

 

 

5. Spieltag: Klingenberg I - Bad Königshofen I 5 - 3

Unsere Schachfreunde aus Bad Königshofen traten nur zu siebt an, wodurch Fabian bereits zum zweiten Mal in dieser Saison kampflos gewann. (1-0)

Bernd wählte die Abtauschvariante gegen das Angenommene Damengambit seines Gegners. Auf den offenen c- und d-Linien tauschten sich bald sämtliche Schwerfiguren und es verblieb ein steriles Leichtfigurenendspiel, in dem sich die Kontrahenten auf Remis einigten. (1,5 - 0,5)

Walter entwickelte sich gegen das Londoner System seines jungen Gegners im Geiste der Katalanischen Eröffnung. Im Mittelspiel erreichte der Anziehende Positionsvorteil, nachdem der verpflichtende Bauernvorstoß ...f7-f5 zu einer chronischen Felderschwäche e5 geführt hatte. In Zeitnot fand Weiß aber keinen konstruktiven Plan und wiederholte die Züge. (2-1)

Simon versuchte, das schwarze Königsfianchetto mit einem frühen h4 zu bestrafen, doch nach dem Tausch der schwarzfeldrigen Läufer machte die kompakte schwarze Stellung einen attraktiven Eindruck. Schließlich ergab sich ein Turmendspiel, das dynamisch ausgeglichen war. Den weißen Raumvorteil kompensierte Schwarz durch seine Kontrolle über die offene c-Linie. Als das Remis schon unvermeidbar schien, beging der Nachziehende einen katastrophalen Fehler - Weiß hätte nun die Drohung aufstellen können, in ein gewonnenes Bauernendspiel abzuwickeln, was Schwarz nur durch entscheidenden Materialverlust im Turmendspiel hätte verhindern können. Leider ließ Simon in dieser Situation die nötige Wachsamkeit vermissen und nutzte den Fehler nicht aus - wenig später endete die Partie unentschieden. (2,5 - 1,5)

Einen spannenden Schlagabtausch lieferten sich Klaus K. und Gerd Jahrsdörfer an Brett 3. Klaus übernahm in der Eröffnungsphase die Initiative mittels doppeltem Bauernopfer. Seine beiden fantastischen Läufer und aktiven Türme garantierten ihm auch nach Damentausch anhaltenden Druck. Doch in der Folge gelang es Weiß durch Rückgabe des Mehrmaterials seine Stellung halbwegs zu konsolidieren und später sogar die Initiative zu übernehmen. Unter Zeitdruck fand Klaus keine Verteidigung gegen die weiße Angriffskombination aus Turm + 2 Springer + c-Freibauer. (2,5 - 2,5)

Klaus L. erreichte in der Eröffnung eine Traumstellung mit gedecktem d5-Freibauern, c4-Stützpunktfeld für seinen Springer und Druck über die halboffene f-Linie. Doch dann hatte Klaus einen unglaublichen Blackout und stellte eine glatte Leichtfigur ein. Die Situation war nun derart hoffnungslos, dass der ein oder andere wohl bereits das Handtuch geworfen hätte, doch Klaus fischte weiter im Trüben und sein Kampfgeist sollte tatsächlich belohnt werden. In der Zeitnotphase verlor Schwarz nämlich vollkommen die Kontrolle über seine Stellung, zunächst musste er seine Mehrfigur zurückgeben, dann erlitt er weiteren Materialverlust und landete kurzerhand in einem aufgabereifen Endspiel. (3,5 - 2,5)

Ein vergleichbares Schachwunder ereignete sich am Nebenbrett, an dem Jürgen die schwarzen Steine führte. In einer altindischen Eröffnung erreichte Weiß eine fantastische Druckstellung im Zentrum und am Königsflügel. Durch äußerst energisches Angriffspiel rückte Benedikt Weikert dem schwarzen Monarchen zu Leibe und erlangte einen tödlichen Angriff. In hoffnungsloser Lage gab Jürgen einen Turm her, um zumindest die direkten Mattdrohungen zu verhindern, im Gegenzug erhielt er nur ein paar Bauern und die weiße Initiative bestand fort. Doch erneut wurde einem Bad Königshofener die Zeitnotphase zum Verhängnis, denn Weiß traf in selbiger gleich mehrere fragwürdige Entscheidungen hintereinander und erlaubte Jürgen die Partie noch einmal zu drehen. Nach der Zeitkontrolle besaß Schwarz dann statt Minusturm mit Dame, 2 Läufern und 3 Bauern gegen Dame, Turm und 2 Bauern einen entscheidenden Vorteil, den Jürgen sicher verwertete. (4,5 - 2,5)

Am zweiten Brett musste Tobias eine undankbare und langwierige Defensivaufgabe bewältigen, nachdem er im Mittelspiel einen Bauern verloren hatte und sein Versuch, einen Königsangriff zu starten, nicht den gewünschten Effekt gebracht hatte. Nach langem Kampf gelang es Tobias, in einem Springerendspiel durch Figurenopfer alle Bauern des Schwarzen rechtzeitig zu eliminieren und ein Remis zu erreichen. (5-3)

 

[Fabian Englert]

 

 

4. Spieltag: Würzburg I - Klingenberg I 4 - 4

 

Im Kampf um die Tabellenspitze der Regionalliga Nord-West lieferten wir uns gegen die Würzburger Erste ein schwerblütiges Gefecht.

Bernd wurde mit der "Fantasie-Variante" gegen Caro-Kann konfrontiert (1.e4 c6 2.d4 d5 3.f3!?) und er wählte mit 3...e6 ein besonders solides Abspiel. Nachdem Bernd den weißen Angriff weitestgehend neutralisiert hatte, offerierte er im Mittelspiel ein Remis, das der Anziehende akzeptierte. (0,5 – 0,5)

Am achten Brett brachte Klaus L. uns zeitweise in Führung, nachdem er in einem sizilianischen Stellungstyp die Initiative übernommen hatte. Als der Anziehende seinen schwarzfeldrigen Läufer abtauschen musste, konnte Klaus mit entscheidendem Effekt am Damenflügel angreifen. (1,5 – 0,5)

An Brett 2 gelang es FM Rupp nicht, Tobias' unkonventionelle Behandlung des Nimzoinders zu bestrafen (auf a3 spielte Tobias den Lb4 nach e7 zurück anstatt standardmäßig auf c3 zu tauschen). Als Tobias seine Entwicklung erfolgreich beendet hatte, bekam er ein Remis angeboten, welches er nach Absprache mit unserem Mannschaftsführer annahm. (2-1)

In Jürgens Partie ergab sich eine Standardstellung der Réti-Eröffnung. Schwarz entschied sich für ein sehr interessantes Bauernopfer, um zentrale Vorpostenfelder für seine Leichtfiguren zu erhalten. In der Folge wurde Klaus Gehlert seiner Favoritenrolle gerecht und konnte Jürgen in den taktischen Komplikationen überspielen und den Mannschaftskampf ausgleichen. (2-2)

Simon bekam am vierten Brett einen unserer Angstgegner der letzten Jahre vorgestzt - Can Ersoez. In typisch aggressiver Manier setzte dieser dazu an, seine Figuren in Richtung des schwarzen Königs zu steuern und seiner Sammlung einen weiteren Sieg im Grand-Prix-Angriff gegen Sizilianisch beizufügen. Erfreulicherweise für uns behielt Simon einen kühlen Kopf und konnte durch taktische Verteidigungszüge die weiße Attacke stoppen und daraufhin selbst einen entscheidenden Gegenangriff auf den weißen König starten. (3-2)

Am ersten Brett wählte Fabian ein Flankensystem gegen den Stonewall-Aufbau des Nachziehenden. Weiß wickelte in ein Endspiel ab, in dem ihm sein Läuferpaar und der Druck auf das schwarze Zentrum positionellen Vorteil versprachen. Allerdings machte Schwarz mit einem Bauernopfer bald klar, dass er keine passive Verteidigung beabsichtigte. Gegen diese starke praktische Entscheidung reagierte Fabian fehlerhaft, woraufhin die schwarze Initiative bald außer Kontrolle geriet. Trotz seiner knappen Bedenkzeit ließ IM Vavra Fabian daraufhin keine Chance mehr, in die Partie zurückzukommen. (3-3)

Walter überraschte seinen Gegner mit einem seltenen Abspiel in der Wiener Partie, das ihm zwar zunächst keinen klaren Positionsvorteil, aber einen extremen Zeitvorteil (zeitweise fast 1 Stunde mehr) brachte. In einem Schwerfigurenendspiel konnte Walter zunehmend Fortschritte erzielen und schließlich ein Turmendspiel mit einem Mehrbauern erreichen. Leider fand Walter hier nicht den korrekten Gewinnweg und erlaubte einen für Schwarz wichtigen Bauerntausch. Obgleich er noch lange weiter auf Sieg spielte, musste er sich schließlich gegen die schwarze Verteidigungsführung á la Philidor der Punkteteilung fügen. (3,5 – 3,5)

Somit lag unsere ganze Aufmerksamkeit nun auf der Partie von Mannschaftsführer Klaus K., welcher einen kritischen Vorteil herausgespielt hatte. Vermutlich hatte Klaus bereits im Mittelspiel einen direkten Gewinn gegen den exponierten schwarzen König verpasst, doch auch im Endspiel Dame + Läufer mit einem Mehrbauern gegen Dame + Springer sah die schwarze Lage nicht gerade rosig aus. Unter großem Zeitdruck entschied sich Klaus gegen einen Damentausch, welcher wohl in einem gewonnenen Leichtfigurenendspiel resultiert hätte. Zwar hatte Klaus mit seiner Fortsetzung die nicht unberechtigte Hoffnung, ein Mattnetz gegen den schwarzen König zu knüpfen, doch nach einer Vielzahl an Schachs gab es keinen offensichtlichen Weg für Weiß, weitere Fortschritte zu erzielen. Nun gelang es Schwarz, seine Figuren zu koordinieren und in dieser Marathonpartie ein Remis durch Dauerschach zu erzwingen. (4-4)

 

[Fabian Englert]

 

 

3. Spieltag: Kronach I - Klingenberg I 3 - 5

 

Der Spitzenspieler unserer Gastgeber fiel krankheitsbedingt aus, dies bescherte Fabian einen kampflosen Punkt und uns die schnelle Führung. (1-0)

An Brett 4 akzeptierte Walter das Remisangebot seines Gegners, nachdem Weiß in einem Lf4-Grünfeldinder einen frühen Damentausch herbeigeführt hatte. (1,5 - 0,5)

Bernd wählte heute die Trompowsky-Eröffnung und ließ das thematische Lxf6 unmittelbar folgen. Dadurch besaß Bernd zwar die bessere Bauernstruktur, doch der Kronacher erhielt im Gegenzug starken Druck auf den schwarzen Feldern. In unklarer Lage einigten sich die Kontrahenten dann auf die Punkteteilung. (2-1)

Jürgen erreichte über eine ungewöhnliche Zugfolge eine Stellung des abgelehnten Königsgambits. Mit den schwarzen Steinen setzte er zum Schlag gegen die weiße Zentralstellung von der Flanke, ...b7-b5, an. Im Zuge dieser taktischen Komplikationen beging der Anziehende einen groben Fehler und verlor eine Figur für unzureichende Kompensation. Diesen Vorteil spielte Jürgen souverän nach Hause. (3-1)

Bei Klaus L. ergab sich im Mittelspiel ein taktischer Schlagabtausch, der zu einem für Klaus klar vorteilhaften Endspiel führte. Leider ließ Klaus daraufhin zu, dass Schwarz durch einen taktischen Trick weiter vereinfachen konnte. Hieraus resultierte ein Bauernendspiel, das Klaus nicht gewinnen konnte. (3,5 - 1,5)

Simon wurde im Franzosen mit dem seltenen 3...a6-System gegen seinen Tarrasch-Aufbau konfrontiert. Seinen isolierten Damenbauern löste er später mittels d4-d5 auf. Als Schwarz künstlich rochierte, schien es, als ob Simons dynamische Vorteile gute Gewinnchancen geben sollten. Doch der Kronacher verteidigte sich in dieser Phase geschickt und konnte die Partie ins Remis vereinfachen. (4-2)

Roberts Sizilianer wurde mit der Alapin-Variante entgegnet. Im Mittelspiel "gewann" der Kronacher das Läuferpaar und hatte die etwas bequemere Stellung. Robert verstand es aber gut, seinen Positionsnachteil auf ein Minimum zu beschränken und so konnte er allmählich ausgleichen. In einem Leichtfigurenendspiel stellte der Anziehende schließlich seine Gewinnversuche ein. (4,5 - 2,5)

Am zweiten Brett erreichte Klaus K. mit Schwarz in der Struktur des Abgelehnten Damengambits eine gute "Carlsbad-Stellung". Gegen den weißen Minoritätsangriff konnte Klaus ausreichend Spiel im Zentrum und am Königsflügel generieren. Da der Mannschaftskampf bereits zu unseren Gunsten entschieden war, akzeptierte der Kronacher Klaus' Friedensangebot. (5-3)

 

[Fabian Englert]

 

 

2. Spieltag: Klingenberg I - Kirchenlaibach I 5,5 - 2,5

 

Das erste Heimspiel der Saison gegen unsere oberfränkischen Gäste aus Kirchenlaibach endete mit einem 5,5 - 2,5 - Sieg zu unseren Gunsten.

Ein heftiger Schlagabtausch fand an Brett 8 statt, als Klaus L. einen Bauern opferte, um Angriffschancen gegen den schwarzen Königsflügel zu generieren. Durch eine Unachtsamkeit des Nachziehenden kam Klaus zum Einschlag Txf7 und gewann entscheidendes Material. (1-0)

Bernd konnte ebenfalls einen vollen Punkt beisteuern. Durch eine taktische Operation gewann Bernd einen Bauern und hatte zudem diverse weitere Trümpfe in der Hand (gedeckter c5-Freibauer und guter Springer gegen schlechten Läufer des Schwarzen). (2-0)

Nun erzielten unsere oberfränkischen Gäste den Anschlusstreffer an Brett 7. Anfänglich hatte Jürgen mit seiner 1...g6-Eröffnung eine fantastische Druckstellung gegen das weiße Zentrum erreicht, doch leider resultierte hieraus nur eine völlig unklare Position mit Schwerfiguren und ungleichfarbigen Läufern. Die Könige beider Partien waren exponiert, doch der Mattangriff des Weißen schlug zuerst durch. (2-1)

Fabians Eröffnungsexperiment mit der Aljechin-Verteidigung verlief erfolgreich, im Mittelspiel war die aktive schwarze Stellung klar vorzuziehen. In der technischen Phase fand Fabian aber nicht den besten Weg zur Verwertung seines Vorteils und räumte seinem Gegner unnötigerweise gute Remischancen ein, die der Anziehende aufgrund seiner Zeitnot aber nicht realisierte. (3-1)

Am dritten Brett konnte Klaus K. mit seiner Eröffnungsphase ebenfalls zufrieden sein - der Gegner erlaubte Klaus in einem Paulsen-Sizilianer den zentralen Gegenschlag ...d7-d5 unter günstigen Umständen.
Durch eine Unachtsamkeit verlor Klaus einen zentralen Bauern, er konnte aber dank seiner aktiven Figuren ausreichend Kompensation generieren, um ein Remis zu sichern. (3,5-1,5)

Simon wählte gegen 1...e5 seines Gegners die schottische Eröffnung und die Partie steuerte aufgrund massiver Abtauschoperationen bald einem Endspiel entgegen. Beide Parteien besaßen 2 Türme, aber es war zuerst nicht klar, wessen Leichtfigur sich als stärker erweisen würde. Simon konnte durch bedachte Bauernzüge seinen Raumvorteil vergrößern, was zugleich den Wirkungsbereich des schwarzen Springers einschränkte, und Schwarz so vor große Probleme stellen.
Als dieser einen Bauern verlor, schien der weiße Sieg nahe, doch schlussendlich konnte der Kirchenlaibacher eine klassische Remisfestung errichten, die Simon mit König und Läufer nicht durchbrechen konnte. (4-2)

Walter musste sich mit dem Grand-Prix-Angriff auseinandersetzen (1.e4 c5 2.Sc3 Sc6 3.f4). Der weiße Königsflügelangriff wirkte bedrohlich, nachdem Walter in der Eröffnung Zeit durch ein Damenmanöver verloren hatte.
Doch durch ein starkes Qualitätsopfer konnte Walter die weiße Attacke stoppen und selbst die Initiative übernehmen, was ihm ein gewonnenes Leichtfigurenendspiel einbrachte. Hier agierte Walter leider nicht präzise genug und ließ seinen Gegner mit einem Remis entkommen. (4,5 - 2,5)

Tobias spielte eine komplexe Partie, die geprägt war von den verzahnten Bauernketten beider Seiten. Nach einem turbulenten Mittelspiel ergab sich ein Endspiel, in dem Tobias zwar Druck hatte, die kompakte schwarze Stellung aber nicht einfach zu knacken schien.
Das Turmendspiel war bereits recht vereinfacht, doch der weiße Raumvorteil erwies sich schließlich als entscheidender Faktor. Tobias verstand es gut, diesen Trumpf zu nutzen und sicherte uns einen weiteren Sieg. (5,5 - 2,5)

 


[Fabian Englert]

 

 

1. Spieltag: Mömbris I - Klingenberg I 3-5

 

Zum Saisonstart in der Regionalliga Nord-West wurden wir in Mömbris unserer Favoritenrolle gerecht und erreichten einen zu jedem Zeitpunkt ungefährdeten 5-3-Sieg.

Die erste Entscheidung fiel an Brett 6. Bernd glich mit den schwarzen Steinen in einem 4.e3-Slawen relativ problemlos aus und einigte sich mit seinem Gegner im frühen Mittelspiel auf die Punkteteilung. (0,5 - 0,5)

Klaus K. bekam heute Königsindisch vorgesetzt und wählte dagegen den Sämisch-Angriff. Es ergab sich eine scharfe Partie mit heterogenen Rochaden. Klaus kombinierte sein Druckspiel am schwarzen Königsflügel mit einem zentralen Bauerndurchbruch und stellte Schwarz vor große Probleme. Als der Nachziehende durch eine Fesselung eine Figur verlor, gab er sich geschlagen. (1,5 – 0,5)

Bei Fabian an Brett 1 fiel bereits im Eröffnungsstadium die Vorentscheidung, als Schwarz in der Fianchetto-Variante des Taimanov-Sizilianers zu früh …b7-b5 spielte und e4-e5 zuließ. Aufgrund der Öffnung des Zentrums konnte Fabian seine Kräfte nun in Windeseile mobilisieren, da er ständig Drohungen gegen König und Dame des Schwarzen aufstellte. Nach gut 20 Zügen wählte er eine der vielen Möglichkeiten, seine dynamischen Vorteile in einen entscheidenden Materialgewinn umzumünzen. (2,5 – 0,5)

An Brett 5 wurde Walter mit einem Hybridsystem aus Najdorf-und Drachenvariante konfrontiert. Auch wenn der schwarze Bauernsturm optisch eindrucksvoll wirkte, hatte Walter die Situation unter Kontrolle und besaß mit seiner zentralen Dominanz den wichtigeren Trumpf. Schließlich entschloss sich sein Gegner für ein optimistisches Qualitätsopfer, das Walter aber souverän widerlegte. (3,5 – 0,5)

Klaus Link verließ schon in der sehr frühen Eröffnungsphase die ausgetretenen Pfade (1.e4 c6 2.d3 e5!? 3.Sf3 d6), doch konnte er in der Folge mittels …f7-f5 gutes Gegenspiel erreichen. Auch nach Damentausch stand der weiße Königsflügel noch etwas unter Druck, was den Anziehenden wohl dazu brachte, Remis anzubieten. Da uns diese Punkteteilung hochwahrscheinlich den Sieg sicherte, akzeptierte Klaus. (4 – 1)

Jürgen hatte den Réti-Aufbau gewählt und im Mittelspiel war die Partie zunächst im Gleichgewicht. Dann aber beging Schwarz mit 23…f7-f6? einen folgenschweren Fehler, da nun seine Königstellung chronisch schwach war. Jürgen nutzte dies später zu einem Bauerngewinn und konnte in gegnerischer Zeitnot anschließend in ein gewonnenes Bauernendspiel abwickeln. (5 – 1)

Tobias geriet im frühen Mittelspiel unter Druck, als er dem Anziehenden erlaubte, die Bauernkette c6-b5 mittels d4-d5 zu unterminieren. Später schien es allerdings so, als ob Tobias die Lage wieder einigermaßen unter Kontrolle hatte – zwar besaß Weiß im entstandenen Doppelturmendspiel noch einen Mehrbauern, aber auch einen geschwächten Königsflügel, so dass die Stellung eher remisträchtig war. Leider zeigte Tobias heute nicht seine besten Defensivqualitäten und geriet in der Folge langsam aber stetig auf die Verliererstraße. (5 - 2)

Simon spielte Königsindisch und wurde mit dem modischen Krasenkow-System konfrontiert. Weiß erreichte seine Idealstellung, konnte er doch den Königsflügel versiegeln und hatte freie Hand am Damenflügel. Wie typisch für solche Stellungstypen entschloss sich der Anziehende mittels Figurenopfer durchzubrechen und hatte nach der Zeitnotphase eine strategische Gewinnstellung. Doch dann spielte der Mömbriser ungenau und ließ massives schwarzes Gegenspiel zu. Ein Remis durch das Errichten einer Festung war jetzt sicher möglich, doch beging Simon den letzten Fehler und landete in einem hoffnungslosen Turmendspiel. (5 – 3)

 

[Fabian Englert]

 

 

 

Saison 2014/15:

9. Runde: Kelheim I - Klingenberg I  4,5 - 3,5

Zu Gast in Kelheim traten wir mit einer sehr jungen Mannschaft an (Altersdurchschnitt 29!) und konnten den designierten Aufsteiger vor erhebliche Probleme stellen.

Zuerst nahm Simon seinem über 250 DWZ-Punkte stärkeren Gegner ein Remis ab, der in symmetrischer Struktur aufgrund seiner etwas passiven Stellung keine Gewinnversuche unternehmen mochte.

Robert ließ ebenfalls nichts anbrennen und spielte eine saubere Partie. Aus seiner Englischen Eröffnung resultierte im Mittelspiel sogar ein leichter Vorteil, doch Schwarz vermochte den Druck durch Figurentausch zu neutralisieren. In einem Leichtfigurenendspiel einigte man sich auf die Punkteteilung.

Durch einen Sieg an Brett 4 gingen die Gastgeber in Führung, Weiß entwickelte einen starken Angriff gegen Jürgens Königsstellung. Seine Absichten, diesen Flügel zu blockieren, durchkreuzte der Kelheimer mit einem Figurenopfer, wonach sich der schwarze Monarch als zu exponiert erwies.

Einen sehr dramatischen Verlauf nahm Kilians Partie, der sich an Brett 8 mit einem fast 600-DWZ-Punkte stärkeren Gegner duellieren durfte. Nach taktischen Ungenauigkeiten beider Seiten sah es zunächst sehr gut für Kilian aus, der mehrere Bauern eingeheimst hatte. Leider übersah er dann einen taktischen Trick, wonach er eine Figur verlor und sich seine 3 Bauern als nicht ausreichende Kompensation erwiesen. Zwar bestand die durchaus realistische Gefahr, dass Weiß am Ende nur Läufer und der falsche Randbauer übrigbleiben sollten, doch der Kelheimer spielte im Endspiel deutlich achtsamer als in der Eröffnung und baute die Führung der Gastgeber aus.

Der Gegenschlag erfolgte an Brett 2, hier erlangte Tobias einen schönen Schwarzsieg mit dem Jänisch Gambit (1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 f5!?). Durch druckvolles Angriffspiel in der gegnerischen Zeitnotphase gewann Tobias eine Qualität und erreichte ein technisch gewonnenes Endspiel.

Am sechsten Brett verteidigte sich Bernd heute mit Nimzo-Indisch, Weiß wählte das strategische 4.e3-System. Der Kelheimer hatte aufgrund seines Minoritätsangriffs am Damenflügel die etwas bessere Stellung und nach einer Unachtsamkeit Bernds konnte Weiß für ihn taktische günstige Komplikationen einleiten (39.Lxg6!), doch verlor der Anziehende wenig später den Faden und Bernd konnte sich problemlos ein Remis sichern.

Auch bei Klaus K. endete die Partie unentschieden, nachdem Klaus mit seiner Katalanischen Eröffnung zunächst einen schönen Vorteil erreicht hatte. Wenn man bedenkt, dass beide Kontrahenten entscheidende taktische Schläge ungenutzt ließen (35.De7+! gewinnt sofort für Weiß; 42/43...Sf4+!! beendet die Partie zugunsten von Schwarz), konnten beide Spieler gewissermaßen mit der Punkteteilung zufrieden sein.

Zum Showdown kam es nach fünf Stunden an Brett 1. Fabian hatte sich für ein sehr interessantes (angesichts objektiv klar vorteilhafter Alternativen aber wohl unnötiges) Figurenopfer entschieden, das zu einem komplexen Endspiel führte, in dem Weiß eine 3-Bauern-Phalanx für eine Leichtfigur besaß. Besonders sehenswert war die Sequenz 43...Te8!! (vermeidet den Übergang in das Turmendspiel nach dem naheliegenden 43...Te6? 44.Txh7 Txd6 45.Txa7 Ke6 46.Ka3!+- wonach es der schwarze König nicht zum rettenden c6-Feld schafft), worauf Fabian den studienhaften Gewinnweg 44.e7!! fand (jetzt wäre 44.Txh7? Kxe6 45.Txa7 Kxd6 ein recht einfaches Remis für Schwarz), da sich Schwarz nach 44...Ke6 45.Td8 Sf6 46.Ka3! niemals gegen das Konstrukt d6-e7-Td8 befreien kann (mögliche Wartezüge sind nur Ke6, Kf7, und in Kombination mit Kf7 ...Te8-g8), während Weiß ungehindert am Damenflügel vorrücken kann. Leider vergab Fabian einige Züge später unter Zeitdruck seinen Gewinnvorteil und erlaubte Prof. Dr. Kreuzer eine rettende Remisidee, die der Heimmannschaft den 4,5-3,5-Sieg sicherte.

Dennoch insgesamt eine starke Vorstellung unserer Mannschaft, die als klarer Außenseiter ins Rennen ging. Wir wünschen Kelheim in der nächstes Saison viel Erfolg in der Oberliga und geben unser Bestes, den Wiederaufstieg in die Landesliga zu erreichen.

 

[Fabian Englert]

 

 

8. Runde: Klingenberg I - SW Nürnberg Süd I  5 - 3

Nach vielen Wendungen erreichten wir am Sonntag gegen unsere mittelfränkischen Gäste von SW Nürnberg Süd unseren ersten Mannschaftssieg der Saison.

Klaus L. bot seinem favorisierten Gegner im frühen Mittelspiel Remis an. Dieser entschloss sich, die Punkteteilung zu akzeptieren und die schwierige Frage um die richtige Positionierung seines schwarzen Königs unbeantwortet zu lassen.

Am dritten Brett endete die Partie des anderen Klaus ebenfalls im Remishafen. Unser Mannschaftsführer übernahm im Mittelspiel die Initiative und erreichte ein Materialplus, doch Weiß entkam zum Ende der Zeitkontrolle durch ein Dauerschach.

Simons Partie stand zu Beginn unter keinem guten Stern, da er offensichtlich die Varianten im Sizilianischen Vierspringerspiel verwechselte und ohne Not einen Ausflug mit seinem König nach e4 unternahm. So stand Schwarz bereits nach 15 Zügen objektiv auf Gewinn, doch agierte der Nürnberger nicht energisch genug und die Lage wurde bald wieder unklar. Die sich nun anschließende taktische Phase war geprägt von Ungenauigkeiten beider Seiten (unter anderem übersahen beide Spieler ein mögliches zweizügiges Matt nach 25.Lxd6+!), doch unterlief Schwarz der finale Fehler und Simon konnte die Partie durch Matt zu unseren Gunsten beenden.

Der nächste Sieg folgte von Tobias am zweiten Brett, der ebenfalls nicht besonders günstig aus der Eröffnung gekommen war. Er entschloss sich, mittels Bauernopfer den „luftigen“ schwarzen König anzugreifen. Zwar konnte Schwarz durch Damentausch diese Bedrohung neutralisieren, doch vergab er unmittelbar darauf durch einen unachtsamen Springerzug all seinen Vorteil und Tobias konnte das nun entstandene unklare Turmendspiel bis zum 42. Zug durch starkes Druckspiel für sich entscheiden.

Es folgte der Anschlusstreffer unserer Gäste an Brett 5. Jürgen führte hier die schwarzen Steine in einer symmetrischen Englischen Eröffnung und nahm im Zentrum viel Raum ein, was aber auch Schwächen in seiner Stellung schuf. So konnte der Nürnberger schließlich mit entscheidendem Effekt durchbrechen und die Aufgabe erzwingen.

Am Nebenbrett wählte Walter die kritische Vorstoßvariante gegen die Caro-Kann-Verteidigung seines Gegners, wonach sich ein sehr komplexes Mittelspiel ergab. Nach dem Damentausch sah die Lage für den Anziehenden nicht schlecht aus, aber aufgrund des etwas exponierten weißen Königs neigte sich die Waage doch mehr und mehr zugunsten des Schwarzen. Walter büßte einen Bauern ein und musste nach weiterem Materialverlust seinen Widerstand bald einstellen.

Bernd hatte heute die Aljechin-Verteidigung gewählt, doch konnte er mit seiner Mittelspielstellung kaum zufrieden sein, da Weiß in Punkto Raum sowie Figurenaktivität klar dominierte. Doch der Anziehende machte nichts aus seinen dynamischen Vorteilen und erlaubte Bernd, sich durch Figurentausch aus seiner misslichen Lage zu befreien. So kam es, dass Bernd auf einmal einen Bauern gewann und ein technisch gewonnenes Schwerfigurenendspiel erreichte, das er in einen Sieg ummünzte.

Fabian hatte sich heute für einen Stonewall-Aufbau entschieden, nachdem Weiß frühzeitig e2-e3 gespielt hatte. Im Mittelspiel besaß Schwarz eigentlich gutes Spiel, doch Fabian leitete einen fragwürdigen Angriff am Königsflügel ein, der ihm selbst nur Ärger einbrachte. Der Anziehende verteidigte sich logisch und aktiv und hatte bald kritischen Vorteil erreicht. Obwohl Fabian die knappere Zeit hatte, wendete sich in der Zeitnotphase das Blatt und Schwarz erreichte ein gutes Endspiel. Vermutlich enttäuscht aufgrund des Partieverlaufs fand Weiß hier nicht mehr die beste Verteidigung und gab sich nach 60 Zügen geschlagen.

 

Aufgrund unseres designierten Abstiegs ist dieser Mannschaftssieg nur Ergebniskosmetik, aber natürlich tut gerade so ein rares Erfolgserlebnis besonders gut!

 

[Fabian Englert]

 

 

7. Runde: Schweinfurt I - Klingenberg I   6 - 2

Aufgrund Personalmangels traten wir heute nur zu siebt an und waren gegen die ohnehin nominell klar favorisierten Schweinfurter ohne Chance.

Klaus L. erreichte an Brett 7 gegen Udo Seidens ein Remis, nachdem aus dessen Aljechin-Verteidigung ein komplexes Mittelspiel entstanden war.

Am sechsten Brett verteidigte Bernd mit den schwarzen Steinen ein klassisches Vierspringerspiel und konnte gutes Gegenspiel erreichen, wofür er ebenfalls mit einem Remis belohnt wurde.

Simon führte einen schwerblütigen Kampf und besaß Raumvorteil, doch letzten Endes siegte Routinier Rainer Öchslein mit einem typischen Gegenangriff in einem „sizilianischen Igel“.

Walter einigte sich in einem typischer Mittelspielstellung der Caro-Kann-Vorstoßvariante auf Unentschieden, nachdem Schwarz beide Läufer tauschen und - vor allem dank seines aktiven f5-Springers - ausgleichen konnte.

Jürgen wählte an Brett 4 einen altindischen Aufbau, doch der Anziehende erreichte im Mittelspiel dank seines Raumvorteils entscheidenden Vorteil.

Nach viereinhalb Stunden musste Fabian an Brett 1 seine Versuche einstellen, sein gleichfarbiges Läuferendspiel noch zum Sieg zu führen, da FM Golda präzise verteidigte und nicht die Schaffung einer zweiten Schwäche zuließ.

Eine gute halbe Stunde später musste Klaus K. in dem hoffnungslosen Endspiel Turm + Bauer gegen Springer + Läufer + 2 Bauern die Segel streichen, nachdem FM Seuffert in den Komplikationen des Mittelspiels den besseren Überblick behalten hatte und Materialgewinn im Zentrum erreichen konnte.

 

[Fabian Englert]

 

 

6. Runde: Klingenberg I - Kitzingen I   4 - 4

Im Klassiker gegen Kitzingen gingen wir ausnahmsweise einmal nicht leer aus, sondern konnten uns - wenn auch zu spät - den ersten Mannschaftspunkt der Saison erkämpfen.

An Brett sieben bekam es Klaus L. mit Istok Ferlan zu tun, dem nominell stärksten Spieler der Gäste. Letzterer war heute offensichtlich in Angriffslaune und navigierte alle Figuren in Richtung Klaus‘ König. Nachdem dieser durch ein sehenswertes doppeltes Figurenopfers seines Bauernschutzes beraubt wurde, gab es für Klaus keine Verteidigung mehr.

In der klassischen Struktur des Abgelehnten Damengambits hatte Walter mit Schwarz seine Eröffnungsprobleme erfolgreich gelöst und ausreichend Gegenspiel erhalten, um den weißen Minoritätsangriff zu neutralisieren. Wenig später einigte sich Walter mit seinem Gegner auf Remis, nachdem man in einem sterilen Endspiel angekommen war.

Jürgens Partie am Nebenbrett endete ebenfalls unentschieden. In einem f4/b3-Aufbau wurden sämtliche Läufer abgetauscht, wonach der Nachziehende mit seinen Springern die etwas löchrige weiße Stellung infiltrierte. Da Jürgen aber gewisse Angriffschancen gegen den schwarzen König besaß, bot ihm sein Gegner Remis an, das Jürgen akzeptierte.

An Brett 2 überzeugte Klaus K. gegen Konstantin Kunz, den Meister von Unterfranken 2012. Mit den weißen Steinen erreichte Klaus gegen einen Paulsen-Sizilianer im Mittelspiel einen starken Königsangriff. Als Schwarz die Chance auf eine taktische Verteidigung (24…Lh6!) ausließ, fiel seine Stellung wie ein Kartenhaus zusammen. Zusätzlich zu seinem Angriff gewann Klaus entscheidendes Material und ließ nichts mehr anbrennen.

Bernd wählte heute den Botwinnik-Aufbau der Englischen Eröffnung. Sein Gegner erlangte jedoch signifikanten Vorteil, als er im Mittelspiel das perfekte c5-Blockadefeld mit seinem Springer besetzen konnte. Insofern war es eine aus unserer Sicht sehr erfreuliche Entwicklung, als Bernd den Schwarzen vor der Zeitkontrolle durch einen angedeuteten Königsangriff zu einem Remis „überreden“ konnte.

Mirco hatte an Brett 8 leichten Vorteil aus der Eröffnung erhalten, wählte aber im damenlosen Mittelspiel den falschen Leichtfigurentausch und geriet in Nachteil. So ergab sich schließlich ein Turmendspiel mit einem Mehrbauern für Schwarz. Hier war Mirco dann aber ganz auf der Höhe und zeigte eine saubere Verteidigungsleistung.

Am fünften Brett hatte Simon Probleme mit dem „katalanischen Läufer“ des Anziehenden, der unangenehmen Druck gegen den d5-Bauern ausübte. Mithilfe eines taktischen Tricks konnte Georg Kwossek ebendiesen Bauern gewinnen und ein Schwerfigurenendspiel mit einem Mehrbauern erreichen. Der Kitzinger zeigte hier eine gute Technik. In einem hoffnungslosen Turmendspiel war Simon nach 55 Zügen gezwungen, seinen Widerstand einzustellen.

So wie sich der Mannschaftskampf entwickelt hatte (Zwischenstand 3-4), zahlte es sich jetzt aus, dass Fabian an Brett 1 die Spannung in seinem damenlosen Mittelspiel aufrechterhalten und nicht direkt in ein Remis liquidiert hatte (was z.B. mit 16…Lxa3 17.bxa3 The8 nebst 18…Sxd4 möglich war). Unter moderatem Zeitdruck unterlief Weiß nämlich ein Fehler (34.Ke2?), der es Fabian erlaubte, die geballte Kraft seiner Turm-Läufer-Kombination zu demonstrieren und einen Bauern zu gewinnen. Nach der Zeitkontrolle münzte Fabian diesen Vorteil in einen Sieg um.

 

[Fabian Englert]

 

 

5. Runde: Würzburg I - Klingenberg I   4,5-3,5

 

Das „Kellerduell“ in der Landesliga gegen die Würzburger Schachfreunde entwickelte sich zu einem sehr spannenden Mannschaftskampf, doch zogen wir nach gut 5 Stunden knapp den Kürzeren.

An Brett 2 offerierte Tobias seinem Gegner frühzeitig ein Remis. Nachdem dieser es zuvor verpasst hatte, mit d5-d6! die schwarze Stellung einzuschneiden, blieb ihm kein Stellungsvorteil und er akzeptierte das Angebot.

Klaus L. wurde mit Can Ersoez‘ Grand-Prix-Angriff konfrontiert. Nach einem ungenauen Verteidigungszug schlug der weiße Königsangriff durch und Klaus konnte das Matt trotz seines großen Materialvorteils nicht mehr stoppen.

Bernd neutralisierte Routinier Norbert Kuhn in der Französischen Abtauschvariante. Beide Seiten scheuten nicht vor massivem Figurentausch zurück und so landete man bald in einem Turm-Springer-Endspiel bei symmetrischer Bauernstruktur, in dem keine Seite Fortschritte erzielen konnte.

Simons Partie befand sich über weite Strecken im ungefähren Gleichgewicht, das weiße Läuferpaar wurde durch den schwarzen Entwicklungsvorsprung kompensiert. Etwas später entschied sich der Anziehende für einen eher ungünstigen Abtausch, wonach Simons Dame + Springer gegen die weiße Damen-Läuferkombination dominierte. Simons Initiative warf bald Früchte ab - nachdem er mehrere Bauern gewann und den Damentausch erzwingen konnte, war der Sieg in trockenen Tüchern.

An Brett 5 behielt Jürgen in den Komplikationen des Mittelspiels den besseren Überblick und gewann einen gesunden Bauern. Danach agierte er jedoch unkonzentriert und ließ im Endspiel starkes Gegenspiel zu. Bald gewann der Würzburger seinen Bauern zurück und konnte dank seiner starken Türme sogar noch einen weiteren gewinnen. Frustriert über diese Entwicklung resignierte Jürgen und unterschätzte dabei offensichtlich das Defensivpotential seiner Stellung, die durchaus noch Chancen auf Remis bot.

Klaus K. hatte ebenfalls einen klaren Mehrbauern im Mittelspiel erobert und besaß aufgrund der passiven Stellung des Nachziehenden exzellente Gewinnchancen. Leider nutzte Klaus seine Chance auf einen sofortigen taktischen Gewinn nicht (38.a4!+-) und fand auch keine Möglichkeit weiter Druck auf den Schwarzen auszuüben. So endete diese Partie in einer Zugwiederholung.

Auch Fabian strauchelte in der technischen Phase der Partie. Nach der Zeitkontrolle besaß er eine Gewinnstellung mit Turm + 2 Bauern gegen 2 Leichtfiguren, da der gegnerische h8-Läufer aufgrund der weißen Bauernkette e5-f4-g5-h6 bereits klinisch tot war. Doch in einer komplexen Variante übersah Fabian ein Detail und verlor völlig die Kontrolle über die Stellung. Um die schwarzen Mattdrohungen zu stoppen musste er in ein Damenendspiel mit Minusbauern abwickeln. Überraschenderweise bot FM Rupp trotz Mehrbauer, Zeitvorteil und einer jederzeit möglichen Dauerschachoption sofort Remis an, das Fabian dankbar annahm.

Nach einem Eröffnungsfehler seines Gegners hatte Walter im damenlosen Mittelspiel einen klaren Positionsvorteil erreicht. Die nächste Partiephase war geprägt vom langwierigen Manövrieren beider Seiten, doch von welcher Seite Walter die Schwächen im gegnerischen Lager auch anging, entscheidende Fortschritte konnte er nicht erzielen. Schließlich vesuchte Walter es mit einem Bauernvormarsch am Königsflügel, doch auch dies führte nicht zum erwünschten Effekt und erlaubte dem Anziehenden außerdem, seinen isolierten Doppelbauern aufzulösen. Nach langem Kampf gingen Walter dann die Ideen aus und er wiederholte die Züge.

Freilich war heute deutlich mehr drin, und einmal mehr haben wir gelernt "The game's not over until it's over!".

 

[Fabian Englert]

 

 

4. Runde: Klingenberg I – NT Nürnberg II   1,5-6,5

 

An Brett 4 erspielte sich Walter mit den weißen Steinen einen schönen Sieg gegen das Gurgenidze-Setup seines Gegners. Infolge eines taktischen Schlagabtauschs im Zentrum gewann Walter einen Bauern. Im Turmendspiel setzte der Nachziehende dann alles auf eine Karte und opferte einen zweiten Bauern, in der Hoffnung mit seinem aktiven König und einem Freibauern ausreichend Gegenspiel zu erhalten. Doch nach einem groben Fehler des Nürnbergers im 32. Zug erlangte Walter absolute Kontrolle über die Stellung und zwang seinen Gegner wenige Züge später zur Aufgabe.

Am ersten Brett ließ sich Fabian in seiner Pirc-Eröffnung zu einem verfrühten Vorstoß am Damenflügel verleiten. Um nicht in eine strategisch nachteilige Stellung zu gelangen entschied er sich daraufhin mit einem spekulativen Bauernopfer große Komplikationen heraufzubeschwören. Nachdem Weiß etwas zu bedenkenlos agiert hatte, nahm der schwarze Angriff bereits besorgniserregende Ausmaße an. Doch der Anziehende blieb cool und fand eine gute Verteidigung, woraufhin Fabians Figurenopfer gegen die weiße Königsstellung lediglich zum forcierten Remis durch Dauerschach führte.

Nach dieser kurzzeitigen (1,5 – 0,5-) Führung ging es leider rasant abwärts, nicht zuletzt weil unsere Gäste an den hinteren Brettern signifikante nominelle Vorteile besaßen: Zunächst verlor Bernd in der Mittelspielstruktur des Beschleunigten Sizilianischen Drachens den Faden und erlaubte dem Anziehenden einen entscheidenden Einschlag auf g6, der das sofortige Matt bedeutete.

Am Nebenbrett musste sich Simon ebenfalls geschlagen geben, nachdem ein fragwürdiges Läuferopfer von seinem Gegner gekonnt widerlegt wurde.

Weniger klar war der Spielverlauf bei Klaus L. an Brett 8, der die Lage durch ressourcenreiches Spiel immer wieder verkomplizierte. In Zeitnot übersah er aber einen taktischen Trick des Schwarzen, welcher unter Turmopfer seinen Freibauern verwandeln konnte.

Aus unserer Sicht noch tragischer war Tobias‘ Partie an Brett 2, der im Mittelspiel deutlichen Vorteil erreicht hatte, im Zeitnotduell aber den Kürzeren zog. Ausgerechnet in dem Moment, als sich Tobias mit einer taktischen Operation den Sieg sichern konnte, beging er einen kritischen Fehler und ermöglichte dem Schwarzen, die Partie für sich zu entscheiden.

Am fünften Brett verteidigte sich Jürgen gegen den Königsindischen Angriff des Anziehenden. Da er die Lage am Königsflügel zunächst unter Kontrolle hielt und selbst die d-Linie kontrollierte, konnte man mit gesundem Optimismus auf diese Partie blicken. Doch einmal mehr zeigte der Nürnberger in der Zeitnotphase die besseren Nerven und erreichte eine technische Gewinnstellung.

Klaus K. bewies mit den schwarzen Steinen in einem „katalanischen Endspiel“ Durchhaltevermögen, musste sich aber schließlich der ausgezeichneten Technik seines Gegners beugen, der nach 74 Zügen seinen Raumvorteil in einen Sieg ummünzte.

 

[Fabian Englert]

 

 

LLN, 3. Runde:  Bad Kötzting – Klingenberg 6,0 : 2,0

Ersatzgeschwächt und dezimiert (Bernd musste erkrankt passen) traten wir die lange Fahrt nach Bad Kötzting an. 2x Klaus, Robert und Jürgen reisten schon am Samstag an und nutzen die Zeit
bei Bodenmais die Rißlochfälle zu erwandern und ein sehr gemütliches gemeinsames Abendessen im Hotel  einzunehmen. Dazu stießen dann nach mehrstündiger Fahrt am Sonntag Manuel, Simon und Kilian. Gegen die deutlich überlegenen Bad Kötztinger (DWZ 2105 : 1833) hatten wir keine Chance. Wir kämpften aber lange und konnten mit 2,0 : 6,0 noch ein respektables Ergebnis erzielen.

[KK]
 
Kurzberichte der einzelnen Partien:

Brett 1 - 0:1
Nach ausgeglichener Eröffnung setzte Klaus etwas zu zaghaft fort und Schwarz übernahm mit einem Königsangriff die Initiative. In Zeitnot patzte Klaus entscheidend in 37. Zug und die Partie war ein paar Züge später beendet. [KK]

Brett 2 – 0.5:0.5

Nach einer Unachtsamkeit verlor Jürgen im Mittelspiel einen Randbauer, welcher als Freibauer dann auch sehr gefährlich wurde. Aus der Not heraus startete er, nach Dame und Turmtausch, mit seinem König einen Vormarsch, um mit Hilfe von Bauernopfern seine Freibauern zu unterstützen. Wohl aufgrund der relativ knappen Zeit seines Gegners, führte dieser Plan, nach einem Fehler, zum Erfolg. Beide Seiten wandelten Ihre Freibauern zu Damen um, die Jürgen schnell wieder abtauschen konnte und das resultierende Endspiel, mit einem Bauern weniger und ungleichen Läufern, leicht remis halten konnte.“  [JW]

Brett 3: 1:0

Nach einer gut laufenden Eröffnungsphase gewann Simon im Tarrasch-Franzosen eine Qualität für einen Bauern und erhielt somit einen kleinen Vorteil, den er nach ein bis zwei Ungenauigkeiten seines Gegners deutlich vergrößerte. In Zeitnot stellte Simon jedoch unnötig einen Bauern ein und geriet in ein Endspiel T+3B – S+5B. Da Simon einen entfernten Freibauern bilden konnte, musste sich sein Gegner kurz- oder langfristig geschlagen geben. [SL]

Brett 4: - +

Brett 5 – 0:1

Nach einem falschen Eröffnungsplan wehrte sich Klaus an Brett 5 lange Zeit gegen den 250 Punkte schwereren Kötztinger Gegner zäh und fintenreich.
Die Bedenkzeit wurde bei beiden Parteien bis auf eine Minute Rest gut in die komplexe Position am Brett investiert. Am Ende siegte der stärkere Spieler durch das konsequente Vorschieben seiner beiden Zentralbauern im richtigen Moment.  [KL]

Brett 6 – 0:1

Manuel kam aus der Benoni-Eröffnung heraus in eine ausgeglichene Stellung. Das mit b7-b5 angebotene Bauernopfer lehnte sein Gegner ab und spielte stattdessen kurz darauf selbst unter Bauernopfer den Vorstoß e4-e5. Dadurch wechselte die Initiative, der schwarze Mehrbauer auf e5 nahm dem eigenen Läufer auf g7 seine Wirkung auf den Damenflügel und Weiß erhielt Angriff auf dem Königsflügel in zunächst noch ausgeglichener Stellung. Die anschließenden schwachen schwarzen Züge ließen den weißen Angriff jedoch erfolgreich und Materialverlust unvermeidlich werden."  [MF]

Brett 7 – 0:1

Robert war nach einer ihm unbekannten Eröffnungsvariante der Tschigorin-Verteidigung im Damengambit recht schnell in einem Schwerfigurenmittelspiel bei weißem Springer gegen schwarzen Läufer angekommen. Da der Gegner eine passive Struktur innehatte, versuchte Robert Schwächen am Damenflügel zu erzeugen. Der weitaus erfahrenere Bad Kötztinger konterte jedoch mit einem Bauernhebel im Zentrum, worauf Robert die Fehlentscheidung traf, einen Bauern für Angriff zu opfern. Da der Angriff nicht durchschlug, musste Robert relativ schnell die Waffen strecken. [RL]

Brett 8 – 0.5:0.5

Nachdem Kilian schlecht aus der Eröffnung kam, musste er im Mittelspiel kämpfen, um nicht deutlich ins Hintertreffen zu geraten. Nach einem Fehlerfestival beiderseits konnten sich beide Spieler auf ein Remis einigen. Weiß hätte allerdings noch Angriffschancen gehabt. [KM]

 

2. Runde: Klingenberg I – Bindlach II   3-5

 

Nach einer kurzfristigen krankheitsbedingten Absage von Bernd starteten wir mit 0-1 Rückstand in das „Kellerduell“ gegen Bindlach. Zumindest traten unsere Gäste stark ersatzgeschwächt an.

Klaus Links Partie war stets im Gleichgewicht – zu Beginn wurde eine symmetrische Damenindische Struktur diskutiert, danach änderte Klaus den Stellungstyp und spielte gegen das hängende Bauernzentrum des Anziehenden. Im Mittelspiel einigte man sich auf die Punkteteilung. (0,5 – 1,5)

Manuel hatte sich eine grundsolide Stellung erarbeitet, er besaß Raumvorteil und den (zugegebenermaßen symbolischen) Vorteil des besseren Läufers. Doch sollte sich sein überproportional hoher Zeitverbrauch in der Anfangsphase der Partie rächen. Im fortgeschrittenen Stadium des Mittelspiels agierte Manuel unachtsam und erlaubte seinem Gegner einen taktischen Durchbruch, den dieser in einen Sieg ummünzte. (0,5 – 2,5)

Klaus K. bekämpfte die Tarrasch-Verteidigung des Abgelehnten Damengambits und erreichte gegen den d-Isolani des Schwarzen einen schönen strategischen Vorteil. Nach eigener Angabe beging er dann eine Ungenauigkeit und sein Gegner konnte ausgleichen. Danach musste er sich mit Remis begnügen. (1-3)

Simon spielte zweifelsohne die spektakulärste Partie des Tages, was nicht verwundert, da er die berühmt-berüchtigte Botwinnik-Variante wählte. Sein Gegner entgegnete mit dem fragwürdigen 6.e3?! und Simon hielt an dem Gambitbauern fest. Nach äußerst kompromisslosem Spiel von Schwarz am Damenflügel gewann Simon entscheidendes Material und hatte im Mittelspiel bald zwei Damen (!!) auf dem Brett. Als klar war, dass ein weißer Mattangriff chancenlos war, musste der Anziehende resignieren. (2-3)

Fabian kam mit leichtem, aber spürbarem Vorteil aus der Eröffnung nachdem Weiß unnötig viel Zeit mit einem Damenmanöver verloren hatte. Zwar ließ Fabian im 17.Zug eine Chance auf den sofortigen taktischen Gewinn ungenutzt, doch auch in der Partiefortsetzung stand Schwarz besser, was schließlich in einem Endspiel mit Mehrbauern endete. Hier leistete Weiß denkbar wenig Widerstand und erlaubte Fabian in kürzester Zeit mit Turm und Springer ein typisches Mattnetz zu flechten. (3-3)

Jürgen hatte aus der Eröffnungsphase eine fantastische Druckstellung erreicht, mit Raumvorteil und vielversprechenden Angriffschancen gegen die schwarze Königsstellung. Leider verlor er in der Zeitnotphase den Faden, machte den Sack nicht zu und verlor sogar Material. Noch bestanden gewisse Chancen in das theoretische Remis-Endspiel Turm gegen Turm + Springer zu entkommen, doch Jürgen entschied sich für einen falschen Plan woraufhin seine Gegnerin ihren Materialvorteil mühelos verwertete. (3-4)

Walter kämpfte erneut am Längsten und musste sich am Ende geschlagen geben, nachdem er zuvor aus mannschaftstaktischen Gründen ein Remisangebot abgelehnt hatte. Gestartet als Alapin-Sizilianer stand die Partie bald im Zeichen der langen Bauernketten beider Seiten. Walter hatte im Zentrum zunächst eine solide Blockadestellung erreicht, doch konnte der Anziehende in der Folge am Königsflügel mit entscheidendem Effekt durchbrechen. Nach unvermeidbarem Materialverlust versuchte Walter die noch verbliebenen Schwindelchancen zu nutzen, doch sein Gegner blieb bis zum Ende wachsam und gewann. (3-5)

 
 
[Fabian Englert]
 
 
 
1. Runde: Klingenberg I - Bamberg I

Einen rabenschwarzen Tag erwischte die Klingenberger Erste heute zum Saisonauftakt gegen Bamberg. Wir unterlagen unseren Gästen aus Oberfranken sehr deutlich mit 1,5 – 6,5.

Am zweiten Brett konnte Klaus K. die provokative Eröffnungsbehandlung seines Gegners nicht widerlegen und einigte sich nach kurzer Zeit auf  Remis.

Klaus Links König geriet ins Kreuzfeuer der weißen Angriffsläufer. Nach einer taktischen Ungenauigkeit verlor er entscheidendes Material.

Simon wurden die schwarzfeldrigen Schwächen im eigenen Lager zum Verhängnis. Nachdem der Anziehende seinen Springer auf d6 installieren konnte, war bereits die Vorentscheidung gefallen. Ein taktischer Fehler besiegelte Simons Niederlage dann endgültig.

An Brett 1 hatte Fabian im Mittelspiel Vorteil erhalten und landete in einem vielversprechenden Leichtfigurenendspiel. In diesem ließ er dann aber nicht nur einen relativ trivialen Gewinnweg aus, sondern – und das stellte den Spielverlauf völlig auf den Kopf - erlaubte wenige Züge später einen entscheidenden weißen Bauerndurchbruch.

Hans-Jörg hatte gegen seinen jungen Gegner zwar keinen Eröffnungsvorteil erreichen können, doch eine spätere Ungenauigkeit des Nachziehenden führte zu einem für Weiß vorteilhaften Endspiel mit Turm + 2 Bauern gegen 2 Leichtfiguren. Leider spielte Hans-Jörg unter moderatem Zeitdruck nicht konsequent genug, um seinen Materialvorteil in einen Sieg umzumünzen und akzeptierte schließlich ein Remisangebot.

Jürgens konzentrierte sein Spiel auf den Damenflügel, doch seine Königsstellung geriet bald unter schweren Beschuss. Mit energischem Angriffsspiel nutzte Schwarz die Felderschwächen der weißen Rochadestellung und forcierte noch vor der ersten Zeitkontrolle das Matt.

Bernd spielte eine turbulente Partie mit vielen taktischen Komplikationen. Wie die Analyse zeigte, ließ Bernd im 34. Zug eine sehr gute Siegchance aus. Und nach einem weiteren Fehler im 37. Zug war es Schwarz gelungen, seine Stellung zu konsolidieren. Im entstandenen Schwerfigurenendspiel besaß der Bamberger einen Mehrbauern, den er dann ohne Probleme verwertete.

An Brett 3 wurde am Längsten gekämpft. Walter war gut aus der Eröffnung gekommen und lange Zeit sah es nach Remis aus. Doch dann verkalkulierte sich Weiß und ließ den Übergang in ein asymmetrisches Leichtfigurenendspiel zu, in dem Walter einen gefährlichen entfernten Freibauern generieren konnte. Der Sieg war möglich und zum Greifen nah, doch ein falscher Zug zur falschen Zeit und schon war auch diese Partie nur Remis.

Resümee des Spieltags: „Chancenverwertung – Note 6!“

 

 

[Fabian Englert]

 

 

Saison 2013/14:

9. Runde LLN: Klingenberg - Kelheim 2,5-5,5

Im letzten Spieltag der Saison galt es zuhause gegen Kelheim so viele Brettpunkte wie möglich einzufahren, um den dünnen Vorsprung von 1 Brettpunkt gegenüber Abstiegskonkurrent Zirndorf aufrechtzuerhalten.

Leider begann der Kampf mit einem aus unserer Sicht unschönen Paukenschlag als Klaus K mit den schwarzen Steinen in der Abtauschvariante des abgelehnten Damengambits den gegnerischen Einschlag Sxd5! übersah und schon nach 10 Zügen zur Aufgabe gezwungen war.

An Brett 8 einigte sich Bernd nach wenig spektakulärem Partieverlauf – ein ruhiges Abspiel der Englischen Eröffnung – kurz darauf mit seinem Gegner auf Remis.

Am fünften Brett hatte Jürgen in der Königsindischen Verteidigung den Aufbau mit …d6/c6/a6 + …b7-b5 gewählt, sein Gegner spielte jedoch im richtigen Moment b2-b4, um mittels a2-a4! den Damenflügel zu seinen Gunsten zu unterminieren. Von dieser nachteiligen Position konnte sich Jürgen nicht mehr erholen und musste später resignieren.

Ebenfalls nicht ideal lief es am Nebenbrett bei Klaus L. Zwar konnte er seinen geopferten Gambitbauern zunächst zurückerobern, doch die schwarze Stellung war aufgrund seines zentralen Raumvorteils vorzuziehen. Um sich vom Druck zu befreien, versuchte er ein Endspiel mit einem Minusbauern zu verteidigen, doch sein Gegner ließ diesen Vorteil nie mehr los und hatte nach Abtausch aller Figuren ein leicht gewonnenes Bauernendspiel.

An Brett 2 eröffnete Tobias mit einem Königsindischen Angriff und scheute sich dank besserer Entwicklung nicht, zwei Bauern zu opfern. Zwar gelang es seinem Gegner, die Damen zu tauschen, doch aus praktischer Sicht behielt Weiß auch im Endspiel weiterhin unangenehmen Druck. Wenngleich Schwarz objektiv sicherlich keine Gefahr drohte, so wurde dem Nachziehenden schließlich sein fragwürdiges Zeitmanagement zum Verhängnis und Tobias errang einen wichtigen Sieg.

Walter wurde in der Caro-Kann-Vorstoßvariante die trickreiche Variante 3…c5!? vorgesetzt. Es ergab sich eine für dieses Abspiel typische Mittelspielstellung, in der Walter zwar den Mehrbauern zurückgeben musste, dennoch aber starkes Druckspiel auf den schwarzen Feldern erhielt. In unklarer Lage bei knapper Zeit endete die Partie schließlich im Remishafen.

Hans-Jörg wählte am siebten Brett die Scheveninger Variante im Najdorf-Sizilianer und hatte anfangs gutes Gegenspiel. Im Mittelspiel änderte sich dann die Bauernstruktur im Zentrum nach e4-e5 und …d6-d5 ganz entscheidend und der Anziehende konnte mit dem thematischen Bauernhebel f4-f5 bald einen starken Angriff einleiten, der letztlich auch von Erfolg gekrönt war.

An Brett 1 stand exakt dieselbe Najdorf-Variante zur Diskussion, erst im 10.Zug entschied sich Weiß für einen anderen Plan. Auch hier hatte Fabian gute Gegenchancen. Um die Lage zu verschärfen, entschied sich der Anziehende später für ein spekulatives Figurenopfer, das ihm 2 Bauern und eine dauerhafte Initiative versprach. Zwar konnte Schwarz die Mattdrohungen erfolgreich abwehren, aber da der Gegner verständlicherweise vom Damentausch nichts wissen wollte, war für Fabian letztlich nicht mehr als ein Remis durch Zugwiederholung möglich.

Nach unserem 2,5-5,5 Endstand hieß es dann warten bis um 17:00. Mit einem starken 7-1-Sieg hat uns die Würzburger Erste gegenüber Zirndorf aber exzellente Schützenhilfe geleistet und wir konnten den Abstieg aus der Landesliga im dritten Anlauf (sowie erstmals in der Geschichte unseres Vereins) verhindern!

 

[Fabian Englert]

 

 

8. Runde LLN: Zirndorf - Klingenberg 3,5-4,5

Mit etwas Verspätung – aber vielleicht noch nicht zu spät – kamen wir in Zirndorf zu unserem ersten Mannschaftssieg der Saison.

Klaus L spielte die wohl turbulenteste Partie des Tages. In einem Wolgagambit opferte er in spekulativer Manier die Qualität und da sich der Anziehende nicht ideal verteidigte, erreichte Klaus realistisches Gegenspiel gegen den weißen König. Um ein potentielles Dauerschach zu verhindern, sah sich der Zirndorfer gezwungen, mittels Damenopfer (für Turm + Läufer) seine Gewinnchancen aufrecht zu erhalten. Leider stellte sich Klaus‘ König als viel zu exponiert hinaus, da dieser einen Marsch ins Zentrum antreten musste. Nach entscheidendem Materialverlust warf Klaus nach 40 Zügen das Handtuch.

Bernd konnte an seine guten Ergebnisse der letzten Runden anknüpfen. An Brett 8 neutralisierte er mit den schwarzen Steinen den Königsindischen Angriff seines favorisierten Gegners. Nach mehrfachem Figurentausch stand für Weiß zwar der Vorteil des Läuferpaars zu Buche, doch aufgrund Bernds solider Struktur bestanden weiterhin keine realistischen Siegchancen. Weiß entschied sich schließlich für einen Bauerngewinn, der allerdings direkt ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern nach sich zog. Der Anziehende sparte sich alle weiteren Gewinnversuche und akzeptierte sofort Bernds Remisangebot.

Am vierten Brett überspielte Klaus K seinen Gegner mit einem typischen Sämisch-Angriff gegen Königsindisch. Weiß besaß bald eine massive Initiative am Königsflügel, während das schwarze Gegenspiel am Damenflügel nicht richtig ins Rollen kam. Zu allem Überfluss übersah der Nachziehende noch ein Blockadeopfer, wonach er seine Dame gegen zwei Leichtfiguren einbüßte. Diesen signifikanten Materialvorteil verwertete Klaus ohne jegliche Probleme.

Ähnlich souverän gewann Fabian an Brett 1 gegen FM Kraft. In einem seltenen Abspiel der Benoni-Verteidigung geriet Schwarz aufgrund seiner Achillesferse d6 im Mittelspiel in eine strategisch schwierige Lage. In Folge eines taktischen Scharmützels verschlimmerte sich die Lage für den Nachziehenden noch weiter, da jetzt Fabians Figuren die geschwächten weißen Felder im schwarzen Lager infiltrierten. Mit einem taktischen Schlag konnte Fabian die Koordination der schwarzen Figuren endgültig zerstören. In Anbetracht des drohenden Figurenverlusts resignierte Schwarz nach 29 Zügen.

Am siebten Brett durfte sich Hans-Jörg über seinen ersten Saisonsieg freuen. Gegen die Leningrader Variante der holländischen Verteidigung baute er sich mit einem Doppelfianchetto auf. Im Mittelspiel nutzte Hans-Jörg die Gunst der Stunde und entschied sich für ein interessantes Figurenopfer, das der Nachziehende aber überraschenderweise nicht annahm. Mit dieser Entscheidung war das Schicksal des Schwarzen so gut wie besiegelt, da Weiß jetzt „kostenlos“ die geschwächte gegnerische Königsstellung angehen konnte. Dank energischem Angriffsspiel ging es dem schwarzen König an den Kragen – Hans-Jörg setzte diesen im 38. Zug Matt.

An Brett 4 stand die Struktur der slawischen Abtauschvariante zur Diskussion. Nachdem Walter mit dem thematischen Zug …b7-b5 eine unglückliche Entscheidung traf, konnte FM Seibold einen starken c-Freibauern generieren, der ihm signifikanten Stellungsvorteil versprach. Die drohende Öffnung der b-Linie vergrößerte den Vorteil des Weißen noch weiter und brachte ihm einen Mehrbauern ein. Danach lag Walters Stellung in Trümmern und sein Versuch, im Zentrum Gegenspiel zu entwickeln scheiterte am genauen Spiel des Gegners.

Bei Jürgen ergab sich ein typischer Kampf der Englischen Eröffnung gegen die Königsindische Verteidigung. Im Mittelspiel konnte Schwarz mit dem zentralen Vorstoß …d5-d4 Raum gewinnen, doch Jürgen erhielt zunächst gutes Gegenspiel am Damenflügel. Später agierte Jürgen leider nicht ideal gegen die aggressive gegnerische Vorgehensweise am Königsflügel und geriet gegen die schwarze Angriffsmaschinerie unter die Räder. Bei kurz bevorstehendem Matt blieb ihm nach Zug 36 nichts übrig außer der Partieaufgabe.

Jetzt lag es an Tobias, der sich an Brett 2 inzwischen ein Endspiel mit Mehrbauern erspielt hatte. Zum Glück für uns hatte sein Zirndorfer Gegner zuvor zwei Remisangebote abgelehnt, schaffte sich in ausgeglichener Stellung mit einem fragwürdigen Bauernvorstoß (37.f5?!) aber nur selbst Probleme. Im T + L Endspiel mit zwei Mehrbauern wählte Tobias vielleicht nicht den präzisesten, aber doch einen sicheren Weg zur Verwertung seines Vorteils. Da sich sein Gegner als recht versierter Verteidiger herausstellte, dauerte es aber noch bis zum 67. Zug bis unser erster Mannschaftssieg offiziell unter Dach und Fach war.

Mit diesem wichtigen Erfolg gegen den direkten Abstiegskonkurrenten stehen wir in der Landesliga Nord nunmehr auf dem vorletzten Platz. Aufgrund der für uns günstigen Entwicklungen in der Oberliga wird nur eine Mannschaft aus unserer Liga absteigen. Es bestehen durchaus realistische Chancen, den hauchdünnen Vorsprung von 1 Brettpunkt gegenüber Zirndorf auch im finalen Mannschaftskampf der Saison am 6. April zu wahren, wenn wir die Schachfreunde aus Kelheim empfangen werden.

 

[Fabian Englert]

 

 

7. Runde LLN: Klingenberg - Würzburg 3,5-4,5

An Brett 4 erreichte Walter mit einem seltenen Abspiel gegen Skandinavisch eine schöne Eröffnungsstellung dank Raumvorteil im Zentrum. Im Mittelspiel gelang es dem Nachziehenden aber, gutes Gegenspiel am Damenflügel zu erlangen, deshalb unterbreitete Walter im 21. Zug ein Friedensangebot, das akzeptiert wurde.

Tobias wählte am zweiten Brett gegen FM Siepelt die dynamische Englische Eröffnung und erreichte bald nicht nur Positionsvorteil, sondern auch ein signifikantes Bedenkzeitplus. In bereits schwieriger Lage traf Schwarz dann eine unglückliche Entscheidung, er ließ sich seinen Tf7 fesseln und ging auf Bauernraub. Mit allen fünf Figuren auf aktiven Posten musste Tobias nicht lange überlegen und leitete völlig richtig einen durchschlagenden Angriff ein. Im 31. Zug war der Würzburger bereits zur Resignation gezwungen.

Klaus L überraschte seinen Gegner mit dem Réti-Gambit gegen Französisch (2.b3!?), spielte aber im 7. Zug eine Ungenauigkeit und besaß in der Folge kaum Kompensation gegen den schwarzen Raumvorteil und das Läuferpaar des Nachziehenden. Im Mittelspiel versuchte Klaus, die Lage mit einem Damenopfer zu verkomplizieren. Doch Schachfreund Gehlert ließ sich nicht bluffen, akzeptierte das Opfer und verwertete seinen Materialvorteil sicher und präzise.

An Brett 7 wurde Hans-Jörg mit dem Grand-Prix-Angriff gegen Sizilianisch konfrontiert. Als die weiße Bauernwalze am Königsflügel erst einmal richtig ins Rollen kam, stand Schwarz unter starkem Druck. Hans-Jörg verteidigte sich so gut er konnte, unter anderem mit einem defensiven Qualitätsopfer, das Weiß richtigerweise nicht annahm. Dennoch deutete in dieser Partie alles auf einen Sieg des Anziehenden hin und Hans-Jörg konnte sich glücklich schätzen, als sein Gegner in der Zeitnotphase (2 Minuten für 10 Züge) kalte Füße bekam und in objektiv klarer Gewinnstellung ein Remisangebot akzeptierte.

Am fünften Brett wählte Jürgen in einem klassischen Königsinder das Abspiel mit …c6 + …a6 + …b5, doch sein Gegner spielte äußerst genau und erreichte eine Stellung, in der ihm die geschwächten schwarzen Felder im Lager des Nachziehenden eine spürbare positionelle Initiative versprachen. Als der Würzburger schon kurz vor dem Sieg stand, beging er mit 30.La5?? aber einen groben Fehler und war gegen die schwarze Antwort zu einem Qualitätsopfer gezwungen, wonach die Lage wieder völlig unklar war. Leider revanchierte sich Jürgen wenige Züge später mit einem Patzer, wonach Weiß durch einen unwiderstehlichen Mattangriff gewann.

Klaus K verteidigte sich am dritten Brett mit der klassischen Lasker-Variante gegen das Damengambit seines Gegners und konnte die Chancen ausgleichen. Um die Lage zu verschärfen, spielte der Anziehende f2-f3 und änderte so den Charakter der Stellung, da sich jetzt ein hängendes Bauernzentrum ergab. Aus praktischer Sicht stellte sich diese Strategie als gute Entscheidung heraus, da Klaus später nach einem unachtsamen Läuferzug den weißen Bauernhebel e3-e4 provozierte und große Probleme bekam. Trotz doppeltem Turmtausch behielt Weiß eine entscheidende Angriffsstellung und erlaubte es dem schwarzen König nicht, die Zeitnotphase zu überleben.

An Brett 8 ergab sich nach Bernds ungewöhnlicher Eröffnung eine Mittelspielstruktur, die stark an Damenindisch erinnerte. Über weite Strecken befand sich die Partie im dynamischen Gleichgewicht, bis Schwarz im 34. Zug fehlgriff und in Nachteil geriet. Zwar verpasste Bernd eine taktische Ressource, die den Kampf mehr oder weniger direkt entschieden hätte (36.Sxe4!+-), doch auch im weiteren Spielverlauf gewann er schließlich einen Bauern. Die Hoffnungen des Nachziehenden, aufgrund der ungleichfarbigen Läufer Remis zu erreichen, konnte Bernd zerschlagen als er dank seines aktiven Turms in der Folge einen zweiten Bauern gewinnen konnte.

Am ersten Brett geriet Fabian mit den schwarzen Steinen gegen IM Vavra nach ungenauer Behandlung seiner Benoni-Eröffnung unter starken Druck. In der Zeitnotphase ergriff Fabian dann seine Chance und wählte ein spekulatives Figurenopfer. Dem Anziehenden fehlte die nötige Bedenkzeit, dieses Opfer zu widerlegen und nach dem 40. Zug ergab sich eine sehr unklare Stellung, in der Schwarz 3 Bauern für einen Läufer besaß, davon ein starker Freibauer. Jetzt begann sich die Waage immer mehr zugunsten des Nachziehenden zu neigen. Schließlich konnte Fabian den Turmtausch erzwingen, wonach Weiß mit seinem Springer gegen die vielen isolierten schwarzen Bauern am Rande der Niederlage stand. Leider verpasste Fabian im 54. Zug einen studienartigen Gewinnweg (54…a4!!-+) und wählte stattdessen den naheliegende Zug 54…Kg5? – diese Fortsetzung schien ebenfalls exzellente Gewinnchancen zu versprechen. Doch obwohl ihm nur noch wenige Minuten Bedenkzeit verblieben, gelang es Weiß, eine präzise Verteidigung zu finden und so in den folgenden zwölf Zügen das Remis zu erreichen.

Mit dieser denkbar knappen Niederlage zeigt sich einmal mehr, dass uns nicht viel fehlt, um in dieser Liga mithalten können. Leider helfen Brettpunkte im Abstiegskampf unter dem Strich aber nicht sonderlich viel. Ein kleiner Trost – durchschnittlich hat jeder unserer acht Stammspieler bis jetzt ein DWZ-Plus von +8,5 erspielt.

 

[Fabian Englert]

 

 

6. Runde LLN: Erlangen - Klingenberg 4,0-4,0

Unser Mannschaftskampf in Erlangen sah über weite Strecken völlig hoffnungslos aus. Doch es sollte am Ende ganz anders kommen - aber der Reihe nach:

An Brett 6 erreichte Klaus L. mit den schwarzen Steinen einen sehr guten Sizilianer dank starkem Gegenspiel am Damenflügel. Dies hatte zur Folge, dass ihm sein nominell klar favorisierter Gegner frühzeitig Remis anbot, das Klaus auch akzeptierte.

Am Nebenbrett bei Hans-Jörg ergab sich ein taktisch komplexes Mittelspiel, in dem Weiß die bessere Struktur, Schwarz aber gewisse Angriffschancen am Königsflügel besaß. Im Zuge einer Abtauschoperation traf Hans-Jörg eine Fehlentscheidung und büßte einen Bauern ein. In schwieriger Lage steckte er später dann noch eine Qualität ins Geschäft, doch Schwarz spielte seinen Materialvorteil sicher nach Hause.

An Brett 3 versuchte Klaus K. die provokative Eröffnungsbehandlung seines Gegners mit dem Zentrumsvorstoß d4-d5 zu bestrafen. Schwarz kontert mit einem Gegenschlag am Damenflügel. Leider wurde Klaus bald sein Entwicklungsrückstand zum Verhängnis. Zwar gelang es ihm noch, den direkten Mattangriff seines Gegners abzuwehren, doch unterlag er später in einem Turmendspiel mit Minusbauern.

Fabian konnte am ersten Brett gegen die solide Spielanlage seiner Gegnerin keinen nennenswerten Vorteil erreichen. Die vom DSB frisch gekürte „Spielerin des Jahres 2013“ erlangte gegen Fabians klassischen Minoritätsangriff gutes Gegenspiel entlang der a- und c-Linien. Die insgesamt sehr ausgeglichene Partie endete kurz vor dem 40. Zug mit der Punkteteilung, als Fabian eine Figur opferte, um Remis durch Dauerschach zu forcieren.

Der Zwischenstand von 1-3 ließ nichts Gutes verheißen, insbesondere da die vier übrigen Partien zu diesem Zeitpunkt aus unserer Sicht zwischen unklar/schlecht bis glatt verloren rangierten. Aber jetzt sollte ein Schachwunder dem nächsten folgen.

Als erstes drehte Walter seine Partie. In einem sehr scharfen Nimzowitsch-Sizilianer wurde er von seinem Gegner mit einem ihm unbekannten Zug (12.Dh4 statt 12.Sc3) konfrontiert. Walter entschloss sich, die Partie aggressiv zu führen und trotz Minusqualität und –bauer noch einen Springer für praktische Angriffschancen zu opfern. Zwar verteidigte Weiß nicht mit computergenauer Präzision, aber er erreichte dennoch eine wahrscheinliche Gewinnstellung mit Figur gegen 2 Bauern und nunmehr sicherem König. In der Zeitnotphase beging Weiß dann aber mehrere Fehler und Walter gewann nicht nur die Minusfigur zurück, sondern besaß dank eines starken Freibauerns auch noch den Gewinngarant.

Jürgen hatte gegen den Igelaufbau seines Gegners zunächst eine gute Position mit Raumvorteil im Zentrum. Durch ein positionelles Qualitätsopfer konnte er den Druck auf den Nachziehenden noch weiter erhöhen, verpasste es aber, im 37. Zug den Sack zuzumachen. Wenige Züge später hatte sich das Blatt dann völlig gewendet und Schwarz stand klar auf Gewinn. Allerdings agierte Schwarz vorschnell als er mittels Damentausch den direkten Gewinn dank seines klaren Materialvorteils (Qualität + folgender Bauerngewinn) zu forcieren versuchte. Das Problem war, dass Jürgen die schwarzen Türme gabeln konnte und nicht nur die Qualität zurückgewann, sondern zugleich auch den Bauernverlust verhinderte, mit direktem Remis.

Dann war Bernd an der Reihe, mit Turm gegen Springer + Läufer im Mittelspiel sah die Lage nicht gerade rosig aus, doch Weiß zeigte technische Schwächen und landete mit derselben Materialkonstellation im Endspiel, in dem der Turm naturgemäß wesentlich stärker ist. Als sich die Lage weiter vereinfachte, waren Bernds Remischancen bei Turm + 2 Bauern gegen Springer + Läufer + 2 Bauern schon sehr gut. Was aber niemand ahnen konnte – Weiß übertrieb das Spiel auf Sieg und agierte derart ungeschickt, dass er bald nur noch die Wahl zwischen Selbstmatt, Figurenverlust oder schwarzer Bauernumwandlung hatte, Bernd gewann also!

Das Finale ereignete sich an Brett 2. Tobias war mit den schwarzen Steinen ordentlich aus der Eröffnung – einem Nimzoinder – gekommen, spielte dann aber zu aktiv bzw. optimistisch und büßte mehrere Bauern ein, auch wenn er aus praktischer Sicht gute Figurenaktivität generieren konnte. Nachdem sein Gegner die erste Zeitnotphase überstanden hatte, stand er klar auf Gewinn und hatte sogar eine komplexe Mattvariante zur Verfügung. Zwar ließ er diese Chance ungenutzt, doch auch nach einigen weiteren Wendungen stand er noch auf Gewinn, diesmal mit Läufer + 3 Bauern gegen Tobias‘ blanken Turm. Zum Verhängnis wurde dem Weißen aber seine knappe Bedenkzeit, denn unter Zeitdruck traf er dann gleich mehrere fragwürdige Entscheidungen hintereinander und Tobias gelang es tatsächlich noch, alle drei Bauern rechtzeitig zu eliminieren und unseren ersten Mannschaftspunkt der Saison zu sichern!

 

[Fabian Englert]

 

 

5. Runde LLN: Bindlach II - Klingenberg 5,0-3,0

Im „Kellerduell“ der Landesliga mussten wir uns unseren Gastgebern, den Bindlacher Schachfreunden, letztlich verdient mit 3:5 beugen. Beide Teams wollten unbedingt punkten und traten mit (nahezu) bestmöglichen Mannschaftsaufstellungen an.

An Brett 8 konnte Bernd mit den schwarzen Steinen frühzeitig ein Remis erreichen, was gegen seinen erfahrenen, über 300 DWZ-Punkte favorisierten Gegner freilich ein positives Ergebnis war.

Klaus L. erreichte am sechsten Brett zunächst dank seines starken Läuferpaares eine gute Stellung aus der Eröffnungsphase, ließ sich nach dem Druckspiel seines Gegners am Königsflügel dann aber in die Defensive drängen und geriet in Nachteil. Es resultierte ein mit zwei Mehrbauern gewonnenes Turm-/Läuferendspiel für den Bindlacher, das dieser aber unsauber behandelte und Klaus mit einem Remis entkommen ließ.

An Brett 4 konterte Walter das hyperaggressive Spiel seines jungen Gegners schön aus und erhielt bei heterogenen Rochaden eine klare Initiative. Sein Gegner erwies sich allerdings als versierter Verteidiger und schaffte es, seine wackelige Stellung einigermaßen zu konsolidieren. Im 30. Zug ließ sich Walter dann zu einem fragwürdigen Damenopfer hinreißen (gegen Turm + Springer), wonach Weiß objektiv auf Sieg hätte spielen können. Der Anziehende zeigte aber keine derartigen Ambitionen und gab sich damit zufrieden, wenig später eine Zugwiederholung zuzulassen.

Am fünften Brett zeigte sich in einer Symmetrischen Englischen Eröffnung eine über lange Zeit ausgeglichene Partie. Im späten Mittelspiel agierte Jürgen dann im Zentrum zu ambitioniert und geriet gegen das schwarze Figurenspiel unter Druck. In dieser schwierigen Stellung unterlief ihm eine weitere Ungenauigkeit, die seinem Gegner erlaubte, die Partie durch Königsangriff zum direkten Sieg zu führen.

Hans-Jörg brachte an Brett 7 bereits im 15. Zug ein sehr interessantes Qualitätsopfer, das ihm schöne Angriffskompensation versprach. Prompt erwies sich die Verteidigungsaufgabe als zu schwierig für Schwarz und Hans-Jörg erhielt eine Gelegenheit zu klarem Vorteil (18.Sf6+!) und einen Zug später sogar die Chance auf einen direkten Sieg gegen seinen klar favorisierten Gegner (19.Sf6+!! +-). Leider entschied sich Hans-Jörg für das optisch ebenfalls spektakuläre, aber schwächere Pseudo-Turmopfer 19.Tf6?, wonach die Überraschung ausblieb. Nach einem weiteren taktischen Fehler behielt der Bindlacher eine Mehrfigur im Endspiel und führte die Partie problemlos zum Sieg.

An Brett 1 erreichte Fabian mit seinem 5.Lg5-System gegen Königsindisch eine gute Stellung aus der Eröffnungsphase, griff dann im 17./18. Zug aber fehl und landete in einer fragwürdigen Stellung mit Turm + 2 Bauern gegen 2 Leichtfiguren. Augrund des ungünstigen Mannschaftsstandes sah er sich dennoch gezwungen, ein Remisangebot seines Gegners abzulehnen und auf Sieg zu spielen – wenn auch mit ungutem Gefühl. Erfreulicherweise stellte sich Fabians Bauchgefühl als falsch heraus, denn er konnte seinen Gegner in den taktischen Komplikationen trotz knapper eigener Zeit überspielen und nach fast vier Stunden Spielzeit den ersten Sieg beisteuern.

Klaus K. opferte gegen den Stonewall-Aufbau seines Gegners einen Bauern, der ihm massives Druckspiel auf dem schwarzen Felderkomplex einräumte. Eine um den 20. Zug vom Gegner angebotene Zugwiederholung lehnte unser Mannschaftsführer ab, konnte aber keine weiteren Fortschritte erzielen. Schließlich ergab sich ein Damenendspiel mit Mehrbauer für den Nachziehenden, doch aufgrund des exponierten schwarzen Königs bestand nie eine realistische Verlustgefahr für Klaus und die Partie endete folgerichtig im Remishafen.

Am zweiten Brett opferte Tobias gegen den Botwinnik-Aufbau seines Gegners in spekulativer Manier einen Bauern. In der Folge gewann er den geopferten Bauern zwar zurück, aber Weiß behielt dank seines starken Läuferpaares und entfernten b-Freibauerns dennoch Stellungsvorteil. Der Anziehende setzte dann sämtliche Hoffnung auf ebendiesen Freibauern, den er auf der 7. Reihe befestigen konnte und akzeptierte dafür sogar den Verlust seines e-Bauerns. Tobias befand sich nach 5 Stunden Spielzeit aufgrund des Mannschaftsstandes in der unangenehmen Situation, eine Stellung auf Sieg zu spielen, in der man ohne gegnerische Hilfe kaum über ein Remis hinauskommen kann. Zwar verbrauchte der Bindlacher nahezu seinen gesamten Bedenkzeitvorteil gegen Tobias‘ aggressives Spiel, doch nachdem er durch Damentausch in einem gewonnenen Endspiel landete, machte er nach knapp 6 Stunden auch unsere letzten Hoffnungen zunichte.

 

[Fabian Englert]

 

 

4. Runde LLN: Klingenberg - NT Nürnberg II 3,0-5,0

Mirco, der als Ersatzmann für Klaus Link einsprang, hatte das fragwürdige Vergnügen an Brett 8 gegen den nominell zweitstärksten Spieler der gegnerischen Mannschaft anzutreten. In einer komplexen Partie, die geprägt war von langen Bauernketten, gelang es dem Nachziehenden mittels Springeropfer einen starken Angriff gegen den weißen König einzuleiten. Mirco war zum Rückopfer der Figur gezwungen und büßte unter dem Strich einen Bauern ein. Um die Lage zu verkomplizieren opferte Mirco daraufhin zwei Türme gegen die schwarze Dame. Seine Hoffnung auf Dauerschach zu spielen zerschlug FM Martin allerdings durch umsichtiges Spiel, das unseren Gästen den ersten Punkt sicherte.

Ein scharfer Kampf ergab sich auch bei Walter am vierten Brett, der den Englischen Angriff gegen den Najdorf-Sizilianer wählte. Sein Gegner erreichte eine günstige Version des typischen Qualitätsopfers auf c3, das ihm sehr gute Kompensation versprach, agierte im Mittelspiel dann allerdings ungenau und erlaubte den Tausch zu vieler Leichtfiguren. Daraufhin musste er wohl oder übel die von Walter eingeleitete Zugwiederholung akzeptieren, da er andernfalls nach dem Damentausch Probleme bekommen hätte.

An Brett 2 gelang es Tobias, seinen Gegner im Mittelspiel vor unangenehme Probleme zu stellen. Zwar stand der Vorteil des Läuferpaares auf der Habenseite des Nachziehenden, doch als ein weißer Springer den geschwächten schwarzen Königsflügel infiltrierte, fühlte sich FM Hirn gezwungen, diesen mittels Qualitätsopfer zu entfernen. Tobias konnte jedoch bald den Damentausch forcieren und erreichte nach dem 40. Zug ein klar gewonnenes Endspiel.

Jürgen konterte das Botwinnik-Setup seines Gegners mit frühzeitigem Figurenspiel. Sein Gegner drückte die schwarzen Figuren aber nach und nach zurück und besaß aufgrund seines Raumvorteils spürbaren Vorteil. Bis zum 30. Zug konnte Jürgen die Lage wieder stabilisieren und erreichte ein nahezu ausgeglichenes Endspiel, beging dann allerdings einen folgenschweren Fehler und ließ den weißen Turm in die schwarze Stellung eindringen, was den Verlust mehrerer Bauern zur Folge hatte. Der Verlust war daraufhin nicht mehr abzuwenden.

Am sechsten Brett wählte Hans-Jörg mit den weißen Steinen einen für die Englische Eröffnung ungewöhnlichen Aufbau mit Springer auf h3. Sein Eröffnungsexperiment führte zu einer guten Druckstellung im Mittelspiel, durch ein Bauernopfer am Damenflügel konnte er seinen positionellen Vorteil sogar noch vergrößern. Seine knappe Bedenkzeit sollte Hans-Jörg aber zum Verhängnis werden – im 40. Zug unterlief ihm nämlich ein Fingerfehler, der ihn seinen Turm und die Partie kostete.

Fabian erreichte an Brett 1 mit Schwarz eine gute Stellung aus der Eröffnung, seine Damenflügelmehrheit zusammen mit seinem starken Läufer sicherte ihm im damenlosen Mittelspiel sogar minimalen Vorteil. Nach einem positionellen Bauernopfer Fabians verpasste es der mit den weißen Steinen agierende FM Dr. Tran, rechtzeitig auf Remis zu spielen. Nach 50 Zügen befand sich Weiß aufgrund des starken schwarzen b-Bauerns dann schon in einer hoffnungslos passiven Lage. Als der Anziehende auch noch seinen f-Bauern verlor, gab er sich bald geschlagen.

Im Duell der Mannschaftsführer an Brett 3 sah sich Klaus K. mit dem sehr aggressiven gegnerischen Spiel gegen seine Holländische Verteidigung konfrontiert. Die Mittelspielstruktur erinnerte eher an Königsindisch und versprach Weiß aufgrund seiner Kontrolle über das Schlüsselfeld e4 wohl ein leichtes Plus. Klaus entschloss sich in der Folge zu einem defensiven Qualitätsopfer, das ihm zumindest aus praktischer Sicht akzeptable Kompensation versprach, unterschätzte aber einen starken Zug des Gegners, der Klaus einen Bauern am Damenflügel kostete. Weiß traf im 40. Zug dann eine sehr gute pragmatische Entscheidung und opferte sein Mehrmaterial zurück, da das resultierende Bauernendspiel aufgrund seines entfernten a-Freibauerns gewonnen war.

Am siebten Brett sah die Lage für Bernd anfangs nicht sonderlich vielversprechend aus, da Weiß ohne Material zu opfern eine starke Angriffsstellung gegen den schwarzen Königsflügel erreicht hatte. Nachdem der Anziehende aber keinen guten Plan fand, um die schwarze Verteidigungslinie zu durchbrechen, konnte Bernd seine Stellung konsolidieren und hatte schließlich sogar Vorteil aufgrund seines starken Vorpostenspringers und des schlechten weißen Läufers. Da trotz dieser Faktoren nicht klar war, wo der schwarze König langfristig einen sicheren Zufluchtsort finden könnte, akzeptierte Bernd schließlich das Remisangebot seines Gegners.

Es bleibt abzuwarten, ob wir im neuen Jahr gegen den Tabellennachbarn Bindlach II punkten und somit unsere Negativserie durchbrechen können.

 

[Fabian Englert]

 

 

3. Runde LLN: Obernau - Klingenberg 4,5-3,5

Im Lokalderby gegen Obernau unterlagen wir nach spannendem Verlauf denkbar knapp 3,5 – 4,5.

An Brett 6 hatte Klaus Link in der Eröffnungsphase einen Bauern für unzureichende Kompensation eingebüßt. Allerdings setzte Weiß nicht mit der nötigen Präzision fort und Klaus konnte die Materialbilanz schließlich ausgleichen. Als ein steriles Turmendspiel bevorstand, einigte man sich auf Remis.

Bernd konnte seiner Gegnerin am achten Brett ebenfalls einen halben Zähler abringen. In einer von beiden Seiten sehr solide geführten Partie besaß Weiß im damenlosen Mittelspiel zwar leichte optische Vorteile, konnte aber keine nennenswerten Fortschritte erzielen.

An Brett 2 verteidigte Tobias eine scharfe Variante des Sizilianischen Drachen. Bei heterogenen Rochaden besaß der Anziehende einen Mehrbauern, mit zwei halboffenen Linien gegen die weiße Königsstellung besaß Tobias jedoch gewisse praktische Kompensation. Aufgrund sehr energetischen Angriffsspiels gekrönt von einer hübschen Springer-Umwandlung konnte Weiß das Angriffsrennen allerdings für sich entscheiden.

Fabian wurde am Spitzenbrett von einem frühen Bauernopfer seines Gegners überrascht. Da Weiß drohte, sein Materialplus im Mittelspiel zu konsolidieren, entschied sich der Nachziehende, noch mehr Öl ins Feuer zu gießen und opferte einen Springer. Nach sorgfältiger Prüfung der taktischen Implikationen entschied sich Fabian für die Annahme des Opfers und konnte Schwarz bald durch einen gut getimten Mattangriff auskontern.

Am fünften Brett bekämpfte Jürgen das Doppelfianchetto seines Gegners. Während unser Mann im Mittelspiel aufgrund seines Raumvorteils die etwas besseren Karten besaß, wurde die Lage bei knapper Zeit dann sehr unklar. Jürgen entschied sich für ein vielversprechendes Opfer, setzte aber in der Folge ungenau fort und übersah eine taktische Pointe seines Gegners. Nach der 40-Züge-Marke blieb aufgrund einer Minusfigur nur noch die Aufgabe.

Unser Mannschaftsführer Klaus Kraich spielte an Brett 3 eine interessante Partie. Durch Zugumstellung landete man in der Fianchettovariante gegen die Pirc-Verteidigung mit beiderseitigen Chancen. In unklarer Lage vor der Zeitnotphase lehnte Schwarz Klaus‘ Remisangebot ab, verschlechterte seine Stellung daraufhin aber eher. Klaus versuchte dann auf Sieg zu spielen, konnte wegen seines exponierten Königs dem Dauerschach seines Gegners jedoch nicht entfliehen.

Walter hatte an Brett 4 gegen die Anti-Meraner Variante seines Gegners gutes Gegenspiel im Zentrum erhalten. Auch nach dem Damentausch hielt der schwarze Druck an und als Walter in der Zeitnotphase dank einer taktischen Finesse einen Läufer zu gewinnen drohte, schien der Sieg nah. Leider wählte Walter nicht die genaueste Fortsetzung, die wohl zu einer technischen Gewinnstellung geführt hätte und erlaubte Weiß, sich durch rechtzeitigen Abtausch des verbliebenen Materials ins Remis zu retten.

Am siebten Brett besaß Hans-Jörg ideale Voraussetzungen – nicht nur besaß er im Mittelspiel eine positionelle Initiative, sein Gegner hatte zudem einen signifikanten Bedenkzeitnachteil. Abermals erfolgte die Wende dieser Partie in der Zeitnotphase, denn nach dem Damentausch hatte Weiß zwar noch immer anhaltenden Druck, doch hatte er inzwischen einen Bauern eingebüßt. Aufgrund dessen musste sich auch Hans-Jörg letztlich mit der Punkteteilung begnügen.

Insgesamt sicher ein Achtungserfolg, der uns aber leider dennoch keine der dringend benötigten Mannschaftspunkte einbringt.

 

[Fabian Englert]

 

 

2. Runde LLN: Klingenberg - Schweinfurt 2,0-6,0

Schwer ersatzgeschwächt (ohne unsere zwei ersten Bretter) standen wir dem starkem Team von Schweinfurt gegenüber. An allen Bretter mit deutlich DWZ-Nachteil antretend galt es sich
so gut wie möglich zu schlagen.

Die erste Partie (Brett 5) fand Hans-Jörg rasch in den Remishafen. Nach einer Englischen Eröffnung in der Weiß keinen Vorteil erreichen konnte einigte man sich 20 Zügen auf ein Remis. 0.5:0.5


Als nächste endete die Partie an Brett 8. Unser Jugendspieler Kilian konnte nicht lange dem schwarzen Druck am Damenflügel standhalten. Udo Seidens gelang es die Basis der weißen Bauernkette erfolgreich anzugreifen und deutlichen Materialvorteil zu erlangen. 0.5:1.5


An Brett 7 spielte Manuel mit Schwarz gegen Altmeister Rainer Öchslein. Mit Rochaden auf verschiedenen Seiten spielte Schwarz deutlich zu passiv. Statt mit 15. … b5 (mit folgendem b4) aktiv gegen die weißen Figuren und die Rochade am Damenflügel vorzugehen folgte nur b6 mit La6. So konnte Weiß unbedrängt seinen Bauernsturm ansetzen, der rasch zu Materialvorteil führte. 0.5:2.5


An Brett 3 spielte Jürgen mit Schwarz gegen Karl-Heinz Göhring. Nachdem sich beide 20 Züge lang geweigert hatten etwas zu schlagen oder die eigenen 4 Reihen zu verlassen erfolgte ein Remis durch Zugwiederholung. 1.0:3.0


An Brett 6 spielte Bernd mit Weiß gegen Jan Marten Dey. Nach der Eröffnung stand Bernd mit passiven Figuren und öffnete trotzdem mit 21. e4 die Stellung im Zentrum. Danach konnte Schwarz in die weiße Stellung eindringen und die weißen Figuren überlasten. 1.0:4.0


An Brett 2 spielte Walter mit Weiß gegen Gabriel Seuffert. In einem Sizilianer spielte Walter das Läuferopfer auf b5 und es entstand eine unklare Stellung mit 3 Bauern gegen eine Figur. Nach weiterhin unklaren Verlauf (mit sicherlich möglichen Verbesserung auf beiden Seiten) einigten sich die Spieler in einer Stellung mit offenem Ausgang auf Remis. 1.5:4.5


An Brett 4 spielte Klaus L. mit Weiß gegen Wolfgang Haag. In einem Alapin-Sizilianer mit dem schwachen 9. Lb2 gelang es Schwarz die schwarzen Läufer zu tauschen und Weiß blieb auf einem schwachen c3-Bauern sitzen. Wolgang Haag verstärkte seinen Druck auf diesen Bauern und gewann diesen. Nach weiterem Verlauf entstand ein Endspiel mit Springer und einem Minusbauern für Weiß. Diese Aufgabe konnte Klaus 20 Züge meistern bis eine grobe Ungenauigkeit zum Zusammenbruch führte. 1.5:5.5


An Brett 1 spielte Klaus K. mit Schwarz gegen Harald Golda. Nach ausgeglichener Eröffnung versuchte Weiß in über 60 Zügen die schwarze Verteidigung zu brechen. In einem Turmendspiel
mit jeweils 3 Bauern am Königsflügel stellte Weiß den Versuch ein. 2.0:6.0

 

[Klaus Kraich]

 

1. Runde LLN: Nürnberg Süd - Klingenberg 5,5-2,5

Am ersten Spieltag in der diesjährigen Landesliga-Saison waren wir zu Gast in Nürnberg, konnten gegen die favorisierten Gastgeber aber letztlich nicht standhalten.

An Brett 7 bekam Bernd das Jänisch-Gambit (1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 f5!?) vorgesetzt und versuchte, durch frühen Damentausch die Partie in ruhigere Fahrwasser zu manövrieren. Allerdings besaß der Nachziehende das Läuferpaar und konnte durch initiatives Spiel am Königsflügel den Druck noch weiter erhöhen. Als Bernd begann, Bauern einzubüßen, musste er sich geschlagen geben.

Die erste positive Nachricht kam von Tobias Kuhn, der an Brett 2 seinen Gegner mit Schwarz überspielte. In der Maroczy-Bind-Struktur des Beschleunigten Drachen büßte Weiß einen Bauern für unzureichende Kompensation ein und startete in Folge dessen einen Verzweiflungsangriff gegen den schwarzen König, doch Tobias konterte mit einem gut getimeten Gegenangriff und entschied die Angelegenheit für sich.

Unser Mannschaftsführer Klaus Kraich entschied die theoretische Diskussion in seiner sizilianischen Partie eindeutig für sich und kam mit Material- und Bedenkzeitplus aus der Eröffnungsphase. Zwar ließ er seinem Gegner nach einer Unachtsamkeit im Mittelspiel (20.Td3?) noch eine Chance auf Gegenspiel (20...De4! 21.Tad1 Th7!), doch der Nachziehende nutzte diese Möglichkeit nicht und warf später im Damenendspiel bei zwei Minusbauern das Handtuch.

Am ersten Brett war die Lage lange Zeit unklar - Fabian hatte im Mittelspiel einen Bauern weniger, doch Schwarz musste permanent auf Mattdrohungen achten. Das taktische Gemetzel in der Zeitnotphase wurde von beiden Spielern ungenau behandelt, doch als sich der Rauch nach dem 40.Zug verzogen hatte, besaß Fabian in einem Endspiel mit Läufer gegen zwei Bauern eine Gewinnstellung. Aufgrund unsauberen Spiels in der technischen Phase verpasste es Fabian aber, das Gesamtergebnis noch etwas zu schönen. Als nicht einmal mehr der Übergang in ein Endspiel T+L vs. T zu erreichen war, einigte man sich auf Remis.

Wie bereits zu vermuten war, werden wir dieses Jahr noch über uns selbst hinauswachsen müssen, um den Abstieg zu vermeiden.

 
 
 

Saison 2012/13:

Pressebericht - Schachklub Klingenberg Meister in der Regionalliga Nord-West

Die 1.Mannschaft des Schachklubs 1982 Klingenberg/Main hat in der Saison 2012/13 ungeschlagen den Meistertitel in der Regionalliga Nord-West errungen.

Das Team um Mannschaftsführer Klaus Kraich trug in fünf Begegnungen den Sieg davon und trennte sich an den übrigen vier Spieltagen jeweils mit einem Unentschieden.

Mit dem Aufstieg in die Landesliga Nord haben die Klingenberger nunmehr den Anschluss zu den spielstärksten unterfränkischen Teams Obernau, Schweinfurt und Würzburg wiederhergestellt.

Auf nordbayerischer Ebene erwartet Klingenberg ab Oktober ein harter Abstiegskampf gegen eine hochklassige Gegnerschaft, der nur mit einer starken geschlossenen Mannschaftsleistung und vielleicht dem nötigen Quäntchen Glück zu gewinnen sein wird.

 

Das erfolgreiche Team v.l.n.r.: Fabian Englert, Jürgen Wambach, Klaus Kraich, Bernd Zöller, Klaus Link, Walter Strobel, Tobias Kuhn und Hans-Jörg Gies.

 

 

 

 
9. Runde RLNW Klingenberg I - Coburg I 8-0 kl.
 
Der designierte Absteiger Coburg sagte den Mannschaftskampf ab. Da Marktleuthen indes gegen Bad Neustadt verlor und Würzburg II nicht aufsteigen darf, wäre uns der Aufstieg aber selbst im unwahrscheinlichen Falle einer ausgespielten Mannschaftsniederlage sicher gewesen.
 
 
8. Runde RLNW Kronach I - Klingenberg I 2,5-5,5

Am vorletzten Spieltag der Regionalliga Nord-West konnten wir in Kronach mit einer guten Gesamtleistung überzeugen und besitzen nunmehr exzellente Chancen auf den Meistertitel.

Bei Klaus Link am sechsten Brett ergab sich ein Alapin-Sizilianer. Nach einem frühen Damentausch konnte von weißem Eröffnungsvorteil kaum mehr die Rede sein, weswegen man sich auf eine schnelle Punkteteilung einigte.

Am Nebenbrett wählte Bernd gegen die Französische Verteidigung seines Gegners ein ruhiges Abspiel der Abtauschvariante. Zwar hatte der Nachziehende tendenziell etwas mehr vom Spiel, doch musste er sich angesichts Bernds solider Spielanlage dennoch dem Remis fügen. Da sich zu diesem Zeitpunkt aber bereits mehrere Partien zu unseren Gunsten neigten, konnten wir mit diesem Ergebnis gut leben.

Aus demselben Grund war auch Hans-Jörgs Remisschluss ein vollends zufriedenstellendes Resultat, insbesondere da er in seiner Benoni-Eröffnung gewisse Probleme hatte, die vor allem von seinem Problemläufer c8 herrührten. Da der Anziehende die mit dem Spiel auf Sieg assoziierten Risiken aber scheute (thematischer Bauerndurchbruch e4-e5!?), einigten sich die Kontrahenten ebenfalls auf ein Unentschieden.

An Brett 4 spielte Klaus Kraich eine starke Partie, mit den schwarzen Steinen setzte er seinen Gegner frühzeitig unter Druck. So entwickelte Klaus am Königsflügel eine massive Initiative ohne dabei materielle oder positionelle Risiken einzugehen. Aufgrund seines „luftigen“ Königs war Weiß bald zur Resignation gezwungen.

Bei Tobias am zweiten Brett stand eine der Hauptvarianten des Wolgagambits zur Diskussion. Auf der Grundlage struktureller Überlegungen investierte Tobias einen zweiten Bauern, unterschätzte aber das taktische Potential des Anziehenden, der ihn aufgrund einer lästigen Mattdrohung vom Rückgewinn des geopferten Materials abhielt. Einmal in die Defensive geraten hatte Schwarz dem weißen Angriff danach nichts mehr entgegenzusetzen.

An Brett 3 erhielt Walter aus der Eröffnungsphase kurioserweise einen leichten Endspielvorteil! In einem Doppelturmendspiel entwickelte er aufgrund einiger schwarzer Bauernschwächen bald eine bedrohliche positionelle Initiative. Überdies geriet der schwarze König bald ins Fadenkreuz der weißen Türme und wurde in der Brettmitte exekutiert, nachdem der Nachziehende sich in allerdings ohnehin hoffnungsloser Lage eine Unachtsamkeit leistete.

Jürgens Partie begann harmlos mit der Symmetrischen Englischen Eröffnung, doch das Spiel wurde bald taktisch hochkompliziert, als Weiß seine Streitkräfte gegen die schwarze Königsstellung konzentrierte. Naturgemäß spielten beide Seiten die irrationalen Komplikationen nicht perfekt, doch unter dem Strich navigierte sich Jürgen deutlich besser durch die Verwicklungen und brachte den schwarzen König noch vor der Zeitkontrolle zur Strecke.

An Brett 1 bei Fabian wurde das materielle Gleichgewicht schon früh erschüttert. Durch ein spektakuläres – wenn auch hinreichend bekanntes – taktisches Manöver gewann Fabian die Qualität für einen Zentralbauern. Als Schwarz ungenau fortsetzte, stand der weiße Vorteil bald außer Frage. Zwar entging Fabian einige Zeit später eine Kombination, die Schwarz ein Dauerschach ermöglicht hätte, doch sein Gegner übersah dies ebenfalls. Nachdem der Nachziehende seine einzige Chance auf Rettung ungenutzt ließ, spielte Fabian seinen Materialvorteil präzise und sicher nach Hause.

 

Die Zielvorgabe für den letzten Spieltag Mitte April ist jetzt klar definiert: Auf heimischem Boden muss gegen den designierten Abstiegskandidaten Coburg ein Mannschaftssieg her, um den Gewinn der Meisterschaft zu garantieren.

 
 
[Fabian Englert]

 

 

7. Runde RLNW Klingenberg I - Würzburg II 4-4

Am siebten Spieltag gegen die Würzburger Zweite ergab sich erneut ein spannender und letztlich ausgeglichener Mannschaftskampf.

Die erste positive Nachricht war Hans-Jörg, der an Brett 8 seinen Gegner dank sorgfältiger häuslicher Präparation in Rekordzeit überspielte. Gegen das seltene skandinavische Abspiel des Nachziehenden wählte Hans-Jörg die prinzipielle und starke Fortsetzung mit Bauernsturm g4/h4 und erreichte nach gerade einmal zwölf Zügen eine klar gewonnene Stellung.

Daraufhin folgte ein Remis von Klaus Kraich, der in seinem Botwinnik-Aufbau in etwas spekulativer Manier einen Bauern geopfert hatte. Schwarz gelang es zwar, „seinen Laden zusammenzuhalten“, nicht aber das weiße Bauernopfer zu widerlegen. Wohl nicht zuletzt aufgrund Klaus' nomineller Favoritenrolle unterbreitete der Nachziehende dann ein Remisangebot, welches unser Mannschaftsführer akzeptierte.

Am fünften Brett sah sich Jürgen mit der gegnerischen Strategie eines direkten Königsangriffs konfrontiert. Dieser begegnete er mit der notwendigen Aggressivität im Zentrum und am Damenflügel, unterschätzte im Mittelspiel aber ein gegnerisches Springeropfer, das den weißen Figuren Zugang zum schwarzen König gewährte. Zwar griff der Anziehende im 26.Zug fehl und gab unserem Mann eine Chance, den Angriff mittels Figurenrückopfer zu stoppen, doch leider unterschätzte Jürgen die drohende Gefahr und geriet gegen die weiße Angriffsmaschinerie bald unter die Räder.

An Brett 1 wählte Fabian das Angenommene Damengambit und übernahm gegen die ungenaue weiße Fortsetzung im frühen Mittelspiel die Initiative. Der Anziehende entschloss sich zu einem Bauernopfer, um nicht in einer perspektivlosen Stellung mit langem, undankbaren Kampf gegen das schwarze Läuferpaar zu landen. Schwarz gelang es jedoch, seine Stellung völlig zu konsolidieren und als Weiß sich einen weiteren Fehler erlaubte und dem Damentausch auswich, konnte Fabian mit einer hübschen taktischen Sequenz eine Qualität und somit die Partie gewinnen.

Bei Bernd spielte sich die wohl am wenigsten ereignisreiche Partie des Tages ab, in einer typischen Rossolimo-Struktur verblieb die Stellungsbewertung stets im Rahmen des Ausgleichs. Bernd konnte mit dem Spiel gegen die weißen Doppelbauern keinen Positionsvorteil erzielen, doch ließ er dank solider Verteidigung auch dem Anziehenden keine Chancen auf Vorteil, weshalb man sich in einem Leichtfigurenendspiel schließlich auf die Punkteteilung einigte.

Am zweiten Brett bei der Begegnung Kuhn – Kuhn ergab sich eine Tarrasch-Verteidigung des Damengambits mit vertauschten Farben. Tobias erarbeitete sich Raumvorteil am Damenflügel und konnte dort später einen Freibauern bilden. Dem Nachziehenden gelang es jedoch, diesen zuverlässig zu blockieren, insofern war die Lage unklar. Bei knapper Bedenkzeit entschloss sich Tobias dann zu einer taktischen Operation, die leider nicht die gewünschten Früchte abwarf - nach guter schwarzer Verteidigung resultierte eine direkte gegnerische Gewinnstellung im 41.Zug.

Walter verteidigte sich an Brett 3 gegen 1.d4 mit Grünfeldindisch, der Fianchettovariante seines Gegners begegnete er mit dem prinzipiellen Konter ...c5. Im Mittelspiel entschloss sich Walter zu einem Figurenopfer gegen die weiße Königsbauernstruktur, das große Komplikationen nach sich zog. Doch Weiß gelang es in der Folge, mittels einer unerwarteten Kombination den Damentausch zu forcieren und so den schwarzen Angriff zu stoppen. Zum Glück für uns spielte der Anziehende danach weniger präzise und ließ zu, dass Walter dank des entblößten weißen Königs ein Remis durch Dauerschach erreichen konnte.

An Brett 6 wählte Klaus Link jene Abtauschvariante im Spanier, mit welcher Exweltmeister Laker vor fast Einhundert Jahren über J.R. Capablanca einen sensationellen Sieg errang. Unglücklicherweise haben die Schwarzspieler seit dieser Zeit gelernt, den Wert des Läuferpaares zur Geltung zu bringen, wie man an dieser Partie sah. Nach dem Tausch aller Schwerfiguren hatte der Nachziehende die etwas angenehmere Stellung und kurz vor dem 40.Zug sogar die Gelegenheit, die Partie für sich zu entscheiden (39...Lxf3!-+). Nachdem er diese einmalige Möglichkeit aber nicht nutzte, ließ Klaus nichts mehr anbrennen und navigierte die Partie über ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern sicher in den Remishafen.

 

Wenngleich wir mit unserer Gesamtleistung heute sicher nicht hundertprozentig zufrieden sein können, haben wir mit diesem 4-4-Unentschieden dennoch Boden gutgemacht, was das Gesamtklassement in der Regionalliga Nord-West angeht. Da Stetten gegen Bad Neustadt einen überraschenden Sieg errang, sind wir momentan nach Punkten führend.

 

[Fabian Englert]

 

 

6. Runde RLNW Bad Neustadt I - Klingenberg I 4-4

An Brett 3 wählte Walter, der sich mit einem Najdorf-Sizilianer konfrontiert sah, den englischen Angriff. Der ohnehin taktische Grundcharakter dieser Eröffnung wurde durch ein schwarzes Bauernopfer, welches die weiße Bauernstruktur am Damenflügel kompromittierte, noch weiter verschärft. In der Folge investierte der Nachziehende noch mehr Material, um den weißen König seines restlichen Bauernschutzes zu berauben, wonach die Partie im Dauerschach endete.

Fabian kam am Spitzenbrett mit seiner hypermodernen Eröffnungsstrategie relativ leicht zum Erfolg, erhielt er doch eine klare Damenflügelinitiative ohne dass der Nachziehende nennenswerte Angriffschancen generieren konnte. Wenig später entschloss sich Schwarz, eine Qualität zu opfern, in der Hoffnung aus seiner passiven Stellung ausbrechen, doch Fabian gelang es, die gegnerische Figurenaktivität durch Abtauschdrohungen auf ein Minimum zu reduzieren. Der Partiegewinn ließ folglich nicht mehr lange auf sich warten, Schwarz überschritt im 35.Zug in ohnehin hoffnungsloser Stellung die Bedenkzeit.

Bei Klaus Kraich ergab sich ein seltenes Abspiel in der soliden Lasker-Variante des orthodoxen Damengambits. Im Mittelspiel besaß Klaus die besseren Chancen aufgrund seiner aktiven Schwerfiguren, die die weiße Königsstellung belagerten. Nach etwas inkonsequentem Spiel verflachte Klaus' Initiative allerdings wieder und unser Mannschaftsführer musste sich wohl oder übel mit einem Remis begnügen.

Am zweiten Brett bekam Tobias Kuhn den Vierbauernangriff vorgesetzt. Seine Bestrebungen, Kontrolle über die Stellung zu erlangen, waren nicht direkt erfolgreich und resultierten vor allem in hohem Zeitverbrauch. In der komplexen Mittelspielstellung begingen beide Seiten einige taktische Ungenauigkeiten, doch der Anziehende behielt aufgrund seiner gefährlichen Freibauern zumindest eine praktische Initiative. In der Zeitnotphase verlor Tobias durch einen weißen Zwischenzug dann spielentscheidendes Material und fiel bald dem Mattangriff der gegnerischen Schwerfiguren zum Opfer.

Klaus Links Partie startete vielversprechend, in einem klassischen ...e5-Sizilianer erhielt unser Mann das Läuferpaar und hatte eine exzellente Struktur. Der Lohn war ein für Schwarz klar gewonnenes Leichtfigurenendspiel, doch Klaus beging einen groben taktischen Patzer und übersah eine Springergabel, die ihn seinen Läufer kostete. Kurioserweise steckte selbst nach dieser unglücklichen Wendung noch ausreichend Verteidigungspotential in der schwarzen Stellung, weil Klaus' starker Freibauer den gegnerischen Springer band. Doch Klaus hatte offensichtlich einen schlechten Tag erwischt und schlug mit seinem König die falsche Route ein, wonach der Springer wieder frei ziehen konnte und dem Anziehenden den Sieg brachte.

Die Partie an Brett 7 war geprägt von den zentralen Bauernketten beider Kontrahenten. Hans-Jörg navigierte sich gut durch die taktischen Komplikationen des Mittelspiels, und erhielt einen zentralen Mehrbauern im gleichfarbigen Läuferendspiel. Leider war Hans-Jörgs Gewinnführung im Endspiel nicht sonderlich souverän – so entschloss er sich unnötigerweise für das Rückopfer eines Bauern, wonach Schwarz wieder etwas Hoffnung bekam. Wenigstens führte auch der lange Weg zum selben Ziel und Hans-Jörg gewann schlussendlich im 68. Zug.

Jürgen erhielt schon in der Eröffnungsphase klaren Vorteil, als der Nachziehende in einem klassischen Holländer ein dubioses Bauernopfer brachte, von dem sich unser Mann korrekterweise nicht abschrecken ließ. Mit einem folgenden zweiten Bauerngewinn war bereits die Vorentscheidung gefallen, doch Schwarz setzte seinen aussichtslosen Kampf selbst in einem Endspiel mit Minusfigur fort. Erst als nur noch der blanke König auf dem Brett verblieb, gab sich der Nachziehende geschlagen.

Tobias Göbel hatte an Brett 8 seinen ersten Einsatz in der diesjährigen Saison und er erwischte direkt einen sehr guten Partiestart. Auf der schwarzen Seite der Schottischen Eröffnung besaß er ein wunderbares Läuferpaar, das ihm klaren, fast schon entscheidenden, Positionsvorteil sicherte. Ärgerlicherweise schlichen sich danach einige Ungenauigkeiten ein, wonach Tobias schließlich einen Bauern einbüßte und in die Defensive geriet. Nach zähem und langwierigem Kampf ereilte ihn ein ähnliches Schicksal wie Klaus Link, eine ehemals klar vorteilhafte Partie noch zu verlieren.

 

Ein schwarzer Tag nicht nur für die Schwarzspieler (6 Weißsiege, 2 Remisen!), sondern auch für uns. Zwar ist im Rennen um die Meisterschaft noch lange nichts verloren, aber es kann nicht unser Anspruch sein, derart viele Großchancen wie heute liegen zu lassen, wenn sie uns vom Gegner auf dem Silbertablett serviert werden.

 

[Fabian Englert]

 

 

5. Runde RLNW Klingenberg I - Kirchenlaibach I 4,5-3,5

Im dritten Heimspiel dieser Saison fanden wir gegen unsere Gäste aus Kirchenlaibach auf die Erfolgsspur zurück und siegten einmal mehr sehr knapp mit 4,5 – 3,5.

An Brett 8 hatte Mirco wieder einmal einen Einsatz in der ersten Mannschaft, mit den weißen Steinen kam er in seinem Botwinnikaufbau dazu, d3-d4 unter günstigen Umständen durchzusetzen und hatte im Mittelspiel aufgrund seines Raumvorteils die besseren Karten. Leider verpasste er die ein oder andere Gelegenheit, seinen Gegner vor strategische Probleme zu stellen, wonach sich die Lage in einem Turmendspiel wieder ausgeglichen darstellte; doch dann verkalkulierte sich Mirco beim Übergang ins Bauernendspiel, mit der Ressource 38...c4! 39.bxc4 (39.Ke3 cxb3-+ und b5 fällt langfristig) a4 40.c6 Ke7!!-+ hätte diese Partie eine für uns unschöne Wendung genommen. Zum Glück für uns erkannte Schwarz – der auch zeitlich etwas unter Druck stand - seine erste und einzige Chance aber nicht und forcierte stattdessen das Remis.

Walter zeigte am dritten Brett eine gute Defensivleistung, mit seinem ungewöhnlichen 9.a4!? gegen Walters Meraner Variante konnte der Anziehende nicht die Spur eines Vorteils erreichen. Nach dem Damentausch und mit allen schwarzen Figuren auf aktiven Posten einigte man sich nach einer angedeuteten Zugwiederholung im 29.Zug auf Remis.

Hans-Jörg geriet an Brett 7 bereits in der Eröffnungsphase in eine strategisch schwierige Lage, da sich sein Lc8 aufgrund der weißfeldrigen Blockadestrategie des Weißen nicht am Kampfgeschehen beteiligen konnte. Zwar verpasste Weiß es zunächst, den Sack mittels 22.Txg7+! Kxg7 23.Tf7+ nebst 24.Df2+- mit entscheidendem Angriff zuzumachen, doch das Ergebnis blieb dasselbe, als sich Hans-Jörg im dreißigsten Zug einen taktischen Fehlgriff erlaubte.

Klaus Links Angriffslaune wurde von seinem Gegner mit Bescheidenheit begegnet, lehnte dieser doch das Schottische Gambit (4.Lc4) unseres Mannes kurzerhand ab. Trotz diverser Vereinfachungen im Zentrum besaß Klaus stets eine leichte Initiative, die nach dem kompromittierenden 14...f5? sogar bedrohliche Ausmaße annahm. Leider fand Klaus nicht die aktive Fortsetzung 17.Tad1! Df6 18.Tfe1 mit positioneller Gewinnstellung und ließ sich stattdessen auf einen Bauerngewinn ein; nach einigen Ungenauigkeiten erhielt Schwarz jedoch volle Kompensation, weswegen Klaus ein Friedensangebot unterbreitete, welches der Nachziehende akzeptierte.

An Brett 5 erreichte Jürgen mit seiner Pirc-Eröffnung eine gute Stellung gegen den etwas zahnlosen weißen Aufbau. Mit einem einfallsreichen Springeropfer des Weißen spitzte sich die Lage einige Züge später dennoch zu. Jürgen verteidigte sich nach der obligatorischen Annahme des Opfers zweckmäßig, doch auch die Angriffsführung des Anziehenden war korrekt und so endete die Partie schließlich im Dauerschach.

Fabian errichtete am ersten Brett gegen den geschlossenen Sizilianer des Weißen die solide Gurgenidze-Struktur. Dank seiner weißfeldrigen Kontrolle und dem Mangel an Bauernhebeln für Weiß besaß Fabian im Mittelspiel gewissen Positionsvorteil. Um den 25.Zug wurde die Lage taktisch außerordentlich kompliziert und Weiß hatte das fragwürdige Vergnügen, sich bei knapper Bedenkzeit in einer völlig irrationalen Stellung gegen den schwarzen Königsangriff zu verteidigen. Der Fehler ließ folglich auch nicht lange auf sich warten, Fabian brach mit seinen Schwerfiguren zum weißen Monarchen durch und glich den Mannschaftskampf erneut aus, auf einen Stand von 3-3.

An Brett 4 führte Klaus Kraich eine interessante Partie – nach einem positionellen Bauernopfer im neunten Zug vermochte Schwarz seine Entwicklungsprobleme am Königsflügel vorerst nicht vollends zu lösen und unser Mannschaftsführer erlangte sehr gute Kompensation. Klaus bereitete systematisch einen gefährlichen Königsangriff gegen die schwarze lange Rochade vor. Nach dem 40.Zug war dann auch klar, dass Klaus das Remis durch Dauerschach in der Tasche hatte. Seine berechtigten Bemühungen, die Stellung noch weiter auf Sieg zu spielen wurden nach einem verfrühten Königszug und der damit einhergehenden Aktivierung des schwarzen Springers jedoch zunichte gemacht und er musste sich doch mit dem halben Punkt zufrieden geben. [Exzellente Gewinnchancen bot indes das studienartige 47.Txb5+ Ka6 48.Tb8! Sxe4 49.Kc4 Sxc3 50.b4!! Sb5 51.Lxb5+ Ka7 52.Te8! f3 53.Txe7+/-]

Tobias fand sich heute auf der weißen Seite des beschleunigten Drachens wieder, im Mittelspiel war Schwarz jedoch dem Ausgleich recht nahe. Kurz vor der 40 Züge-Marke traf Tobias eine mutige, aber auch riskante Entscheidung und nahm ein Bauernopfer des Nachziehenden an. Vermutlich auch aufgrund seiner knappen Bedenkzeit gelang es Schwarz aber nicht, Kompensation für den Minusbauern nachzuweisen; nach dem Damentausch konnte sich Tobias vollends konsolidieren und durch das positionelle Rückopfer des Bauern verschob sich der Kampf in ein Turmendspiel, in dem Tobias aufgrund seines starken b-Freibauern den Sieg davontrug.

 

[Fabian Englert]

 

 

4. Runde RLNW Rottendorf I - Klingenberg I 4-4

Einen spannenden und weitgehend ausgeglichenen Mannschaftskampf führten wir am 4. Spieltag der Regionalliga Nordwest im verschneiten Rottendorf.

Am dritten Brett akzeptierte Walter frühzeitig ein Remisangebot seines Gegners. Zwar konnte unser Mann als Anziehender eine bedrohliche Initiative gegen die schwarze Königsstellung aufbauen, doch dank präziser Verteidigung des Gegners musste Walter schließlich einem Damentausch zustimmen.

Nebenan bei Klaus Kraich einigte man sich im Mittelspiel ebenfalls friedlich. Klaus verpasste die präziseste Antwort gegen die weiße „Stonewall“-Struktur, die ihm das leicht bessere Spiel gesichert hätte. Daraufhin konnten beide Parteien aufgrund des geschlossenen Stellungstyps keine nennenswerte Fortschritte mehr erzielen.

Fabian kam an Brett 1 gegen den erfahrenen IM Dr. Ostermeyer ebenfalls nicht über ein Remis hinaus. Zwar beschwor Fabian als Anziehender mit einem thematischen sizilianischen d5-Springer-"Opfer" taktische Komplikationen herauf, doch als sich der Rauch verzogen hatte, fand man sich in einem völlig ausgeglichenen Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern wieder.

Klaus L. geriet in einem damenlosen Mittelspiel unter gewissen Druck und versuchte mittels Bauernopfer etwas Aktivität zurückzuerlangen. Leider missglückte dieses Unterfangen, als sich Klaus wenig später in der Zeitnotphase einen entscheidenden taktischen Fauxpas leistete.

Jürgen spielte den ihm bestens vertrauten englischen Aufbau gegen die schwarze königsindische Verteidigung. Es ergab sich ein typisch komplexes Mittelspiel, in welchem Jürgen leider die Chance verpasste, eine spielentscheidende Initiative an sich zu reißen. In der Zeitnotphase nahm er dann in hochkomplexer Lage mit einem Minusbauern verständlicherweise das Remisangebot seines Gegners an.

Bernd kam am siebten Brett mit seinem nominell klar favorisierten Gegner bestens zurecht. Zwar konnte Bernd keine nennenswerten Eröffnungsvorteile verzeichnen, doch das hinderte ihn keineswegs daran, Schwarz später im Springerendspiel völlig zu überspielen. Obgleich der Nachziehende noch lange nicht das Handtuch warf, gab sich Bernd keine Blöße mehr und verwertete seine Gewinnstellung souverän.

An Brett 8 wählte Hans-Jörg den Sizilianischen Drachen, seine aggressive Eröffnung erzielte allerdings nur teilweise den gewünschten Effekt. Zwar geriet der Anziehende vor der 40-Züge-Marke in zeitliche Bedrängnis, doch besaß Weiß im späteren Mittelspiel die aktivere Stellung. Um die gegnerische Zeitnot auszunutzen, entschied sich Hans-Jörg für eine Verkomplizierung des Spiels, stellte sich damit letztlich aber selbst ein Bein, denn nach einem taktischen Fehlgriff verlor er die Qualität ohne realistische Gegenchancen.

Bei Tobias ergab sich ein früher Damentausch, im resultierenden Mittelspiel besaß Weiß anfangs eine leichte Initiative, agierte dann aber zu aggressiv (vielleicht aufgrund der ein oder anderen Lärmquelle im Spielsaal..!?) und ging nicht auf rechtzeitige Remissicherung. Wie so häufig in derartigen Fällen übernahm Schwarz mit der Lösung all seiner Probleme bereits selbst die Initiative. In einem Leichtfigurenendspiel wurde der Anziehende daraufhin dank Tobias' gefährlichem a-Freibauern ausgekontert.

Mit diesem Unentschieden können wir unter dem Strich gut leben, da wir aufgrund der noch anstehenden Mannschaftskämpfe gegen die direkten, momentan punktgleichen Aufstiegskonkurrenten Bad Neustadt und Würzburg unser Schicksal noch selbst in der Hand haben.

 

[Fabian Englert]

 

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3. Runde RLNW Klingenberg I - Marktleuthen I 4,5-3,5

Die dritte Runde der Regionalliga Nordwest gegen unsere mitfavorisierten oberfränkischen Gäste aus Marktleuthen nahm nach spannendem Verlauf das bessere Ende für uns.

An Brett 8 bei Hans-Jörg stand erneut die Englische Eröffnung zur Diskussion. Schwarz wählte die solide Verteidigung mit ...Lb4 und gab das Läuferpaar auf, um gegen den weißen c-Doppelbauern zu spielen - dieselbe Thematik ist aus dem Rossolimo-System der Sizilianischen Verteidigung hinreichend bekannt. Allerdings ließ sich der Nachziehende im Mittelspiel zu sehr in die Defensive drängen und Hans Jörg besaß dank seiner zentralen Bauernmasse und aktiven Dame bald eine kritische Initiative. Auch wenn unser Vereinsvorstand die erste Möglichkeit, den Sack zuzumachen, ungenutzt ließ (mit 29.De6!! Dd8 30.h6! +- und Schwarz kann langfristig nicht die beiden Punkte d7 und g7 verteidigen), verblieb weißer Vorteil, den Hans-Jörg wenig später in einen Sieg ummünzen konnte.

Jürgen bekam am fünften Brett die Colle-Eröffnung vorgesetzt, auf die er mit einem symmetrischen Aufbau antwortete. Als Weiß im frühen Mittelspiel den thematischen Hebel e3-e4-e5 durchsetzte, musste Jürgens Königsspringer zwar etwas undankbar nach g8 zurückziehen, doch der Anziehende verpasste es, etwas aus seiner temporären Initiative zu machen. In der Folge brachte Jürgen ein sehr starkes positionelles Bauernopfer, um für seine Figuren Linien zu öffnen und neue Vorpostenfelder zu schaffen. Die Wirkung des Opfers hätte besser nicht sein können, gerade einmal acht Züge später musste ihm der Anziehende in hoffnungslos passiver Lage bereits die Hand zur Aufgabe reichen.

Klaus Kraich bekam es mit dem berüchtigten „Knight Tango“ (1.d4 Sf6 2.c4 Sc6!?) zu tun, eine Überraschungswaffe, die von den meisten Experten als eine unterschätzte und dynamische Waffe evaluiert wird. Unser Mannschaftsführer spielte die Eröffnungsphase aber sehr solide und konnte in der Folge leichten Vorteil verzeichnen. Im Mittelspiel kam Klaus' Königsstellung dann allerdings unter den Beschuss der schwarzen Schwerfiguren und mit dem Schlagen eines vergifteten Bauern ließ er ein wichtiges taktisches Motiv unbeachtet, woraufhin Schwarz eine Figur gewann. Nachdem die mit der Zeitnot verbundenen Schwindelchancen überstanden waren, blieb Klaus leider nichts anderes übrig, als das Handtuch zu werfen.

Am dritten Brett spielte Walter mit den schwarzen Steinen gegen eine recht harmlose Abart der slawischen Abtauschvariante. Zunächst gelang es Walter am Damenflügel, aktives Gegenspiel zu entwickeln, doch nach dem Rückzug seines aktiven Vorpostenspringers ließ er sich zunehmend in die Defensive drängen. Nach einer guten Verteidigungsleistung und nicht ganz perfektem weißen Spiel kam Walter dem Remis wieder relativ nahe, doch als er in Zeitnot nach einem taktischen Intermezzo die Qualität verlor, sicherten sich unsere Gäste ihren zweiten Sieg.

Bernd führte die schwarzen Steine an Brett 7 und wählte eine sehr solide Verteidigung gegen den Botwinnik-Aufbau des Anziehenden. Weiß setzte sehr aggressiv mit einem Bauernsturm am Königsflügel fort, den Bernd aber gut neutralisierte. Nicht nur gelang es ihm, die Damen zu tauschen, vielmehr verblieben der „schlechte“ weiße Läufer und der „gute“ schwarze Springer. Anstatt auf das Spiel auf seine Vorteile aufzubauen (z.B. mittels 24…b5!? 25.cxb5 Tfb8! und das starke schwarze Gegenspiel sichert ihm wenigstens gleiche Chancen), entschied sich Bernd ein Turmendspiel anzusteuern, in dem Weiß aufgrund seines Raumvorteils aber zumindest leichten Vorteil besaß. Nach einigen präzisen Umgruppierungen und dem klassischen „Spiel auf zwei Schwächen“ trug der Anziehende in der Folge den Sieg davon.  

An Brett 1 wählte Fabian in der Symmetrischen Englischen Eröffnung einen originellen Aufbau, der vor allem auf die Unterbindung des weißen Spiels am Damenflügel und im Zentrum setzte. Nachdem er Ausgleich erreicht hatte, gelang es Fabian dank genauem Spiel eine zunehmend bedrohlichere Initiative aufzubauen - kurz vor der Zeitnotphase wurde der weiße König seines Bauernschutzes beraubt, zudem stand der weiße Turm recht passiv. Nach einer pragmatischen Zugwiederholung im 41.Zug von Schwarz angekommen hatte Fabian wieder ausreichend Bedenkzeit, um diese Vorteile – taktisch allerdings äußerst kompliziert –  in Form eines tödlichen Mattangriffes in einen wichtigen Sieg umzumünzen.

Klaus L. spielte am sechsten Brett gegen einen sizilianischen Igel, dem er in Angriffslaune mit einem f4-Aufbau entgegnete. Doch Schwarz spielte die Eröffnungsphase sowie das Mittelspiel außerordentlich stark (zumindest relativ zu seiner Wertungszahl) und erhielt leichten Vorteil, ohne dass Klaus offensichtliche Fehler begangen hatte. Erst im 41.Zug griff der Nachziehende fehl, und lenkte die Partie in ein Damenendspiel mit drei gegen zwei Bauern auf demselben Flügel, das Klaus aufgrund der permanenten Dauerschachgefahr sicher Remis hielt. Die starke Fortsetzung 41…Dc3!! hätte wahrscheinlich ein weniger erfreuliches Ende für uns genommen, z.B. 42.c6 e4 43.c7 e3 und Weiß muss wohl oder übel dem Abtausch seines weiter vorgerückten c-Bauerns für den schwarzen e-Bauern zustimmen, da 44.Dd7?! De5+ nebst 45…e2 für Schwarz direkt gewinnt.

Tobias‘ Partie an Brett 2 war geprägt von einigen Auf und Abs. In der Eröffnung gelang es Weiß, das provokative schwarze Abspiel des sizilianischen Drachens zu widerlegen, der Lohn waren zwei klare Mehrbauern am Damenflügel. Leider verpasste es Tobias danach, im Mittelspiel den Sack ganz zuzumachen (z.B. mittels 22.b3+- oder 22.Df4!? Df5 23.Dxf5 gxf5 24.Lb6!!/Lf6!! +-) und Schwarz konnte einen sehr gefährlichen Freibauern zurückgewinnen, wonach sich die Lage im entstandenen Schwerfigurenendspiel wieder weit weniger klar darstellte. In der Folge ergab sich ein Turmtausch, und die Gewinnführung von Damenendspielen bei offenem König führt ja bekanntermaßen fast immer zu Problemen. Nach einem langen Königsmarsch hinter die gegnerische Bauernkette fand Schwarz nicht die richtige Verteidigung in Form von 68…Kg7! mit Remis. Doch wenig später irrte auch Tobias und wählte statt dem siegbringenden 72.Dd7! +- die fehlerhafte Fortsetzung 72.De8?? wonach Schwarz das Dauerschach und somit den Mannschaftspunkt in der Tasche hatte – oder vielmehr hätte haben sollen. Doch die lange Kampfpartie hinterließ offensichtlich bei beiden Spielern Spuren, denn Schwarz griff sprichwörtlich einen Meter vorm Ziel erneut fehl und gab drei Züge später ein falsches Damenschach, wonach Tobias‘ König dem Dauerschach endgültig entkommen konnte.

Erfreulich festzuhalten bleibt in diesem Zusammenhang insbesondere, dass wir alle vier Damenendspiele der bisherigen Saison zu unseren Gunsten beenden konnten, die beiden vorteilhaften konnten nach langem Kampf gewonnen werden und in den beiden nachteilhaften konnte das Remis durch Dauerschach erzielt werden.

 

[Fabian Englert]

 

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2. Runde RLNW Hof I - Klingenberg I 3-5

Das weiteste Auswärtsspiel der Saison nahm nach einigem Auf und Ab für uns ein gutes Ende. Mit dem Sieg gegen Gastgeber Hof befinden wir uns nach dem 2. Spieltag jetzt bereits auf dem geteilten zweiten Platz.

Bernd einigte sich mit seinem Gegner in einem ruhigen „Anti-Sizilianer“ im Mittelspiel auf Remis, da keine Seite nennenswerte Vorteile erreichen konnte.

Am Nachbarbrett 6 bei Klaus L. war die Lage hingegen alles andere als klar. In einem Sweschnikow-Sizilianer entschied sich Klaus für ein positionelles Bauernopfer, um dem Anziehenden das Rochaderecht zu nehmen. Was ein spannender Kampf hätte werden können, endete abrupt zu unseren Gunsten, als Weiß die Ideen zweier Varianten vertauschte und ein Figurenopfer brachte, nur um kurz daraufhin festzustellen, dass das geplante Damenschach nach Abzug des Läufers nun nicht mehr möglich war.

Bei Jürgen stand erneut die holländische Eröffnung zur Debatte, diesmal führte er allerdings die weißen Steine. Während sich im frühen Mittelspiel die Lage für den Anziehenden zwar kompliziert, aber noch unter Kontrolle darstellte, liefen die Dinge schließlich aus dem Ruder als Schwarz mit dem typischen holländischen Bauernsturm den Druck erhöhte. Nach mehreren unglücklichen Entscheidungen fiel der weiße Monarch dem schwarzen Mattangriff zum Opfer.

Ein ähnliches Szenario hätte sich auch an Brett 4 abspielen können – nach anfänglichem positionellen Vorteil für Klaus Kraich entschied sich sein Gegner dafür, den Spielcharakter grundlegend zu ändern und startete einen Alles-oder-Nichts-Angriff unter Nichtbeachtung aller materiellen Überlegungen am Damenflügel. Wie üblich wiegen Fehler in solchen Situationen besonders schwer und nach einer Ungenauigkeit in der Verteidigung sah sich Klaus' König bei geöffneter h-Linie mit sämtlichen weißen Schwerfiguren konfrontiert. Zum Glück für uns machte der Anziehende den Sack aber nicht zu und ging für nur einen Zug vom Gaspedal, wonach Klaus die Lage wieder konsolidieren konnte und aufgrund des nun ebenfalls exponierten weißen Königs die Partie souverän nach Hause brachte.

Nach gut vier Stunden steuerte Fabian einen dritten Sieg bei. In einer sizilianischen Mittelspielstruktur mit vertauschten Farben hatte er strukturellen Vorteil erhalten, sah sich nach dem Damentausch aber mit dem Problem konfrontiert, dass Schwarz durch mehrfachen Bauerntausch dem Remis recht nahe kommen konnte. Um derartige Vereinfachungen zu vermeiden, entschied sich Fabian gegen einen temporären Bauerngewinn. Diese Strategie der Verkomplizierung stellte sich als korrekt heraus, zwar fiel Schwarz im 30.Zug nicht auf die vorbereitete teuflische Falle hinein (30...Txb4? 31.Txd6!! Ta2+ 32.Kg2! Txb4 33.Ld5+ Kf8! 34.Txf6+!! nebst 35.Tf7+ mit Mehrfigur; nicht ausreichend ist indes 32.Td1? Txd1+ 33.Lxd1 Txc4 34.Lb3 b5! - das Bauernendspiel ist nicht besser für Weiß), doch geriet er aufgrund des hohen Zeitverbrauchs in dieser Phase in große Zeitnot, wonach sich die Ummünzung des eigentlich nur begrenzten weißen Vorteils recht einfach darstellte.

Kurz darauf endete die Partie am zweiten Brett nach einigen Wendungen im Unentschieden. Ursprünglich hatte Tobias als Schwarzer eine klare Initiative erhalten, die in der Folge zu einem eindeutigen Gewinnvorteil reifte, konnte Weiß sich ob des eisernen schwarzen Griffes im Zentrum und seines „luftigen“ Königs doch kaum noch rühren. Dann aber spielte Tobias zu unbedacht und unterschätzte einen ursprünglich harmlosen weißen Angriff, wonach auf einmal er mit dem Rücken zur Wand stand. Notwendigerweise musste er sein Mehrmaterial zurückgeben, um ein scheinbares Dauerschach zu geben, wonach die Partie auch im Remis endete. Bei diesem tragischen Verlauf bleibt der einzig kleine Trost, dass Weiß das Damenendspiel bei bestem Spiel sogar hätte gewinnen können (mit 46.d6!, z.B. 46...h5!? 47.De6+ Kf8 48.De7+ Kg8 49.f6!+-).

Um den Mannschaftssieg endgültig zu sichern, willigte Hans-Jörg an Brett 8 trotz klaren Stellungsvorteils in ein Remis ein. Nach einer ungenauen Zugfolge in der Eröffnungsphase, die der Gegner ungenutzt ließ, spielte Hans-Jörg eine gute und aktive Partie, in der sein Läuferpaar das Brett dominierte. Sein positioneller Druck wurde später sogar mit einem Bauerngewinn entlohnt, insofern hätte man die Stellung auch berechtigterweise auf Sieg spielen können - aber wie uns die Vergangenheit lehrt (Stichwort Schweinheim 2007!), gilt in derartigen Situationen zumeist der altbewährte Grundsatz „Sicher ist Sicher!“.

In Walters Partie fiel nach gut fünf Stunden die Entscheidung in einem Turmendspiel. In einem Sizilianischen Drachen ergab sich der frühe Abtausch aller Leichtfiguren, in dem schwergängigen Mittelspiel hatte Schwarz zeitweise etwas mehr vom Spiel, verlangte seiner Stellung später aber zu viel ab, als er Walter leichtsinnig einen (zu) starken h-Freibauern im Turmendspiel zugestand. Leider war Walter noch zu sehr auf Remissicherung bedacht, ließ zwei klare Gewinnfortsetzungen ungenutzt (48.Th8! und, etwas komplizierter, 57.Tg7!) und musste sich letztlich auch mit dem halben Zähler zufrieden geben.

 

[Fabian Englert]

 

 

1. Runde RLNW Klingenberg I - Stetten I 4-4

Zu Beginn der neuen Saison empfingen wir in unserem neuen Spiellokal Aufsteiger Stetten, die ersatzgeschwächt, aber mit einer sehr jungen Mannschaft antraten.

 

Der Spieltag sollte vielversprechend beginnen, konnte Tobias an Brett 2 seinen Gegner doch in Rekordzeit zur Aufgabe zwingen. Die schwarze Dame fiel in der Eröffnungsphase auf d8 dem weißen Springerduo d5/c6 zum Opfer.

 

Als nächstes beendete Hans-Jörg seine Partie, der nach einem Springeropfer den schwarzen Monarchen seines Bauernschutzes beraubte. Unglücklicherweise führte das Figurenopfer nicht zu einem schnellen Sieg, sondern potentiell zu komplizierten taktischen Verwicklungen, in denen Weiß ein Mittelspiel mit Dame gegen Turm und 2 Leichtfiguren hätte führen müssen. Hans-Jörg wählte stattdessen die sichere Variante und gab Dauerschach.

 

Am Nebenbrett zahlte sich Bernds risikofreudige Spielweise letztlich leider nicht aus. In der Botwinnik-Variante der Caro-Kann-Eröffnung (5...gxf6) ging Bernd im Mittelspiel mit seiner Dame auf Bauernjagd, allerdings öffnete dies dem Weißen Linien gegen den schwarzen König. Um den Angriff zu entschärfen, tauschte Schwarz die Damen, doch die Initiative des Anziehenden ließ auch im damenlosen Mittelspiel nicht nach und resultierte ultimativ in einem gewonnenen Turmendspiel mit zwei Mehrbauern für die Gegnerin.

 

Am fünften Brett überspielte Jürgen seinen Gegner souverän mit den schwarzen Steinen in einem klassischen Holländer. Schwarz besaß Zentraldominanz und insbesondere sein Springer auf e4 saß wie der sprichwörtliche Stachel im Fleisch des weißen Lagers. Nach der Öffnung der g-Linie beschleunigte dann ein inkorrektes weißes Opfer lediglich den unvermeidlichen Partieausgang.
 

Klaus L's Partie am sechsten Brett sah einen sehr frühen Damentausch. Das Spiel gestaltete sich aufgrund der symmetrischen Bauernstruktur weitgehend ausgeglichen und resultierte schließlich in einem Springerendspiel. Die Endphase der Partie wurde von beiden Seiten ungenau behandelt, zuerst hatte Klaus die Möglichkeit ein für ihn vorteilhaftes Bauernrennen durch Angriff auf den gegnerischen a-Bauern herbeizuführen, spielte stattdessen aber zu defensiv orientiert, wodurch die Gegnerin nach der Aktivierung ihres Königs klaren Vorteil erhielt. Vermutlich aufgrund ihrer Außenseiterrolle akzeptierte sie aber dennoch ein Remisangebot.

 

An Brett 1 führte führte Fabians Benonieröffnung zu einem komplizierten Mittelspiel, in welchem Schwarz alle Probleme lösen konnte. Fabian entschied sich, einem Damentausch entgegenzusteuern, in der Hoffnung aufgrund seiner besseren Leichtfiguren langfristig ein vorteilhaftes Endspiel herbeizuführen, verkalkulierte sich aber dann mit einem Bauernopfer, das nicht die gewünschten Früchte abwarf. In beidseitiger Zeitnot ergab sich ein Leichtfigurenendspiel mit asymmetrischen Bauernketten und als sich der Rauch verzog, fand sich Fabian in einem gleichfarbigen Läuferendspiel aufgrund des aktiveren weißen Königs in einer hoffnungsloser Lage wieder.

 

Walter indes geriet gegen seine eröffnungstheoretisch bestens präparierte Gegnerin schon früh unter enormen Druck und musste in einer irrationalen Variante des Nimzowitsch-Sizilianers nicht nur ein beträchtliches Bedenkzeitenminus verzeichnen, sondern auch früh Material abgeben, um überhaupt am Leben zu bleiben. Trotz Bauernnachteil schaffte es Walter nach langen, zähen Kampf beinahe, die Partie doch noch in den Remishafen zu steuern - immerhin war Schwarz schon fast bereit, in ein Remis einzuwilligen. Letztlich wurde dies aber vom Stettener Mannschaftsführer negiert und Weiß führte das Endspiel Turm + Springerbauer gegen Turm erfolgreich zu Ende, da Walters König das Umwandlungsfeld nicht rechtzeitig erreichen konnte.

 

Die Partie unseres Mannschaftsführers endete erst in den allerletzen Minuten. Klaus Kraich hatte seine Positionsvorteile im Mittelspiel in einem Mehrbauern umwandeln können. Da sich aber ein Damenendspiel ergab und Klaus' König stets mit Störschachs von allen Seiten rechnen musste, war der Ausgang dieser Partie dennoch ungewiss. Erst als es im gelang, die Position des schwarzen Königs auf der siebten Reihe auszunutzen und auf das Schachgebot seines unter enormen Zeitdruck stehenden Gegners mit einem Gegenschach-Damentausch konterte, war der schwarze Widerstand gebrochen und ein 4-4 - Unentschieden besiegelt.

 

Unser Favoritenrolle wurden wir heute nicht gerecht, allerdings ließen auch die anderen DWZ-stärkeren Teams der Liga heute ordentlich Federn. Unseren Gegnern aus Stetten sei für ihrer starke Leistung der erste Mannschaftspunkt in ihrem Regionalliga-Debüt in jedem Fall gegönnt, augrund ihrer vielen jungen Spieler hat diese Mannschaft bestimmt eine vielversprechende Zukunft.

 

[Fabian Englert]

 

9. Spieltag: Marktleuthen I - Klingenberg I   3 - 5

Trotz personeller Ausfälle erreichten wir in Marktleuthen einen 5-3-Mannschaftssieg und konnten unsere Meistersaison somit gelungen abschließen.

Die Gastgeber gewannen an Brett 6 kampflos. 0-1

Klaus L. wählte gegen die Moderne Verteidigung ein System mit Läufern auf e3 + d3 und Springern auf e2 + d2. Doch sein Gegner nutzte dies geschickt aus mittels temporärem Figurenopfer auf e4 gefolgt von ...d5 und gewann dank seines Te8 das Material mit Zinsen zurück. In besserer Stellung bot Schwarz dann Remis an und Klaus akzeptierte verständlicherweise. 0.5 - 1.5

Walter erreichte mit der Halbslawischen Verteidigung einen schönen Sieg. Die Einladung des Anziehenden zu einem taktischen Intermezzo im Mittelspiel ließ Walter nicht unbeantwortet und opferte eine Figur für einen hochgefährlichen Freibauern. Wenige Züge später musste sich Weiß geschlagen geben, da die Umwandlung des Bauern nicht mehr zu stoppen war. 1.5 - 1.5

Tobias erreichte mit Grünfeldindisch eine gute Mittelspielstellung und hatte tendenziell sogar die etwas höheren Spielanteile. Sein Gegner entschied sich richtigerweise für den Übergang in ein Leichtfigurenendspiel und konnte die Lage ausgleichen. 2-2

Jürgen erreichte im Mittelspiel dank seines Raumvorteils eindeutigen Vorteil, doch in der Zeitnotphase verkomplizierte sich die Lage. So konnte Jürgen zwar einen Bauern gewinnen, doch die starken schwarzen Springer kompensierten den Materialnachteil in der Folge. Deshalb bot Jürgen Remis und sein Gegner nahm an. 2.5 - 2.5

Am ersten Brett war die Lage im Mittelspiel ebenfalls unklar. Fabian besaß die bessere Bauernstruktur, doch das schwarze Läuferpaar und seine Kontrolle über die offene d-Linie waren ebenfalls bedeutsam. Doch nach dem Fehler 28...f5? bekam Fabian Oberwasser und konnte in wenigen Zügen den Sieg erringen. 3.5 - 2.5

Anton erreichte mit den schwarzen Steinen trotz seiner klaren nominellen Außenseiterrolle eine sehr schöne Eröffnungsstellung - die schwarze Struktur war durch und durch solide und seine Leichtfiguren waren aktiv. Auch den weißen Angriff am Königsflügel konnte Anton abwehren und so ein Remis erreichen. 4-3

Klaus K. erreichte gegen den Paulsen-Sizilianer im Mittelspiel positionellen Vorteil und münzte diesen später in eine sehr starke Angriffsstellung um. Bestimmt wäre ein etwas schnellerer Sieg möglich gewesen, doch Klaus ließ unter dem Strich nichts anbrennen und gewann später im Schwerfigurenendspiel. 5-3  

 

 

[Fabian Englert]

 

 

8. Spieltag: Höchstadt I - Klingenberg I   1 - 7

Im vorletzten Spieltag zeigten wir im mittelfränkischen Höchstadt eine starke Mannschaftsleistung und sind vor der letzten Runde bereits sicherer Meister in der Regionalliga Nord-West. Leider wurde unsere Anfahrt aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse stark negativ beeinträchtigt, weswegen wir erst mit einer Verspätung von etwa 25 Minuten eintrafen. Noch einmal ein Dankeschön an unsere Gastgeber, die sich äußerst fair verhielten und die Uhren noch nicht in Gang setzten.

Unser Joker Manuel erzielte bei seinem zweiten Einsatz erneut einen Sieg. Im Königsbauernspiel agierte Schwarz grob fahrlässig und Manuel konnte durch einen Zwischenzug die Dame gewinnen, ein Geschenk, das er gerne annahm. 1-0

Walter erreichte gegen die Réti-Eröffnung mit den schwarzen Steinen eine fantastische Position. Über die offene g-Linie startete er einen Angriff gegen den weißen König und konnte die Partie so schnell für sich entscheiden. 2-0

Vergleichbares spielte sich am Nebenbrett ab - Klaus K. startete im Mittelspiel eine Offensive gegen die schwarze Königsstellung. Mittels 25.Sf5! durchbrach er die schwarze Verteidigungslinie mit entscheidendem Effekt. 3-0

Am zweiten Brett wählte Tobias den Paulsen-Sizilianer. Sein junger Gegner entschied sich mit 19.0-0?! (statt 19.0-0-0!) wohl für die falsche Rochade und Tobias übernahm langsam aber sicher die Initiative. Den Versuch des Weißen, trotzdem am Königsflügel anzugreifen, konterte Tobias dann mittels eigenem Angriff geschickt aus. 4-0

Anton erreichte mit Skandinavisch zunächst eine halbwegs spielbare Eröffnungsstellung, doch nachdem Weiß später durch die Taktik 18.Lh6! eine Qualität gewann, musste Anton doch der nominellen Favoritenrolle seines Gegners Tribut zollen und sich bald geschlagen geben. 4-1

Fabians Gegner entkorkte im Mittelspiel ein interessantes Figuropfer für zwei Zentralbauern und erhielt hierfür auch gewisse Kompensation. Doch nachdem es Schwarz verpasste, die Ungenauigkeit 19.De1?! auszunutzen, neigte sich der Vorteil wieder eindeutig zu Fabians Gunsten und die schwarze Zeitnot besiegelte das Schicksal des Höchstädters dann endgültig. 5-1

Jürgen spielte eine äußerst sehenswerte Partie - zwar nicht gerade fehlerfrei, aber dafür mit hohem Unterhaltungswert. Schwarz eröffnete schon früh das Feuer gegen den weißen Königsflügel und sein Angriff schien zunächst auch durchzuschlagen. Um überhaupt im Spiel zu bleiben, musste Jürgen zwei Qualitäten opfern. Doch ungeachtet der Tatsache, dass ihm keine einzige Schwerfigur verblieb, konnte er plötzlich gefährliche Drohungen gegen den schwarzen König aufstellen und das verlorene Material mit Zinsen zurückgewinnen. So ergab sich schließlich das Endspiel 2 Springer + Läufer gegen Turm + Randbauer. Schwarz entschloss sich, den Läufer mit seinem Turm zu eliminieren, doch Jürgen konnte unter Ausnutzung des verbliebenen gegnerischen Bauerns das Mattnetz gegen den schwarzen König mit seinen zwei Springern rechtzeitig komplettieren. 6-1

Klaus Link spielte im Nimzo-(bzw. Bogo-)Inder mit Schwarz eine recht technische Partie. Im Mittelspiel besaß er aufgrund seines Raumvorteils leichten Vorteil, aber Weiß spielte solide und konnte ausgleichen. Durch den puren Willen, diese Partie noch zu gewinnen, erreichte Klaus das nahezu Unmögliche und provozierte nach langem Lavieren in scheinbar "totremiser" Stellung doch noch gegnerische Fehler. So konnte Klaus schließlich mit seinem König entscheidend in die weiße Stellung eindringen und nach 95 Zügen ebenfalls einen Sieg erringen. 7-1

 

 

[Fabian Englert]

 

 

7. Spieltag: Klingenberg I - Kronach I   6.5 - 1.5

Gegen die Kronacher Schachfreunde erzielten wir einen deutlichen, wenn auch etwas schmeichelhaften, 6.5 - 1.5 - Mannschaftssieg.

Tobias gewann kampflos, was uns eine frühe Führung bescherte. 1-0

Nach etwa 90 Minuten fiel die nächste Entscheidung. Fabian hatte mit seiner modernen Verteidigung eine spielbare Stellung erreicht, doch die symmetrische Struktur bot Schwarz nur reduziertes Potential für ein Spiel auf Sieg. Somit bot Fabian Remis an, das sein Gegner akzeptierte. 1.5 - 0.5

Am fünften Brett spielte Jürgen eine komplizierte Partie gegen die Englische Eröffnung. Das Mittelspiel sah phasenweise vielversprechend aus für Weiß, doch dann beging der Anziehende einen groben taktischen Fehler und verlor entscheidendes Material aufgrund der Überlastung seiner Figuren. 2.5 - 0.5

Walter hatte mit den weißen Steinen einen Offenen Sizilianer auf dem Brett. Wie vielfach in der Taimanov-Variante gesehen ließ Schwarz seinen König im Zentrum und marschierte mit seinem h-Bauern los. Im Mittelspiel einigten sich die Kontrahenten in unklarer Lage dann auf ein Unentschieden. 3-1

An Brett 3 spielte Klaus K. gegen die Katalanische Eröffnung. Er erlaubte Weiß den Vorstoß e4-e5 und konterte diesen später mittels ...c6-c5. Nachdem sich die Zentrallinien geöffnet hatten, bot Klaus Remis und Weiß akzeptierte das Angebot trotz seines leichten Stellungsvorteils. 3.5 - 1.5

Klaus L. spielte wieder einmal eine sehr aggressive Partie und opferte im Mittelspiel einen Bauern. Als sein Gegner es verpasste, die Stellung geschlossen zu halten, geriet die weiße Initiative außer Kontrolle. Die weißen Figuren, unterstützt durch einen starken e-Freibauern, drangen ins schwarze Lager ein und fanden im exponierten schwarzen König eine leichte Beute. 4.5 - 1.5

Simon zeigte an Brett 8 eine etwas fragwürdige Eröffnungsstrategie, als er in französischem Stellungstyp mit Weiß trotz Entwicklungsnachteils seine Zentralstellung überstrapazierte. Sein junger Gegner konterte dies trotz seiner klaren nominellen Außenseiterrolle zunächst auch ziemlich gut und besaß klaren Vorteil. Mit 23...Lc6?? beginn Schwarz jedoch einen katastrophalen Fehler und Simon konnte wenige Züge später den Sieg erringen. 5.5 - 1.5

Am Nebenbrett hatte Mirco über weite Strecken ebenfalls einen schweren Stand. Nach langer Rochade geriet sein König unter massiven Beschuss und Weiß konnte zwischen verschiedenen Versionen des Materialgewinns wählen. Er entschied sich für ein Endspiel mit Figur gegen Bauern, das auch noch klar vorteilhaft war. Doch nach und nach schlichen sich Ungenauigkeiten im weißen Spiel ein und letzten Endes waren Mircos Bauern dann zu stark. 6.5 - 1.5

 

 

[Fabian Englert]

 

 

6. Spieltag: Hof I - Klingenberg I   2 - 6

Zu Gast im oberfränkischen Hof erreichten wir trotz personeller Ausfälle einen 6-2-Mannschaftssieg.

Am achten Brett erhielt Anton mit den schwarzen Steinen eine gute Mittelspielstellung. Seine aktiven Leichtfiguren und bessere Bauernstruktur kompensierten das weiße Läuferpaar vollends. Nach circa zwei Stunden einigten sich die Kontrahenten auf Remis. 0.5 - 0.5

Jürgen konnte gegen die Stonewall-Verteidigung seines Gegners die c-Bauern tauschen und dann mittels Sb5 Druck auf die schwarze Stellung ausüben. Obwohl Jürgen später unter massiven Zeitdruck geriet, war es Schwarz, der im Doppelturm-/Springerendspiel den entscheidenden Fehler beging und einen wichtigen Bauern einbüßte. Daraufhin ließ sich Jürgen den Partiesieg nicht mehr nehmen. 1.5 - 0.5

Walter spielte an Brett 4 gegen das Morra-Gambit. Im Mittelspiel übernahm er klar die Initiative, konnte er doch die weiße Bauernstruktur am Königsflügel zerstören. Mit dem sichereren König und den deutlich aktiveren Figuren sah es äußerst vielsprechend für Walter aus, doch Walter spielte leider etwas ungenau und ließ Weiß mit einem Remis entkommen. 2-1

Klaus L. spielte über weite Strecken eine sizilianische Musterpartie, nach dem Damentausch dominierte Schwarz das ganze Brett. Es ergab sich später ein Springerendspiel mit entscheidendem positionellen Vorteil für Schwarz. Doch unglücklicherweise übersah Klaus in einem Moment der Unachtsamkeit die Transformation in ein Bauernendspiel, in dem Weiß trotz Minusbauern aufgrund eines latent drohenden Bauerndurchbruchs ausgleichen konnte. 2.5 - 1.5

Manuel erzählte uns auf der Hinfahrt, dass er in der Nacht auf Sonntag von seinem Spiel geträumt hatte - aus unerfindlichen Gründen musste er mit 5 Minuten gegen die 2 Stunden seines Gegners antreten. Erfreulicherweise sollte es nicht so schlimm kommen. In einer für Königsbauernspiele typischen Mittelsspielstruktur meisterte Manuel die taktischen Komplikationen besser als sein Gegenüber und erreichte ein klar gewonnenes Turmendspiel. 3.5 - 1.5

An Brett 3 erreichte Klaus K. eine vielversprechende Druckstellung gegen die Königsindische Verteidigung. Durch seine Damenflügelinitiative konnte Klaus einen gedeckten d-Freibauern generieren und die Linien gegen den schwarzen König öffnen. Allerdings schaffte es sein junger Gegner, ebenfalls Drohungen gegen den weißen König aufzustellen, so dass sich Klaus letztlich mit einem Remis durch Dauerschach begnügen musste. 4-2   

Fabian akzeptierte ein frühes Bauernopfer, für das Schwarz lediglich teilweise Kompensation erhielt. Die schwarzen Ambitionen am Königsflügel konnte Fabian neutralisieren und nach dem Damentausch mit solider Technik sein Mehrmaterial verwerten. 5-2

Tobias erreichte zunächst eine exzellente Eröffnungsstellung, verlor dann aber den Faden und geriet völlig in die Defensive. In buchstäblich letzter Sekunde erreichte er die Zeitkontrolle, doch bei 2-3 Minusbauern und exponiertem König schien der weiße Sieg nur eine Frage der Zeit. Doch es sollte wieder einmal ein besonders tiefer Griff in die Kuhn'sche Trickkiste folgen - mithilfe seines letzten starken Bauerns konnte Tobias derart viel Spiel generieren, dass der Anziehende nicht nur den Sieg verpasste, sondern sich am Ende sogar geschlagen geben musste. 6-2  

 

 

[Fabian Englert]

 

 

5. Spieltag: Klingenberg I - Rottendorf I   4 - 4

Im Rennen um die Meisterschaft trennten wir uns gegen Verfolger Rottendorf wie im Vorjahr mit 4-4 und ließen erneut die ein oder andere Möglichkeit aus.

Am siebten Brett erreichte Topscorer Klaus L. mit Schwarz anfangs eine sehr gute Eröffnungsstellung (9...d4!), agierte danach aber ungenau. Nach 10...Lg4? hatte Weiß bereits die Möglichkeit dank des taktischen Tricks 11.Sxd4! einen Bauern zu gewinnen. Diese Option ließ der Anziehende zwar aus, doch auch in der Folge übernahm Weiß eindeutig die Initiative und besaß nach 18.f4 Vorteil. Da dieser Zug mit einem Remisangebot einherging, akzeptierte Klaus dies richtigerweise. 0.5 - 0.5

Bernd erwischte leider gar keinen guten Tag. Im Londoner System erlaubte er Schwarz, den zentralen Hebel ...e6-e5 unter günstigen Umständen durchzusetzen. Danach lenkte dieser seine Kräfte gegen den weißen Königsflügel und konnte einen schnellen Sieg erringen. 0.5 - 1.5

An Brett 2 bestrafte Tobias die Eröffnungsstrategie seines Gegners. Letzterer wählte in einer modernen Verteidigung einen äußerst fragwürdigen Aufbau mit ...b5 und ...Sa6. Mit kompromisslosem Spiel konnte Tobias daraufhin seinen Entwicklungsvorspung in eine starke Angriffsstellung und diese in den vollen Punkt verwandeln. 1.5 - 1.5

Im Duell der Titelträger sah es im Mittelspiel gut aus für Fabian. Das schwarze Läuferpaar war eine wahre Macht, das die leicht geschwächte Bauernstruktur mehr als kompensierte. Nach 23...Ld4 schien die weiße Stellung zusammenzubrechen, doch IM Dr. Ostermeyer traf mit dem positionellen Qualitätsopfer 24.Sc2! eine richtige und wichtige Entscheidung. Obwohl Weiß nicht einmal einen Bauern für die Minusqualität vorweisen konnte, stellte sich die schwarze Vorteilsverwertung mangels Bauernhebel und offener Linien für die Türme als schwierig bis unmöglich heraus. Fabian transformierte die Stellung deswegen später in ein Turm + ungleichfarbiges Läuferendspiel mit einem Mehrbauern, konnte aufgrund des latent drohenden Turmtauschs aber auch hier keinerlei Fortschritte mehr erzielen und musste sich mit einem Remis begnügen. 2-2

Robert führte eine scharfe Partie gegen die Königsindische bzw. Moderne Verteidigung. Ungeachtet der Tatsache, dass Schwarz im Mittelspiel einen Bauern gewann, war Roberts Stellung dank der eklatanten weißfeldrigen Schwächen im schwarzen Lager objektiv vorzuziehen. Auch auf der Uhr sah es gut für uns aus, da Robert vor der Zeitkontrolle die deutlich besseren Zeitreserven angespart hatte. Nichtsdestotrotz verlor er in den taktischen Phase den Faden und geriet in die Defensive. Den letzten verzweifelten Versuch, mittels Figurenopfer im Trüben zu fischen, widerlegte der Rottendorfer dann problemlos. 2-3

Walter erreichte gegen den beschleunigten Drachensizilianer einen schönen Eröffnungsvorteil. Der Versuch des Nachziehenden, sich mittels ...d5 aus der Umklammerung zu befreien, ermöglichte Walter den Gewinn eines wichtigen Bauern. Als Walter auch die schwarzen Ambitionen am Königsflügel neutralisieren konnte und einen zweiten Bauern gewann, gab sich sein Gegner bald geschlagen. 3-3

Jürgen erreichte gegen den geschlossenen Sizilianer zunächst eine exzellente Eröffnungsstellung, im Mittelspiel kippte die Stellungsbewertung dann aber mehrfach. Nach dem Damentausch ergab sich ein aufgrund langer verzahnter Bauernketten sehr kompliziertes Leichtfigurenendspiel. Unter Zeitdruck fand Jürgen nicht die optimale Verteidigungsstrategie und Weiß konnte die Partie schließlich für sich entscheiden. 3-4

Am dritten Brett kam Klaus K. gut aus der Eröffnung, opferte im Mittelspiel aber dann in spekulativer Manier seinen b7-Bauern. Da sich Weiß in der Folge mit seinem auf b7 gestrandetem Turm zu einem Qualitätsopfer genötigt sah, erzielte das Opfer definitiv seine beabsichtigten Effekt. In der sich anschließenden Phase der Vorteilsverwertung machte sich Klaus das Leben unnötig schwer. Doch da er Weiß aber nie vollends zurück ins Spiel kommen ließ, änderte dies nichts am Endergebnis. 4-4

Ideal war dieses 4-4 Unentschieden nicht, doch genügt es, um unsere Tabellenführung zu konsolidieren. Nun gilt es, in den verbliebenen 4 Mannschaftskämpfen konzentrierte Leistungen abzuliefern und der Meisterschaft sollte nichts im Weg stehen.

 

 

[Fabian Englert]

 

 

4. Spieltag: Stetten I - Klingenberg I   3 - 5

Am verschneiten vierten Spieltag erreichten wir in Stetten einen wichtigen 5-3-Mannschaftssieg.

An Brett 8 spielte Mirco gegen die Colle-Eröffnung, Weiß öffnete die Stellung mit dem thematischen Hebel e3-e4. Im Mittelspiel einigte man sich in scheinbar ausgeglichener Lage auf Remis. Zu unserem Glück fand der Anziehende nicht die versteckte taktische Ressource in der Stellung, die ihm Vorteil gesichert hätte (18.Lh6 Sf4 19.Dg3 Sxg2 20.Dxc7 Lxd7 21.Le4!!). 0.5 - 0.5

Bernd wählte heute die 3...dxe4-Variante in der Französischen Verteidigung. Die schwarze Stellung war recht solide, doch Weiß besaß dennoch Vorteil. Dem gegnerischen Raumvorteil und aktiven Figurenspiel musste sich Bernd schließlich geschlagen geben. 0.5 - 1.5

Jürgen spielte eine äußerst komplexe Partie in einer Benonistruktur (mit vertauschten Farben). Schwarz besaß Raumvorteil im Zentrum, doch stellte sich Jürgens Druckspiel am Königsflügel als der relevantere Faktor heraus, der ihm später einen spielentscheidenden Materialgewinn einbrachte. 1.5 - 1.5

Tobias sah sich dem Angriffsspiel des amtierenden Meisters von Unterfranken Florian Amtmann ausgesetzt. Weiß besaß einen signifikanten Entwicklungsvorsprung, doch Tobias hatte indes zwei Bauern geraubt. Durch gutes Defensivspiel gelang es Tobias schließlich, die weiße Initiative vollständig zu neutralisieren. 2.5 - 1.5

Ein ähnliches Bild, wenn auch mit umgekehrtem Ausgang, ergab sich auch an Brett 1. Mit dem kritischen 11...Dxb2 entschied sich die Deutsche Meisterin für die Annahme eines Bauernopfers, doch wie sich herausstellte, sicherte Fabians Entwicklungsvorsprung gute Kompensation. So musste der schwarze König später auf Wanderschaft gehen und geriet ungeachtet des vorhergehenden Damentauschs ins Kreuzfeuer der weißen Figuren. Daraufhin ließ der entscheidende Materialgewinn für Fabian nicht lange auf sich warten. 3.5 - 1.5

Geburtstagskind Klaus K. spielte eine sehr komplizierte Partie gegen die Königsindische Verteidigung. Wie für diese Variante typisch ergab sich der typische Konflikt der weißen Damenflügelinitiative gegen das schwarze Spiel am Königsflügel. Klaus konnte einige Linien am Damenflügel zu öffnen - bekannterweise ein gutes Zeichen für Weiß - doch Alexander Wurm schaffte es dennoch, die Lage zu verkomplizieren. Nach gut dreieinhalb Stunden Spielzeit einigten sich die Kontrahenten auf Remis. 4-2

Unser "Mr. 100%" Klaus L. führte seine Partie erneut zum Sieg. Mit der Englischen Eröffnung gewann er im Mittelspiel die Qualität, aber Schwarz besaß dank des Läuferpaars gewisse praktische Gegenchancen. Doch nach und nach konnte Klaus seinen Vorteil ausbauen und die Partie schließlich sogar durch Matt entscheiden. 5-2

Walter bekam in der Eröffnungsphase Probleme, von denen er sich nie ganz erholte. In sizilianischer Struktur startete Weiß starkes Druckspiel am Damenflügel und konnte dank seiner deutlich aktiveren Figuren schließlich entscheidendes Material gewinnen. 5-3

 

 

[Fabian Englert]

 

 

3. Spieltag: Klingenberg I - Bad Neustadt I   7.5 - 0.5

Gegen Bad Neustadt erzielten wir einen Kantersieg und haben uns nunmehr an der Tabellenspitze der Regionalliga Nordwest festgesetzt.

Fabian hatte die einfachste Aufgabe des Tages, da sein Gegner es offensichtlich vorzog, zu Hause in Ungarn zu bleiben... 1-0

Nach gut zwei Stunden endete Jürgens Partie. Gegen das Londoner System seines Gegners konnte Jürgen ausgleichen. Dank des zentralen Bauerndurchbruches ...e6-e5 erhielt er eine schöne Mittelspielstellung, entschied sich aber aus mannschaftstaktischen Gründen für ein Remis. 1.5 - 0.5

Walter erreichte gegen den Sweschnikow-Sizilianer eine fantastische Position. Die schwarzen Aggressionen am Königsflügel verstand er zu neutralisieren und erhielt dank Mehrbauer und d5-Krakenspringer bald eine strategische Gewinnstellung. Nach dem Damentausch konnte Walter gemütlich mit seinem König gen Damenflügel marschieren, da Schwarz über keinerlei aktiven Optionen verfügte. Nach einem verzweifelten Figurenopfer des Nachziehenden landete dessen König prompt im Mattnetz. 2.5 - 0.5

Am dritten Brett behandelte Klaus K. die Eröffnung extrem aggressiv, vernachlässigte dabei aber seine Entwicklung. Weiß nutzte diesen Umstand zunächst gut aus, übernahm im Zentrum die Initiative und erlangte signifikanten Vorteil. Doch nach dem fehlerhaften 22.f3? ließ der Anziehende Klaus zurück ins Spiel kommen. Nun demonstrierte Klaus exzellente Defensivfähigkeiten (26...Kf6!! / 28...Sf5!) und setzte sich trotz eigener Zeitnot gegen das weiße Angriffsfeuerwerk durch. 3.5 - 0.5

Tobias wurde die moderne Verteidigung vorgesetzt und er wählte 4.Le3. Der Nachziehende erreichte zunächst eine spielbare Stellung, beging mit 17...gxh5? aber einen folgenschweren Fehler. Dank der nun geöffneten g-Linie wurde Tobias' Königsangriff extrem gefährlich und er konnte die Partie in der Folge durch ein hübsches Mattfinale beenden. 4.5 - 0.5

An Brett 8 startete Simon in einer sizilianischen Mittelspielstellung ebenfalls einen starken Angriff gegen den schwarzen König. Sein Gegner konnte die Attacke zwar abwehren, doch büßte er hierdurch entscheidendes Material ein und Simon verwertete seinen Vorteil souverän. 5.5 - 0.5

Robert war heute der einzige erfolgreiche Vertreter der "sizilianischen Fraktion". Mit der Najdorf-Variante erlangte er eine attraktive Position, insbesondere als Weiß mit dem fragwürdigen Vorstoß g2-g4 seine eigene Königsstellung öffnete. Wie sich herausstellte, konnte Robert diesen Umstand selbst nach dem Damentausch noch ausnutzen. So nistete er seinen Läufer auf f3 ein und komplettierte das Mattnetz gegen den weißen König. 6.5 - 0.5

Klaus L. erreichte im Königbauernspiel nach taktischem Intermezzo in der Eröffnungsphase bald eine vorteilhafte Endspielstellung. Aufgrund des exponierten schwarzen Königs gewann Klaus zwei Bauern, zeigte dann aber Schwächen in der Vorteilsverwertung. Trotz des großen weißen Materialvorteils im Turmendspiel war die Stellung zwischenzeitlich wieder objektiv Remis. Schwarz hätte sogar auf dreifache Stellungswiederholung reklamieren (68/70/73...Tg1+) oder auch mit 74...Kxf4 ein direktes Remis forcieren können, doch der Kampf ging weiter und der Nachziehende erlaubte Klaus schließlich dessen Königsaktivierung und somit den Partiegewinn. 7.5 - 0.5

 

 

[Fabian Englert]

 

 

2. Spieltag: Kitzingen I - Klingenberg I   3 - 5

Gegen Landesliga-Absteiger und Hauptkonkurrent Kitzingen zeigten wir heute eine souveräne Leistung und siegten verdient mit 5-3.

Tobias, der an Brett 2 die schwarzen Steine führte, bot frühzeitig Remis an. Das aus einer Englischen Eröffnung entstandene Mittelspiel war dynamisch ausgeglichen und Tobias' Gegner nahm das Remisangebot an. 0.5 - 0.5

Eine weitere Stunde später konnte Walter ebenfalls einen halben Zähler beisteuern. Gegen das Londoner System seines spielstarken Gegners erreichte er eine schöne Eröffnungsstellung. Im Mittelspiel hatten beide Seiten ihre Trümpfe, doch Weiß sah keinen Grund Walters Friedensangebot abzulehnen. 1-1

Klaus L. überspielte seinen Gegner mit dem Alapin-Sizilianer. Schwarz konnte die Entwicklung seines Lc8 nicht bewerkstelligen und verlor entscheidendes Material. Bei der Vorteilsverwertung seiner Mehrqualität zeigte Klaus keinerlei Schwächen. 2-1

Auch Klaus K. konnte das Maximum aus seinem Anzugsvorteil herausholen und erreichte gegen den Sizilianischen Igel seines Gegners bald eine dominante Angriffsstellung. Als er später zwei Leichtfiguren gegen einen Turm gewann, musste Schwarz seinen Widerstand bald einstellen. 3-1

Am achten Brett zeigte Robert eine gute Leistung und hatte ungeachtet seiner nominellen Außenseiterrolle das Mittelspiel dank seines Läuferpaars fest im Griff. Im Endspiel konnte Robert ein Remis forcieren und einen weiteren halben Punkt beisteuern. 3.5 - 1.5

Fabian konnte nach fragwürdiger Eröffnungsbehandlung seines Gegners in ein damenloses Mittelspiel abwickeln, in dem ihm sein Entwicklungsvorsprung großen Vorteil sicherte. Leider übersah er in der taktischen Phase aber ein entscheidendes Detail (die Defensivressource 21...Le6!), wonach Schwarz zurück ins Spiel kam. Daraufhin entschied sich Fabian, mit 25.Sxd5 (anstatt dem objektiv stärkeren 25.Sxe6) direkt ins Remis abzuwickeln und somit den Mannschaftssieg endgültig zu besiegeln (da Bernd mindestens ein Remis in seinem Damenendspiel hatte). 4-2

Nun sah auch Jürgens Gegner keinen Grund mehr, seine Bemühungen fortzuführen und willigte in die Punkteteilung ein. In dieser Partie hatte Jürgen gegen die Königsindische Verteidigung eine vielversprechende Stellung aus der Eröffnung erhalten. So besaß Weiß im Mittelspiel Raumvorteil und Angriffschancen am Königsflügel, doch Schwarz hatte zumindest die Kontrolle über das Schlüsselfeld e5. Später wurde die Lage unübersichtlich und die Stellungsbewertung kippte mehrfach. 4.5 - 2.5

Bernd wurde von dem thematischen Bauernopfer d4-d5 gegen seine Damenindische Verteidigung überrascht, wonach er zunächst viel Bedenkzeit verbauchte, um seine Defensivstrategie zu formulieren. Der Anziehende erreichte eine starke Druckstellung, doch nach dem groben taktischen Fehler 19.Se7+?? kam Weiß in Nachteil und geriet auch auf der Uhr bald ins Hintertreffen. In der Folge transformierte Bernd seinen Materialvorteil mehrfach und landete schließlich in einem Damenendspiel mit 2 Mehrbauern. Ein Sieg war möglich (47...h1D+! nebst ...De5-h5-g6+), doch Bernd agierte am Ende etwas unkonzentriert und musste sich schließlich mit Remis begnügen. 5-3

Dieser wichtige Sieg sichert uns eine sehr gute Ausgangsposition im Rennen um die Meisterschaft. Wenn wir unsere heutige Leistung auch in den kommenden Begegnungen abrufen können, sollten jedenfalls keine Probleme zu erwarten sein.

 

 

[Fabian Englert]

 

 

1. Spieltag: Klingenberg I - Sailauf I   4.5 - 3.5

Gegen Aufsteiger Sailauf taten wir uns heute sehr schwer, hatten aber dennoch das bessere Ende für uns.

Bernds Damenbauernspiel führte zu einer recht ausgeglichenen Stellung. Nach dem Tausch mehrerer Leichtfiguren einigten sich die Kontrahenten bald auf Unentschieden. 0.5 - 0.5

An Brett 8 akzeptierte Robert im Mittelspiel das Remisangebot seines Gegners. Da der Damenflügel vollständig geschlossen war und Schwarz mit seinen Bauern e5 + f5 die Zügel in der Hand hielt, war diese Entscheidung nachvollziehbar. 1-1

Fabian konnte mit den schwarzen Steine seine Eröffnungsprobleme nicht vollständig lösen und geriet im Mittelspiel unter Druck. Erst nach und nach gelang es ihm, sich zu befreien. Vor dem Übergang in ein für ihn nur noch leicht vorteilhaftes Endspiel bot Weiß Remis und Fabian nahm an. 1.5 - 1.5

An Brett 4 wurde die Wiener Partie diskutiert. Walter kontrollierte als Anziehender die halboffene f-Linie, wohingegen Schwarz adäquates Gegenspiel am Damenflügel bzw. im Zentrum generierte. Doch durch einen taktischen Fehler seines Gegners konnte Walter schließlich 2 Leichtfiguren für seinen Turm gewinnen und führte die Partie sicher zum Sieg. 2.5 - 1.5

Auch Klaus L. konnte heute mit einer sauberen Leistung überzeugen. Gegen die Colle-Eröffnung bekam er im Mittelspiel allmählich Oberwasser. Zunächst zerstörte er die weiße Struktur am Königsflügel und münzte diesen dynamischen Vorteil alsbald in einen materiellen um. Daraufhin ließ sich Klaus den Partiegewinn nicht mehr nehmen. 3.5 - 1.5

Klaus K. erreichte mit seinem Paulsen-Sizilianer bereits nach 10 Zügen einen objektiven Gewinnvorteil, doch sein junger Gegner konnte ihn durch taktisches Angriffsspiel erfolgreich aus der Fassung bringen. Somit ergab sich statt eines schnellen Schwarzsiegs ein sehr zweischneidiges Mittelspiel, in dem die Stellungsbewertung mehrfach kippte, bis sie sich kurz vor Erreichen der Zeitkontrolle schließlich auf "0.00" einpendelte und man sich dementsprechend auf Remis einigte. 4-2

In Jürgens Partie wurde die Benoni-Verteidigung mit vertauschten Farben debattiert. Jürgen entschied sich dafür, Feuer mit Feuer zu bekämpfen und konterte das weiße Druckspiel am Damenflügel mit eigenem ...b5 anstatt dieses mit ...a7-a5 einzuschränken. Ebenfalls mutig, aber nicht unbedingt schlecht, war die Entscheidung 20...La3 nebst 21...b4!? - hier hätte das weniger unternehmungslustige 20...bxc4 mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Remis geführt. Leider sollte Jürgens Kampfgeist nicht belohnt werden, nach dem schwächenden 23...g5? geriet er in eine ungünstige Lage und gegen den starken weißen Hebelzug 29.e3!! kombiniert mit eigener Zeitnot folgte dann der positionelle Kollaps. 4-3

Tobias erlangte mit 3.Lb5+ gegen Sizilianisch keinen Eröffnungsvorteil und es ergab sich ein schwerblütiger Positionskampf. Richtig spannend wurde es kurz vor der Zeitkontrolle als Schwarz Tobias' Bluff 30.h4?! mit 30...Lxh4! erfolgreich callte, da der Läuferfang 31.g3 mittels 31...fxe5!-/+ gekontert würde. Somit hatte Tobias die äußerst undankbare Aufgabe eine schlechte Stellung mit Minusbauer und knapper Zeit zu verteidigen, um uns den Mannschaftssieg zu sichern. Dank seiner Zähigkeit (und dem nötigen Quäntchen gegnerischer Hilfe) gelang ihm das aber - nach 45...Ld3? 46.Lxh5! gewann Tobias den Bauern zurück und konnte die Lage vollends ausgleichen, wonach der sofortige Remisschluss folgte. 4.5 - 3.5

 

 

[Fabian Englert]

 

 

 

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